Full text: Das Civil-Medizinal-Wesen im Königreiche Bayern. 2. Band. Die Medizinalpolizei. (2)

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Kranken Bezug hat, zu beobachten ist. Denn durch Schmutz 
und Unreinlichkeit werden die Dünste immer noch vermehrt, 
und man muß diese doch auf das Unvermeidliche einschränken, 
nämlich auf die aus den Kranken selbst herkommenden. Wo 
in diesem Punkt Nachläßigkeit und Verwahrlosung Statt findet, 
ist auch von den andern Hilfsmitteln nicht der mögliche Erfolg 
zu erwarten, und nicht selten rührte es ursprünglich bloß von 
dieser Unreinlichkeit her, daß die Krankheiten eine allgemeine 
Form annahmen und ansteckend wurden, und so unsägliches 
Elend verbreiteten. 
Nächst der Reinlichkeit ist dann auch fortwährend für 
Luftwechsel zu sorgen, damit die mit Dünsten geschwängerte 
Luft immer durch reine von Außen erneuert werde. Dazu ist 
aber, besonders wo mehrere Kranke in einem Zimmer beisam- 
men liegen, erforderlich, daß ein wirklicher Luftzug Statt 
finde, und wo er nicht fortwährend unmerklich, jedoch in hin- 
reichendem Maaße vorhanden ist, öfter durch Oeffnung von 
Thüren und Fenstern bewirkt werde; dabei ist, wie sich von 
selbst versteht, die nöthige Rücksicht auf die Kranken zu nehmen. 
In der kältern Jahrzeit, wenn die Zimmer geheitzt werden, 
wird es zur Reinigung der Zimmerluft in den Lazarethen sehr 
dienlich sein, wenn die Heitzung der Oefen von Innen ge- 
schieht, oder diese Einrichtung ohne zu große Schwierigkeit noch 
getroffen werden kann, die verdorbene Zimmerluft strömt dann 
durch den Ofen fort. Selbst im Sommer kann diese Ein- 
richtung von großem Erfolge sein, wenn der Rauchfang von 
mehrern Oefen sich in einen gemeinschaftlichen Kamin öffnet, 
unter welchem dann ein kleines Feuer unterhalten wird; dadurch 
entsteht ein Zug, der die verdorbene Zimmerluft durch die im 
Zimmer geöffneten Ofenthüren abzieht. 
Außer diesen allgemeinen Mitteln der Reinlichkeit und 
Lufterneuerung, deren Anwendung eben so einfach als unerläßlich 
ist, gibt es aber auch noch besondere, welche geradezu auf die 
in die Luft übergegangenen Ausdünstungen wirken und sie 
unschädlich machen. 
Es ist ein sehr alter Gebrauch, in den Krankenzimmern zu 
räuchern, wozu man allerlei Dinge, z. B. Wachholderbeeren, 
(Kaddig= Kranawitbeeren) oder auch das grüne Reisig von 
Wachholder und verschiedene Räucherpulver, anwandte. Aber 
die Räucherungen dieser Art sind nicht im Stande, die Luft
	        
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