Volltext : Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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nemmen,  ingredi  iler  pedibus  Maaler;  etwas  unter
die  fusze  treten,  verachtend;  einem  etwas  unter  die
hand,  den  fusz  geben,  heimlich  ratend;  einen  unter  die
erde,  unter  den  boden  bringen,  seinen  Tod  veranlassen;
da  kuam  mir  in  der  vorstadt  ein  reisender  kaufmann
unter  die  nugen  C  FMeyer  Pesc.  93;  er  soll  mir  nie
wieder  unter  die  augen  treten!;  einem  etwas  unter  die
nase  reiben,  sagen,  vgl.  nase  19;  alle  unter  einen  hut
bringen,  vgl.  unter  hut;  unter  die  waffen  treten;  trommeln,
  die  das  kleine  heer  unter  die  waffen  riefen
Hauff  6,  91;  ein  land  unter  wasser  setzen.  es  überschwemmen;
  das  schiff  geht  unter  segel;  in  Bezug  auf
Gewalt,  Rang:  sieh  unter  einen  stellen,  beugen;  unter
das  gesetz  gethan  Gal.  4,  4;  (wir)  nemen  gefangen
alle  vernunft.  unter  den  gehorsam  Christi  2.  Cor.  10,  5;
auf  Gemeinschaft:  lieszen  in  durch  die  ziogel  ernieder
mitten  unter  sie  Luc.  5,  19;  der  unter  die  mörder  gefallen
  war  10,  36;  er  kommt  wenig  unter  leute;  es  ist
mir  gunz  unmöglich,  unter  menschen  zu  geben  Schiller
Kab.  5,  6;  unter  die  solduten  gesteckt  werden;  eine
nachricht,  geld  unter  die  leute  bringen,  u.  s.  w.;  von
Gegenständen:  etlichs  fiel  unter  die  dörnen  Matth.  13,7;
salz  unter  die  speise,  wasser  unter  den  wein  thun,
den  pferden  häckerling  unter  den  haler  mengen;  under
den  most  thön  oder  vermischlen,  in  mustum  addere
Maaler;  u.  a.  e)  in  einigen  zeitlichen  Verbindungen
mit  Gen.:  unter  essens  Adelung;  unter  weges,  dafür
auch:  dasz  einer  unter  wegens  ist  Lessing  an  EKönig
1770;  vgl.  unten  die  Zusammenrückungen  unterwegs,
unterdes.  1)  unter  in  untrennbaren  und  ktrennbaren  Zufammensetzungen
  mit  Verben  in  gleicher  Weise  wie  uber
(s.  d.)  sich  verhaltend;  auch  hier  vereinzelte  Mischungen
beider  Reihen  (vgl.  unterdruücken,  Tlaufen,  ZTiegen,  sschieben,
  u.  a.)

Unter,  m.  Flgur  im  deutschen  Kartenspiele,  Bube,
sranz.  v##e  im  15.  Ih.  noch  der  untere  Adelung,  bei
Campe  untere  und  unter;  jetzt  nur  in  letzter  Form:
einen  unter  haben,  mit  einem  unter  stechen,  die  vier
unter  der  karte.

Unterabtellung,  f.  weitere  Abteilung  eines  schon  abgeteilten
  Dinges.  —  Untcrarm,  m.  unterer  Teil  des

