Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Aumniner  131
her  in  Mo#vsburg  angemeldet;  er  diente  von
1844  bis  1847  und  machte  die  Feldzüge  1866
und  1870-71  mit.

Unsere  Kulkurbanämter

entsolten  eine  Fololareice  und  segensvolle  Täligte:#.
  Von  1903  bis  1912  sind  im  ganzen
12954  Kncn  16  ,  epee  unter  Leitung  der
Kulturbauämter  durchgeführt  worden.  Die  kultin#erte
  Fläche  beträgt  60  461  Heltar.  Die  Kulturlosten
  betragen  rund  13700  000  Mk.,  denen
eine  Werterhöhung  in  der  Höhe  von  rund
42000  000  Mk.  gegenübersteht.  Es  ist  demnach
  hier  ein  Mehrwert  von  rund  28.000  00.)
Mark  geschaffen  worden.

Jm  Jahre  1912  flanden  noch  in  Ausfühtung
  345  Unternellmungen  mit  einer  Fläckhe
ron  15700  Heltar.  Der  Ausjührung  harrten
noch  909  Unternehmungen  mit  einer  Fläche  von
1  ha  Hektar,  während  ganz  ader  tei#weise
biel  er  noch  unberücksichtigl  gebliebene  Kulturantrüge
  in  der  Zahl  von  1684  mie  einet  Flache
ren  78700  Heltar  vorhanden  waren.

Im  Jahre  1913  erfuhr  die  Taligkeit  der  Kulturbauämter
  eine  weitere  Steigerung;  es  sind
2274  Kulturunterelhmungen  mit  zusammen-5691
Heltar  Aufwant#  en  3083  848  Mark  ausgefulrt
  worden.  Di#  durch  die  Kultur  erzielle
Werlethöhng  der  beteiligten  Grundstücke  hat
ni  bt  weniger  als  11  165  577  Ml.  betragen,  ein
Ergebnis.  das,  verglichen  mit  den  Ausgaben
geradem  hervorragend  genannt  werden  muß.

Die  Kullurbauämter  erhöbhen  durch  ihre  Arleit
  den  Wert  der  Vodene,  sie  mehren  seine  Er
zeuguisse  und  leben  so  die  ganze  Vollswirtschaft.
ine  besondere  die  Steuerkraft  der  Landwir!
##aft.  Sie  haben  dafür  in  beiten  Kammern
der  Landtages  reichliche  Anerlennung  gesunden.

Banerische  Nachrichten.

Augsburg,  2.  Juli.  25  Konk  rs,  meistens
lieinerer  Geschäfte,  wurden  im  1.  Haltbiahre
1914  angemeldet.  Ferner  lamen  in  die  sem
Jaü#e  bereits  40  Anwesen  zur  Zwangeversiegerung.
  während  im  ganen  Jahre  1913  nur
37  zu  verzeichnen  waren.

Vom  Bezirks-Feuerwehriag
in  Endorf.

«  Endorf,  2.  Juli.
Gelegentlich  des  Be  irkese.#rw#tages  wurde
der  Troden-Feuerlöscher-Industric  „Münchener
Nind!“  von  der  Be-  irksleitung  Veranlassung  gegeben,
  den  Apparat,  welcher  in  München  hergestein
  wird,  also  ein  bayerisches  Fabrikat  ist,  prallich
  vorzuführen.  Glänzend  waren  die  durchgeführten
  Erperimente;  zur  Löschung  der  eininen
  Obielte  wurden  jeweils  nur  einige  Se-3
  nden  benöltigt.  Der  Apparat  bewies  durch
diese  Probe,  daß  er  immer,  d.  .  bei  allen  nur
Urennkaren  Stoffsen  in  Anwendung  Pebracht
werden  lann,  bei  Benzin,  Petrolcum,  Oel.  dürres
  Holz.  Ein  ganz  besonderer  Vorteil  des
Ayparates  ist,  daß  er  jederzeit  gebrauchsferlig
da  er  einem  Verderben  nicht  ausgesetzt  ir.
Alch  der  Preis  ist  erwähnenswert;  koslet  doch
ein  Apparat  nur  15  Mari,  wobei  noch  nach
Vrandfällen  die  Nachfüllung  gratis  geliesert
mird.  Näherer  kann  durch  die  Direktion  in

München,  Klen:estraße  13,  erfallren  werden.

