Full text: Briefe und Akten zur Geschichte des Dreissigjährigen Krieges. Neunter Band. (9)

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382 1611 154. 
A Augsburg ! und die der Grafen und Herrm behandelt.? 
. DIE OV. 
April 26. 
Bairische Rechnung.? Bei der Umfrage werden der zu niedrige 
Anschlag, die zu hoch angesetzten Kosten für Proviant und für die 
hohen Aemter, für Kuriere und Schickungen, die Anrechnung erlittener 
Schäden bemängelt. Ebenso werden die fränkischen * und die konstanzer 
Rechnung [fehlt] vorgenommen und schliesslich wird von Baiern erinnert, 
dass jeder Kreis nun zur Zahlung seiner Rechnungen zu schreiten habe. — 
Dem Grafen von Rietberg wird eine Stimme für sich in der Union zu- 
erkannt, so lange nicht andere rheinische Stände in den Bund treten. 
Nachmittagssitzung. Baiern proponiert wegen Vermehrung 
des Vorrats. Trier will das Unionswesen befördern; man soll sich 
dazu einer erklecklichen Defension vergleichen, bei der jeder tut, was er 
kann; friedfertige Stände im Reich und ausserhalb suche man zı 
gewinnen; vielleicht könnte bei einigen Katholischen der Papst durch 
Ermahnungen helfen, unkatholische Stände soll man wenigstens zur 
Neutralität bewegen. Zur Verbesserung der Mängel wäre dienlich, die Ad- 
junkten zeitlich zu berufen und nicht jedesmal Unionstage auszuschreiben. 
Köln schlägt die Erhandlung der Stadt Köln und der Bistümer Lüttich, 
Hildesheim und Münster vor, fügtaber bei, dassmit Münsterallein zu handeln, 
hm wegen der Generalstaaten bisher bedenklich war, dass Hildesheim wegen 
seiner Lage nicht viel Beisprung hoffen kann, in Lüttich bisher geringe Neig- 
ung war und dieStadt Köln ihre grossen Ausgaben vorschützt. — Mainz: 
man muss wissen, ob sich jeder Stand nach der Reichsmatrikel anschlagen 
lassen und wie hoch er sich angreifen will; darnach ist der Anschlag für den 
Bund zu machen und aufeinen neuen Vorrat zu denken; Mainz könnte auch 
für sich auf Moderation dringen, lässt es aber bei der Matrikel. — Aehnlich 
Baiern. — Demnach wird umgefragt,ob jeder Stand sich der Matrikel be- 
quemen will: Trier und Köln, ebenso Strassburg und Passau be 
gehren Moderation und klagen über die Beschwerung ihrer Stifter, während 
die andern es bei der Matrikel belassen wollen. Konstanz beschwert sich 
ı Augsburg stellt an Ausgaben 61396 fl. 15 krz, 5 h. in Rechnung, 
darunter 52000 fi als Darlehen zur Abdankung des Ligavolks; seine (Quote 
betrug 33252 fl. (Winz., a. a. O.). 
? Die Grafen und Herrn legten eine Rechnung mit 26329 fl. 46 krz. 
für erlittene Schäden und gelieferten Proviant vor; von der Quote hatte 
nur a robenius Graf von Helfenstein 2604 fl. erlegt (Mc., Entstehung, Fasz. L, 
no. 9; Or.). 
® Die Detailrechnung fehlt; Baierns Quote wurde mit 95056 fl. be 
rechnet, der vom Herzog geleistete Vorschuss (ohne die Ausgaben) betrag 
129053 fl. (Winz., a. a. Ö.). 
“ Bamberg und Würzburg verrechnen an Ausgaben für Werbung eines 
Regiments Knechte und dreier Kornete Reiter 162860 fl. 8 krz,, wovon auf 
Bamberg 69650 fl. 51 krz., auf Würzburg 93209 fl. 17 krz. treffen; an 
der gr hatte Bamberg 9600 fl, Würzburg 30500 fl. bezahlt (Wmz, 
a. a. O.).