rmes.  —  Unterhau,  m.  unterer  Teil  eines  Baues,
Grundbau:  dom,  welcher  auf  sehr  gewölbtem  unterbau
steht  Moltke  6,  97.  —  Unterbekt,  n.  unteres  Bettstück
Schiller  Näub.  1,  2.  —  unterbinden,  untreunbar,  durch
Binden  am  untern  Ende  an  Entwickelung  oder  Schaden
hindern;  eigentlich:  die  nibelschnur  ist  nicht  unterbanden
  worden  Schiller  Räub.  1,  2;  bildlich:  ist
dieser  besitzung  die  weitere  entwickelung  unterbunden
Bismarck  Red.  14,  171;  dasz  hier  eine  ungeheuere
volkskraft  ..  kunstlich  unterbunden  war  Treitschke
5,  4;  —  trennbar,  unter  etwas  anderes  binden:  er  bat
sich  fllzähacken  untergebunden.  unterbleiben,  untrennbar,
  nicht  in  die  Höhe  kommen,  wegbleiben,  unterlassen
  werden:  du  wirst  schen,  es  unterbleibt  nicht,
eærperieris  Koc  cerfo  cerdus  ebenfura  esse  Stieler;
die  wintersnat  muszte  auf  einem  guten  theile  der  felder
unterbleiben  Häusserd.  Gesch.  3,  133.  —  unterbrechen,
untrennbar,  mhd.  underbrechen,  abbrechend  dazwischen
treten,  rede,  urbeit,  geschüft;  hugel,  die  von  tiefen
Schluchten  unterbrochen  waren  Novalis  Osterdingen
47;  einen,  in  einer  Beschästigung:  wenn  ich  die  worin
unterbreche  Schiller  Kab.  2,  3;  in  einer  Rede:  unterhrich
  mich  nichl  Fiesko  2,  13;  Part.  ein  unterbrochenes
fest.  stelldiehein  u.  ä.  —  unterbreilen,  untrennbar,  breitend
  vorlegen:  substernere  underdreiten  Dief.;  in
neuerer  Spr.  besonders  von  Schriftstücken,  Darlegungen:
er  unterbreitete  ihm  den  brief  zur  unterschrift;  ideen.
die  ich  hiermit  Ihrer  kritik  unterbreite  Bismarck  Red.
10,  73;  —  trennbar,  unter  etwas  breiten:  er  breitete
ihm  einen  teppich  unter.  —  unterbringen,  in  älterer
Sxr.  untrennbar,  =  unterwersen:  das  land  ist  unter

Unter  —  unterbringen.

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bracht  fur  dem  herrn  1.  Chron.  23,  16;  neuer  trennbar,
unter  etwas  bringen,  in  Schutz,  Obhut  u.  ä.,  einen
jungen  in  die  lebre,  getreide  in  die  scheune;  er  hut
sein  geld  gut  untergebrucht;  ich  habe  sie  (die  Truppen)
bei  den  kapuzinern  untergebracht  Schiller  Fiesko  3,  4;
zur  Heirat:  er  hat  von  seinen  töchtern  noch  keine
untergebracht.  —  Unterbruch,  m  Handlung  des  Unterbrechens,
  erst  in  jetziger  Spr.  für  unterbrechung:  ging
die  entwickelung  gunz  frisch  und  ohne  unterbruch  von
statten  Keller  Werke  2,  140;  dröhnend  sonder  unterbruch
  CFMeyer  Ged.  66.

Unterdes,  Zusammenrückung  von  allgemein  hinweifendem
  Gen.  des  mit  onter  (s.  d.  36):  hot  sich  unterdesz
  zuruekgezogen  Schiller  Kab.  2,  3;  die  kammerjungfer
  suchte  unterdesz  hinter  allin  hecken  herum
Eichendorff  Taug.  29;  in  erweiterter  Form  tvogl.
dessen  unter  der):  unter  dessen  ..  erzähl  ich  der  residenz
  eine  geschichte  Schiller  Kab.  2,  7;  in  Verbindung
  mit  dasz:  unterdessen  dasz  ew.  (Neclienz  dieses
besorgen  3,  1;  in  leiser  gegensätzlicher  Verwendung,  wie
immerhin,  jedoch:  ich  habe  (bei  einer  Declamation)
nichts  als  vocale  gehört  .  unterdessen  ist  es  meine
schuldigkeit  mich  für  eine  so  liebenswürdige  intention
dankbar  zu  erweisen  Goethe  Wahlverw.  2,  5.  —  nuterdrücken,
  zu  Boden  drücken  und  dadurch  hindern  oder
beseitigen;  im  1.1.  Jh.  als  neues  Wort  verspottet  (vgl.
Socin  Schriftspr.  535),  in  älterer  Spr.  ktrennbar:  wir
werden  untergedruckt  2.  Cor.  4,  9;  aber  auch,  wie  jetzt,
aunntrennbar:  gott  hat  ..  die  feinde  unterdruckt  1.  Macc.
12,  15;  arme  (Hiob  20,  19),  niedere,  gegner,  eine  antwort
  (Schiller  Kab.  3,  6),  thrünen  (3,  4),  ein  buch,
eine  zeitung  unterdrucken;  unterdrücken  Sie  eine  zeitlang,
  dusz  Sie  vater  sind  Kab.  3,  1;  die  die  unterdruckte
  tugend  ehrt  Schrift.  3,  175;  cin  in  unterdruckten
lauten  geführtes  gespräüeb  CF  Meyer  Ang.  Borgia  142;
substantivisch:  unterdruckte,  geplagte  heulen  zu  ihm
aut  Schiller  Ränb.  5,  I.