Bowerisches  Oberland.

Naubling,  2.  Juli.  Ein  gemeiner  Bubenstreich
  wurde  in  der  Nacht  zum  2.  Juli  in  einem
Boderbaus  verübt,  indem  der  Rohling  die
Wandbäume  vernichtete,  sowic  an  dem  Hause
selbst  ganz  gemeine  Beschädigungen  verübte.  Hafssentlich
  wird  es  der  Gendarmerie  gelingen,  den
Täier  ausfindig  zu  machen.  Der  Eigentümer
dablt  20  Marlk  Belohnung.

Grassau,  2.  Juli.  In  der  Generalversammlung
  des  Darlelenslassenrereins  wurde  der  Beschiun
  gesaßt,  die  Mitgliedschaft  bei  der  Zenramenossenschaft
  Regensburg  zu  kündigen  und
bei  der  Jentraldarlehenslasse  München  als  Mitblied
  beimtreten.  Im  Bezirke  Traunstein  beslehen
  zurieit  37  Datlehenskassenvereine.  wovon
35  Vereine  dem  Bayerischen  Landesverband  und
der  Zentraldarlehenslasse  München  angeschlossen
sind,  während  nur  2  Vereine  dem  Regensburger
Nerisionsverband  und  der  Zentralgenossenschaft
  Regensburg  angehören.

Grenzlande.

Kufstein,  1.  Juli.  Die  städtische  Postautelime
  Kufslein--Walchsee-  Kössen  mit  eventueller
Fortsetzung  über  Reit  im  Winkel  nach  Traunnstein
  wurde  am  1.  Juli  offiziell  in  Betrieb  genommen.
  Die  tags  zuvor  veranstaltele  behördliche
  Probefahrt  nahm  einen  befriedigenden  Verlauf.
  Bei  den  hierauf  in  Rössen  gepflogenen  Ver-Dandlungen
  erllärten  sich  die  an  der  Strece
Bruckhäusl-Filpen  beteiligten  Gemeinden  nach
langwierigen  Erörterungen  im  Prinzip  mit  der
Eröffnung  des  Postautoverkehrs  unter  mehreren
Bedingungen  einverstanden,  mit  Ausnahme  der
Gemeinde  Niederndorfer-Berg,  die  die  Genehmigung
  strikte  versagte.  Mit  Rücksicht  auf  die
vollowirtschaftliche  Bedeutung  dieser  Autolinie
erteilte  der  anwesende  Sitatthaltereivertreter

 

 

 

 

 

 

 

–  –  —  —  —  —  —  .  —  .  —

—

—  —  uum#—  ———

der  Gemeinde  Kusstein  unter  den  üblichen  Bedingungen
  die  Konzession  zum  Betrieb.  Vom
1.  Juli  bie  13.  September  verkehren  hin  und
zurück  6,  vom  14.  September  bis  2.  November
vier  Fahrten.  Der  Fahrpreis  Kufstein-Walchsee
beträgt  1,80  Kronen,  nach  Kössen  (26,8  Klm.)
2,70  Kronen.  Die  Postverbindung  Kufstein-Kössen
  des  Hoteliers  Suppenmoser  (Oberhauser)
  bleibt  vorerst  bestehen.

Cokalnachrichlen.

Einfshrigenverechtionan  und  Kehrerbildungsanlalten.



