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bahern, der Oberpfalz und von Regensburg, dann von Ober-
franken, K. d. J., erlassenen Entschließung und zur allenfallsigen
gutachtlichen Aeußerung über die etwa noch weiters zu treffen-
den Maßnahmen — sodann das mit möglichster Beschleunigung
zu erstattende Gutachten namentlich auch auf eine umständliche
mit Rücksicht auf bereits ausgeschriebene Belehrungen abzu-
gebende Beantwortung der Frage auszudehnen: Wie durch eine
diätetische Behandlung des Viehes, insbesondere des Hornviehes,
der spontanen Entstehung der in Niederösterreich ausgebrochenen
Rinderpest sowie der Weiterverbreitung derselben mittelst An-
steckens im Falle ihres Ausbruches begegnet werden könne? wird
hiemit von der allerunterthänigst ehrfurchtvollst Unterzeichneten
folgendes Gutachten erstattet:
Nachdem zwar bereits alle möglichen, den besten Erfolg
versichernden Maßregeln gegen die drohende Rinderpest zum
Schutz des Landes allerhöchst angeordnet worden, und dieselben
auch schon in der k. Verordnung vom 22. Dez. 1813, gegen die
Rindviehpest oder Löserdürre, erschöpfend enthalten sind, so
möchte sich doch die k. Central-Veterinärschule noch die Bemer-
kung erlauben, daß es ihr nicht unzweckmäßig zu sein scheine,
wenn gegen diese, allerdings sehr zu fürchtende und auch der
Natur des Menschen verderbliche Landplage für Bayern, sowohl
in polizeilicher Hinsicht der Eintrieb von fremdem, besonders
ungarischen, mährischen und böhmischen Rindvieh in das Land
wenigstens noch für dieses Jahr und bis zum Eintritt des näch-
sten Frühlings ganz und gar verboten, als auch in diätetischer
Hinsicht, die völlige Aufhebung des Weidetriebes, wo möglich
für alle Hausthiere, oder doch jedenfalls für das Rindvieh, ein
für allemal stattfinden, und dafür die diätetisch = regelmäßige
Stallfütterung eingeführt würde! und zwar aus folgenden wohl
erwogenen Gründen:
1) weil sich erfahrungsmäßig ein gänzliches Aufhören
solcher Seuchenkrankheiten erst von der kalten Winterjahreszeit
erwarten läßt;
2) weil es von dieser zwar ihrer Entstehung nach immer
noch sehr räthfelhaften und selbst in Oesterreich, wo sie doch,
namentlich in Ungarn und Galizien, einheimisch ist, eben hienach
noch ganz unbekannten Krankheit, dennoch sich behaupten läßt,
daß gewöhnlich das dort einheimische Vieh die Neigung und
Anlage dazu schon von Natur aus an sich trage, und besonders