Full text : Die Deutsche Kriegsliteratur von Kriegsbeginn bis Ende 1915 (Quellensammlung)

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Redners,  gegen  die  ergreifende  Macht  des  Gesanges!  Die  Sprache
macht  erst  den  Menschen  zum  Herrscher  über  das  ganze  Gebiet  des
Sichtbaren  und  verbindet  dieses  mit  dem  Unsichtbaren,  mit  Gott;
sie  gibt  Zeugnis  von  unserer  göttlichen  Abkunft.

Solches  alles  macht  den  Menshen  allein  zum  vollkommensten
Geschöpfe  der  Erde  und  prägt  in  ihm  das  Ebenbild  Gottes  aus.
Durch  solche  Vorzüge  hat  der  Mensch  sich  denn  auch  die  sichtbare
Natur  dienstbar  gemacht  und  sie  zur  Verschönerung  seines  Daseins  benutzen
  gelernt.  Ihre  mächtigsten  Kräfte  sind  ihm  untertan  geworden.
Die  Früchte  des  Feldes  veredelt  er,  nützliche  Tiere  fesselt  er  durch
Liebe  und  Pffege  an  sich,  des  Feuers  Gewalt  wird  sein  Diener,  muß
tip  seine  Lebensmittel  bereiten  uud  schmackhaft  machen  helfen,  muß
ihm  die  Metalle  zu  Werkzeugen,  Waffen,  Geräten,  Münzen  und
tausend  andern  Dingen  des  Bedürfnisses  und  des  Wohlbefindens
umbilden.  Fasern  der  Pflanzen  werden  seine  Kleidung-  Stämme
der  Bäume,  Erde  und  Steine  die  Bestandteile  seiner  Wohnungen
oder  als  Glas,  Porzellan,  Steingut  und  Töpferton  der  Stoff  für
mannigfaltige  Geräte.  Dampf,  Masser  und  Wind  müssen  die  kunstvollen
Maschinen  treiben  und  dem  Menschen  die  Kraft  leihen,  für  die  seine
geschickte  Hand  nicht  ausreicht.

Menschenarbeit  verwandelt  das  öde  Gelände  in  lachende  Saatfelder,
  Sümpfe  in  üppiges  Weideland,  rodet  Wälder  aus,  zieht  Deiche
an  den  Flußufern  entlang  und  wehrt  den  verheerenden  Uberschwemmungen,
  ja  weiß  selbst  den  Meeresfluten  die  fruchtbaren  Marschen
abzugewinnen,  in  denen  zahlreiche  Anbauer  reichlichen  Unterhalt
finden,  —  und  alles  dieses  Land  bedeckt  er  mit  Städten,  Dörfern
und  Gehöften,  deren  Bewohner  sich  vereinigen  zu  gemeinsamer
Tätigkeit  für  ihr  Wohl  und  ihren  Nutzen.

Aber  das  ist  noch  nicht  alles,  was  der  Geist  des  Menschen  in
der  Natur  schafft.  Uber  hohe  Gebirge  baut  er  Straßen  in  das
Nachbarland  und  tritt  mit  diesem  in  Verkehr;  an  den  Meeresküsten
baut  er  sichere  Häfen,  für  seine  Schiffe,  mit  denen  er  die  Meere
durchschneidet,  seinen  Uberfluß  in  die  Ferne  bringt  zum  Austausch
für  Schätze,  die  ihm  seine  Heimat  nicht  spendet,  und  die  er  für  die
Verbesserung  und  Verschönerung  seines  Lebens  verwendet.  Mlanzen
und  Tiere,  Werke  des  Fleißes  und  der  Kunst  gehen  von  einem  Erdteil
  in  den  andern  und,  was  mehr  ist,  auch  die  Gedanken,  die
Ferchungen,  das  Wissen  und  das  Wort  des  Friedens.  Das  plumpe

ahrzeug  auf  unsicherem  Wege,  das  schwerfällige  Ruderschiff  und
das  von  Wind  und  Wogen  abhängige  Segelschiff  gebrauchten  Wochen
und  Jahre  zu  dem  Wege,  den  der  Dampfwagen  und  das  Dampfschff
  in  Stunden  und  Tagen  durcheilen,  und  der  Gedanke,  das