Anläßlich  der  Einsührung  des  6.  Bildungsjahres
  EEIIIIIIIX  fũtr
die  Lehrerbildungeanstalten,  welch  letztere  eine
Teiflung  der  Schlußprüfung  in  zwei  Abschnitte
enordnen,  wurde  seitens  des  Königl.  Staatsministeriumo
  es  IJnnern  für  Kirchen=  und
Schulangelegen#  eiten  beantragt,  den  bayerischen
ffentlichen  Lebrerbilon  ugsanstalten  die  Berechtigung
  zu  erteilen.  den  Schülern,  die  nach  dem
Resuche  der  5.  Klasse  einer  Vollanflalt  oder  der
2.  Klasse  einer  Schullehrerseminars  den  ersten
Abschnitt  der  Seminarschlußprüfung  bestanden
haben,  das  Zeugnis  über  die  wissenschaftliche
Besähigung  für  den  einj.  freiw.  Dienst  zu  erreilen.
  Der  Neeschelanfter  (Reichsamt  des  Innern)
  hat  diesem  Antrage  in  Uebereinstimmung
mit  dem  Gutachten  der  Reichsschullommission
aichlt  stallgegeben,  weil  erst  die  gesamte  Aus
dildung  für  den  Lehrerberus  die  Gewähr  einer
in  sich  abgeschlossenen  Bildung  gebe  und
die  hayer.  Lelrerbildungsanstalten  in  einem  fr
lieren  Zeitpunlte  die  Vedingungen,  die  zur  Er
langung  de?s  Einjälrigen  Berechtigungescheines
in  bezug  auf  den  Lehrplan  sonst  an  militärberechtigte
  Schulen  gestellt  werden  ins  ssondere
die  gründliche  Unterweisung  in  mindestens  zwei
Fremdsprachen  nicht  erfüllten.  Deshalb  ist
auch  den  breuß.  Lehrerbildungsanstalten.  die
Pleichsalls  einen  sechsjährigen  Lehrgang,  jedoch
mit  nur  einer  obligatorischen  Fremdsprache  halen,
  die  Berechtigung  der  Erteilung  des  Einfährigenscheines
  nicht  zugestanden.  Es  ist  dem-Lack
  den  Schülern  der  bayer.  Lehrerbildungsanstalten
  das  Zeugnis  über  die  wissenschaftliche
Befähigung  für  den  Einlährig-  Freiwilligendienst
ünftig  erst  nach  Bestehen  des  zmeilen  Abschnit-*
  der  Schlußprüfung,  das  ist  mit  dem  Reifelgnisse
  zum  Ulebertritt  in  die  Schulpraris,
u  ie  seither,  zu  erteilen.

 

Rosenheim,  3.  Juli.

Eisenbahndienst.  Versetzt  wird  in  etatsmäßiger
  Weise  auf  sein  Ansuchen  der  Sitationsteister
  Christian  Althammer  von  Blieskastl
nach  Oberandorf,  serner  werden  in  etatsmäßiger
Weise  berufen  der  Lotomotivheizer  Joh.  Lanzendorjer
  von  Ingolstadt  nach  Rosenheim  und
der  Stredenwärter  Jos.  Lapök  von  Bm.  Kufstein
  zur  Bm.  Starnberg.

Rentamtstag  in  Prien.  Der  nächste
Amtstag  des  K.  Rentamtes  Rosenheim  findet  in
Prien  am  Samstag,  den  11.  Juli  statt.  Er
wird  im  Nathausec  daselbst  abgehalten.

Lehrerkonferenze  u.  Die  vierte  Sondertoypferenz
  wird  am  Samstag,  den  11.  Juli  abgehalten.
  Der  praltische  Teil  beginnt  um  10
Uhr.  Die  erste  Lehrprobe  bringt  die  Behandluug
des  Lesestücles  „Das  Wörtchen  Nur“,  die  zweile

Lelrprobe  behandel  „Lichtbilder  im  Dienste  des
Unterrichts.“  Lellionsgebet  ist  Herr  Bezirisoberlehrer
  Hartinger.  Als  ?  Vortrag  ist  das  The-L
  vorgesehen:  „Wie  weckt  man  in  den  Sonnlags
  und  Fortbildungsschulen  Interesse  und
Verständnis  für  die  Hagelversicherung?“  Die
Konferen  für  den  Bezirt  Rosenheim  1  beginnt
um  9  Uhr  in  der  Knabenschule,  für  den  Bezirk
Rraenheim  2  um  halb  10  Uhr  in  der  Mädchensckule
  an  der  Stollstraße.