Unterfangen,  untrennbar,  mhd.  undervähen.  durch
Unterfassen  stützen;  in  der  Spr.  der  Maurer,  eine  mauer,
wand,  cin  gewölbe;  desselben  jars  unterfieng  man  den
Tiergartner  turn  D.  Städtechr.  10,  286;  allgemein  —
ergreisend  beginnen,  etwas:  es  nehme  jbn  wunder,  was
Casar,  oder  auch  die  Römer  in  seinem  landt  Gallia
underüngen  Zinkgref  1,  400;  refl.  —  sich  eines  Dinges
annehmen,  ausführend,  helsend,  stützend:  wolten  sich
der  sach  der  geistlichen  nit  underfachen  D.  Städtechr.
3,  118;  er  unterfünget  sich  mehr,  als  er  nusrichten  kan,
mdores  viribus  res  aggreditur  Stieler;  wenn  trüumend
  s.  zu  schaun  in  kunftge  zeiten  ich  wich  unterling
  Freiligrath  1,  139;  in  tadelndem  Sinne:  verwegener!
  was  unterfangt  ihr  cuch,  in  euren  blotgen
frevel  mich  zu  flechten?  Schiller  M.  Stuart  1,  1;
unterfüngt  Er  sich,  hier  .  za  leugnen?  Hrfleist
zerbr.  Krug  7;  —  dazu  Ins.  als  Subst.:  ihr  unberedter
mund  bostraft  sein  unterfangen  Uz  2,  196;  waleh  ein
schulwidriges  onterlangen  Keller  Nachl.  214.  —
untersassen,  trennbar,  von  unten  ber  sassen,  zur  Stütze:
er  faszte  ihn  unter,  unter  den  Arm.  —  Untersutter,  n.
untergelegtes  Futter  eines  Kleidungsstücks.

Untergang,  m.  Gang  binunter,  mhd.  undergane:
u.  der  sonne,  des  mondes:  Bezeichnung  der  entsprechenden
  Himmelsgegend:  am  groszen  meer  gegen  der  sonnen
untergang  Jos.  23,  4:  auf  dem  meerschiff  ist  es  (das
Herrschergeschlecht)  gerommen  von  der  sonne  röthliehtem
  untergang  Schiller  Br.  v.  Mess.  207;  Gang
zu  Grunde,  Verderben:  #eue'  undergang  Dief.;
des  winters  untergang  Hagedorn  Od.  4,  9;  non  ist
mein  untergang  beschlossen  Schiller  Karl.  3,  6;  untergang
  des  vaterlandes  Treitschke  1,217;  in  älterer  Spr.
auch  =  Gang  dazwischen,  schiedsrichterlicheDazwischenkunft:
  begert  einer  eins  undergangs  von  dem  undern
Weist.  1,  17;  Begebung  der  Grenzen:  ein  undergang

Unterbruch  —  Untergang.