Uebrigens muß sogleich der Thierarzt zu Rath gezogen,
und diesem die weitere Behandlung der Krankheit überlassen
werden. —
Seinem Urtheile bleibt es anheimgestellt, in wie ferne er
die in dem Thale Weitnan mit glücklichem Erfolge in An-
wendung gebrachte Heil-Methode bei der individuellen Be-
schaffenheit seiner Patienten anwendbar findet. Sie waren
folgende:
Wohlgenährten, fetten, starken Stücken werden gleich An-
fangs 3 bis 4 Pfunde Blut aus der Halsader abgezapft, und
dieses wird nach Beschaffenheit der Zufälle bis 4 Male wiederholt.
Nach der Aderlässe zog man, den heftigen Andrang des
Blutes in der Lunge zu verhindern, Leder, und gab täglich
zwei Male einen Trank von Kleien, zu dem 4 Loth Salpeter
und 5 Loth Weinstein gemischt wurden: hiemit verband man
erweichende Klystiere mit Salz verstärkt, gab zum Trinken
Absude von Wachholderwurzel, Wasser mit viel Salz, und zum
Fressen Mehltränke.
Diese Methode wurde so lange fortgesetzt, bis die Zu-
fälle der Entzündung abnahmen, die Völle des Pulses nachließ,
und das beschwerliche Athmen sich erleichterte; hierauf machte
man den Genesenden Mehltränke, stärkende Abkochungen von
Weiden, und Arnica-Blumen 2c. bis die gänzliche Heilung eintrat.
Bei schwachem, schlecht genährtem und magerem Viehe
wurde Statt der beschriebenen antiphlogistischen Heil-Methode
eine gelinde reizende angewandt, und gar kein Blut abgezapft.
Nebst den oben schon bemerkten diätetischen Mitteln,
Klystieren, und Haarseilen erhielten solche Stücke täglich 2 bis
3 Male zwei Loth Salmiak mit einem Quinte Campher mittelst
Holunder-Sulze zu einem Bissen formirt, bei größerer Ent-
kräftung wurde der Salmiak ganz beseitigt, und dem Champhor-
Sulphur Auratum Antimonii beigemischt.
Zur weitern Auflösung des zähen Schleimes erhielten
mehrere der Art kranke Stücke öfters eine Mischung von 1 Loth
gepulverte Kalmuswurzeln mit 2 Loth Wachholder-Sulze, und
eben so viel Sauerhonig.
Verfahren mit dem krepirten Viehe.
Von dem an dieser Krankheit gefallenen Viehe kann vas
Fleisch nicht verspeiset werden; die Benützung der Hant ist aber