Eine  Solomo-täi  führerden  chrift

i  soeben  erschienen.  Sie  trägt  den  Titel.

Leben  des  bayerischen  Lotomotivführers  1½
Dauer  und  Juhalt“  und  will  die  „Beweise  für
die  Berechligung  der  von  den  Lolomotioführern
gestellten  Forderungen“  erbringen.  Die  verschiedenen
  Kapitel  der  vom  bayer.  Lokomotivführernerein
  herausgegebenen  Denkschrift  haben  le-„enswerte
  Ausführungen  zum  Inhalt.  Ueber  die
Forderungen  und  Wünsche  sagt  die  Deulschrift:

.  Um  eine  Besserung  zu  erzielen  und  um  einigermaßen
  auf  die  gleichen  Bezüge  wie  seine  außerloverischen
  Kollegen  zu  kommen,  ijt  die  Ueberführung
  der  Oberlolomotivführer  in  Gehaltsllasse
  17,  der  Lolkomotivführer  in  Gehaltsliosse
  20,  der  Führerheizer  in  Gehaltsklasse  24
unbedingt  notwendig.“  Die  Densschrift  schließt:

„Wir  geben  uns  der  festen  Hoffnung  hin,  daß
d#  berufenen  Stellen,  Regierung  und  Landtag,

sich  diesen  Beweisen  nicht  verschließen  werden,
dab  auch  der  bayer.  Lokomotioführer  wieder
mfrieden  und  dienstfreudig  seinen  schweren  Beruf
  ausũben  lann“.

Zum  Fahrkartenschwindel.  Nach  einer
  Meldung  sollte  die  Tiegeldruckpresse,  mit
der  die  falschen  Fahrkarten  hergestellt  wurden,
in  München  entdeckt  worden  sein.  Die  Presse
habe  einen  Anschaffungswert  von  1600  Mk.  Dagegen
  wird  von  der  Münchner  Polizeidirektion
mitgeteilt,  daß  die  Tiegeldruckpresse  nicht  gesunden
  werden  konnte.  Der  Buchdruckergehilfe

zentgegen.  Die

 

Samsta#,  4.  Juli  1914

 

Alle  Postboten

und  VWostanstalten  nehmen  noch  immer  Bestellungen
  aus  den

„Rosenheimer  Anzeiger“
bereits  erschienenen  Nummern
  werden  kostenkos  nachgeliefert.

—......  —  —  —
Heinrich  Schmid  hatte  nach  seiner  Festnahme
angegeben,  daß  er  eine  kleine  Druckerei  mit
einer  älteren  Tiegeldruckpresse  besessen  und  sie
rernichtet  habe.

Den  Tod  im  Wasser  gesucht.  Anscheinend
  ertränkt  hat  sich  J.  Bichl  von  Kleinpinzenau.
UEs  wurden  nämlich  am  1.  ds.  am  linken  Mangsolluser
  zwisch  en  Kufsteinerstraße  und  Eisenbahnbrücke
  ein  Paar  Schnürschuhe,  ein  weißer  Strohhut,
  eine  Taschenuhr  mit  silberner  Kette  und
ein  Gebetbuch  ausgefunden.  Auch  lag  ein  Zeltel
  vor,  wonach  sich  Bichl  aus  Schwermut  ertränten
  werde.

Aiehmarltsperre  in  Müslldorf.  Da
in  Erharting,  Kraiburg  und  -  die  Manlund
  Klauenseuche  herrscht,  wurde  die  Abhaltung
des  auf  den  7.  Juli  1914  in  Mühldorf  treffenen
  Viehmarltes  untersagt.

Sonnensinsternio  am  21.  August.
Nachdem  die  letzte  in  Mitteleuropa  wahrnehm:
lare  Sonnenfinsternis  am  17.  Aprit  1912  statt.
Lesunden  hat,  folgt  die  nächste  in  unserem  Erdtrich
  sichlbare  Sonnenfinsternis  am  21.  August
1914.  Sie  wird  nicht,  wie  ihre  Vorgängerin,  eine
l#e  Finsternis  sein,  sondern  nur  eine  zu  zwei

Dritteln,  also  etwa  von  dem  Grade  der  Sonnenfinsternisse
  vom  30.  August  1905  und  vom
28.  Mai  1900.

In  poliszeilichem  Gewalrsam.  Ein
Schenklellner  von  Nosenheim  wurde  wegen  Arweilsschene
  sestgenommen.  Eine  Kellnerin  von
Grassan  wuree  wegen  Unterschlagung  sestgenom
sren.

Gesunden.  Eine  Brille  ist  gesunden  worden.
  Sie  kann  im  magistratischen  Geschäftszimiuer
  Nr.  2  abgeholt  werden.

Alpines.

Der  Führer  durch  das  Kaisergebvirge
  von  G.  Leuchs  hat  soeben  eine  sehr  will
lommene  Erweiterung  erfahren.  Im  Verlag  der
*  Lindauerschen  niversitãt·  buchhandluno

Schöpping)  in  München  ist  ein  Nachtrag  zum

Fb  erschienen,  der  für  verschiedene  Touren
leils  neue  Wege  weist,  teils  belannte  Touren  er
gänzt.  Die  überraschenden  Erfolge,  welche  die
#luin:  Jungmannschaft  in  den  letzten  Jahren  im
Raisergebirge  erzielt  hat,  haben  biesen  Nachtrag
  wünschenswert  gemacht.  Die  in  den  letzten
Jahren  ausgesührten  neuen  Anftiege  erfordern
das  Können  eines  vornüglich  geschulten  und  gut
trainierten  modernen  Kletterers.  Deshalb  mird
man  in  allen  alpinen  Kreisen  diesen  Nachtrag
d  beĩonderer  Freude  begrüßen.  Er  kostet  50
.  g.
Neue  Vergbahnprojekte  für  Bay-Das
  bayerische  Verlkehreministerium  hat
die  Projektierungslonzessionen  für  Bergbahnen
auf  den  Wallberg  und  auf  das  Nebelhorn  und
für  eine  Ausflugsbahn  von  Oberstdorf  zum  Freihereĩee
  erteilt.  Alle  drei  Bahnen  sollen  als  eleltrische
  Seilschwebebahnen  erbaut  werden.  Die
Nebethornbahn  soll  von  Oberstdorf  ihren  Ausgang
  nehmen  und  über  die  Seealpe  zum  Nebelhorn
  führen.  Für  die  Wallbergbahn  ist  das
Dori  Oberach  als  Ausgangspunkt  projektiert;
Endnunkt  ist  die  Einsattelung  unter  dem  Kreuz
(1723  Meter).  Sämtliche  drei  Bahnen  sollen
auch  im  Winter  betrieben  werden.

Cebhte  Nachrichten.

Nürnberg,  3.  Juli.  Beim  Baden  im
Kleinen  Dutzendteich  wurde  gestern  dem  11jährigen
  Sohn  eines  Arbeiters  durch  Glassplitter
der  Unterleib  aufgerissen.  so  daß  die
Gedärme  hervortraten.  Der  schwer  verletzte  Knabe
  murde  ins  Krankenhaus  verbracht.  An  seinem
Aufkommen  vird  gezweifelt.

assel,  3.  Juli.  Der  Rechnungsamtmann
Stapels  in  Gernbach  in  der  Rhön  ist  nach
Unterschlagung  in  der  Höhe  von  150  000
Mark  geflüchtet.

Berlin,  3.  Juli.  Der  Inhaber  eines  biesigen
  Hypothelenbänkgeschäfte  mietete  gestern  ein
Boot  und  ließ  sich  von  einem  12jähr.  Knaben
auf  den  Wannsee  hinausrudern.  Plötzlich  sprang
er  mit  den  Worten:  „Lebe  wohl!“  aus  dem
Boote.  Ein  zufällig  vorüberfahrendes  Boot
lonnte  den  Lebensmüden  retten.

Bern,  3.  Juli.  In  Münster  (Kanton  Bern)
schlug  der  Blitz  in  eine  elektrische  Leitung  und
zersplitterte  eine  Leitungsstange.  Der  15  Jahre
alte  Sohn  eines  Bahnwärters  berührte  den  heruntergefallenen
  Leitungsdraht  und  war  sofort
tot.  Der  Vater,  der  den  Sohn  losmachemwollte,
wurde  gleichsall#  getötet.

Paris,  3.  Juli.  Ueber  verschiedene  Gegenden
  Frankreichs  sind  verheerende  Unwetter
niedergegangen.  Auf  dem  Polygon  von  Bour.
ges  traf  ein  Blitzschlag  ein  Zelt,  in  dem  eine
Anzahl  Soldaten  Unterkunft  suchte,  tötete  einen
und  verletzte  elf.  Der  Sturm  und  der  Hagelschlag

 

irh.

 

 

richteten  in  der  Umgegend  von  Saint  Menehould
  auf  den  Feldern  und  in  den  Gärten  groben
  Ernteschaden  an.  Auch  das  Weingebiet  von
Reims  hat  beträchtlichen  Schaden  erlitten.

Bukarest,  3.  Juli.  50  Freiwillige  für
Albanien  unter  Führung  von  drei  rumänischen
  Reserveoffizieren  sind  gestern  nach  Albanien
obgegangen.

Paris,  3.  Juli.  Der  Kriegsminister  führte
gestern  vor  der  Armee-Kommission  der  Depntiertenkammer
  neue  Uniformen  vor.  Die  rote
Hose  der  französischen  Soldaten  soll  durch  eine
blaue  ersetzt  werden.  "  Z„

"
Die  Tanersee  elichkeite
in  ien.
Wien,  3.  Juli.

Die  ganze  Ueberführungsfeier  der  Leichen  von
dem  Südbahnhof  in  die  Hofburg  bildete  durch
die  ungeheuer  große  Teilnahme  aller  Schichten
der  Wiener  Bevölkerung  eine  überaus  eindrucevolle
  Trauerkundgebung.  Viele  Männer
und  Frauen  trugen  Trauerflot.  Vielfach  sah  man
auch  in  den  Knopflöchern  die  Lieblingsblume  des
hohen  Paares,  die  Rose,  von  einem  dünnen  Flor
umhüllt.  Die  weite  Bahnh-  söhalle  in  reichem
Trauerschmuck  hallte  von  dem  Schluchzen  und
Weheklagen  wider,  als  der  Zug  mit  den  sierblichen
  leberresten  des  Thronfolgerpaares  langsam
  in  die  Halle  einfuhr.  Mächtig  griff  in  diesem
Augenblick  der  Schmerz  über  das  furchtbare  Unglück
  an  die  Herzen  aller,  welche  Zeuge  der
traurigen  Szene  waren.

Obwohl  die  Jahl  der  Menschen,  die  rings  um
das  Bahnhosgebände  und  an  den  breiten  zur
Hofburg  führenden  Straßen  Aufstellung  genom
men  hatten,  in  die  Hunderttausende  ging,  herrschle
  doch  Grabesstille,  die  nur  beim  Passieren  des
Zuges  von  Schluchen  und  Wehklagen  unlerbrochen
  wurde.  In  diesem  Schweigen,  dieser  letzlen
  Ehrenbezeugung  deer  Wiener  Bevöllerung,
drückte  sich  der  Schmerz  über  den  tragischen
Heimgang  der  Verblichenen  und  die  Liebe  und
Anhänglichleit  an  den  Kaiser  und  das  Herrscherhaus
  aus.

Gestern  abends  versuchte  abermals  eine  zahl
reiche  Menge  zur  serbischen  Gesandtschaft  zu
ziehen,  um  dort  Kundgebungen  zu  veranstalten
Sie  wurde  aber  von  der  Polizei  daran  gehinderl
und  vertrieben.  Die  Menge  sammelte  sich  dann
vor  dem  Palais  der  Erzherzogin  Marie  Therese
und  stimmte  die  Volkshymne  an.  Der  Polizei
delang  es  schließlich  durch  gütiges  Zureden,  die
Demonstranten  zu  zerstreuen.  WMeitere  Versuche
tleinerer  Trupps,  vor  die  serbische  Gesandtschaft
zu  zrrlangen,  wurden  von  der  Polizei  gleichfalls
vereitelt.

In  Belgrad  wurde  vom  Kronpriny  Regenten
Alerander  im  Namen  des  Königs  für  den  Erzherzog
  Franz  Ferdinand  eine  achttägige  Hoftrauer
  vom  29.  Juni  bis  6.  Juli  angeokdnet.

Städl.  Arbeilgamt  Rosenheim.

Offene  Stellen:  Hier:  1  selbst.  Schmeed,
2:  Weber,  1  Hasner,  6  Kellnerinnen,  4  Prl
ratlöchinnen,  3  Mädchen  für  alles,  3  Hausmägde,
  2  Zugehmädchen,  2  Büfeltmädchen,  2  Gathausköchinnen.
  Auswärts:  3  Stall,  3  Unterschweizer,
  90  Feldknechte,  2  Spengler,  1  Kup.
ferschmied,  3  Wagner,  3  Schlosser,  1  Gelbglezer
  und  Metalldreher,  3  Sattler,  1  Säbkler,
2  Gangsäger,  6  Möbelschreiner.  2  WirtsmetztvJer,
  2  Maler,  1  Hausmeister,  50  Stall  uno
Neldmäqde,  6  Gasthausköchinnen,  5  Privattöchinnen,
  3  Mädchen  für  alles,  2  Mädchen

—

neben  der  Frau,  8  Hausmägde,  2  Biermädchen,
  5  junge  Kellnerinnen.

IIXE  EEæXX
Gasthof  und  4
ciehn  oburg  Raueck  München.
Fürkenfelle#se  15  elep##s  8  Fitbe  Man  4

unn  t  eing  *—  rendenztmmer  lol
den  alt  ngel  es  Lit  1
answahlrelche  #ae  Lee  —W
Czwenbräubler  hell  ½  Dunel  *#  eiZ

lW—  Weia###
Slerbr  München

Mosenhel-erstraß  nächst-  Ost-  Bebuho
ra  archlerepan  1,  9,  11  und
Lroer.  scha  *EW3IX  arlen.  Jeden  imnen  ini**
HZamstag  und  Sonntag  Milltärmusik-Ko
vyß  onzert  im  neuer  Enten  Senl
Bürgerbräu  hell  und  dunkel.  Gute  auswa  Moul

Mlllage=  und  Abendbkarte.  Achlungevol  It.
————I  —4

MsnOSahhen.  —

 

chank  von  vorzügl.  Lag  erdler  aus  -*s—[ê
Laul  wenbräu“,  dunkel  u.  hell,  vom  2  Ansn
Küche,  ##t  u.  warme  Spelsen  z.  jeder  Tagen.  G
Wust.  Metzgerel.  GSchöne,  üct  Fremdenzit
mt  allen  n  Tole  EE  wes
Gesüeef  Hn  sed  —

—.  —  ue  u.  Rinde#r#man
—m#  Sans,  Fremdenzimmer  .  zivilen  Pr#r
9322  Noman  Panli,