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Unter den Großstädten wies Frankfurt a. M mit 185,3% ° die geringste Sterblichkeit
auf; es folgen zunächst Barmen, Bremen, Elberfeld, Hannover, Stuttgart,
Altona, Düsseldorf, Berlin, Dresden und Hamburg (220//), sodaß der Gesundheitsstand
in fast der Hälfte aller Großstädte als günstig bezeichnet werden kann. Ueber 275.0% 0
stieg die Sterblichkeit nur in Breslau (278,)), Königsberg (289,8) und Chemnitz (294,3).
Eine Sterblichkeit von mehr als 300,0% 0% wurde weder in den Großstädten, noch in
den Städten mit 40 000 bis 100 000 Einwohnern beobachtet. Von letzteren hatte
Elbing mit 294,1%% die höchste Sterblichkeit zu verzgeichnen, während andererseits Kassel
nur 167,5 % 00 Todesfälle aufwies.
Die Säuglingssterblichkeit blieb in 76 von 225 Orten oder in etwa ebenso vielen
Orten, wie in den beiden Vorjahren, unter 20,0 auf je 100 Lebendgeborene. Am
geringsten war sie in Göttingen mit 10,, demnächst in Neunkirchen und Remscheid mit
je 12,0%. Außer diesen 3 Orten hatten noch 15 unter 15,0% Todesfälle unter den
Säuglingen aufgmveisen. Ueber ein Viertel der zuvor genannten 76 Orte, nämlich 22,
liegen in der niederrheinischen Ebene, denen sich zahlreiche Orte im Nordsee-Küstenlande,
in Mitteldeutschland und in der oberrheinischen Tiefebene anschließen. Außerhalb der
genannten Gebiete finden sich 17 Orte, darunter allein 8 in größerer oder geringerer
Nähe von der Küste. Schleswig, Neumünster, Kiel, Lübeck, Schwerin. Wismar, Nostock,
Memel. Den Centren mit vergleichsweise höchster Säuglingssterblichkeit gehörten davon
nur Friedenau. Gr. Lichterfelde und Bautzen an. Bemerkt sei noch, daß sich in dieser
Gruppe von Orten mit günstiger Säuglingssterblichkeit auch die Großstädte Elberfeld
(15,6%), Frankfurt a. M. (16,0), Barmen (18.0), Hannover (18,6), Bremen (19,4) und
Altona (19,9), immerhin also ein Viertel aller Großstädte, vorfinden.
Eine vergleichsweise hohe Säuglingssterblichkeit von 30,0% und darüber wurde
in 32 oder 14,2% aller Orte gegen 9,8 und 17,1½ in den Jahren 1888 und 188) beobachtet.
Von diesen liegen im brandenburgischen Centrum Tegel. Tempelhof, Nirxdorf,
Friedrichsfelde, Nieder= und Hohen-Schönhausen, Reinickendorf, Lichtenberg. Weißensee
(46,/2⅝%), Brandenburg, im schlesisch-jächsischen Langenbielau, Schweidnitz (40,2), Hirschberg,
Liegnitz, Görlitz, Chemnitz, Werdau, Crimmitschau, Meerane, Zwickau, Gera, im
Südcentrum Regensburg, Amberg, Ingolstadt (46,/13% — Hoöchstbetrag), Augsburg,
München. Neben letzterer Stadt und Chemnitz sind von Großstädten noch Stettin und
Königsberg vertreten. Wie diese Großstädte wiesen auch die noch verbleibenden vier
Orte Grabow, Grandenz, Gnesen, Lindenau im Berichtsjahre eine ihrem Durchschnitt
ziemlich entsprechende Säuglingssterblichkeit auf.
Die Sterblichkeit der über 1 Jahr alten Personen war eine verhältnißmäßig
hohe (190,0%60 und darüber) in den Universitätsstädten Bonn, Göttingen, Greifswald,
Gießen, Erlangen, Würgburg, wo die in den Krankenhäusern gestorbenen Ortsfremden
die Sterbeziffer allerdings höher erscheinen lassen, als sie wirklich ist, ferner in
einigen Berliner Vororten, in Memel, Tilsit, Schleswig, Posen, Neustadt, Landsberg
(1881/90 nur 162),2, Linden (270,2 %0% — Höchstbetrag), Altenburg, Amberg, Bamberg
(1881,90 nur 171,0% o0)) und Regensburg. Es sei hervorgehoben, daß in allen diesen
21 Orten die Sterblichkeit an akuten Erkrankungen der Athmungsorgane nicht nur über
den Gesammtddurchschnitt (27,15/90%), sondern auch über den für jeden Ort einzeln berechneten
Durchschnitt hinausging mit der Abweichung allein, daß dieselbe in Landsberg
nur 20,9 und in Erlangen zwar 42,5, im Durchschnitt daselbst aber sogar 44,6%% 0
betrug. Dazu kommt, daß die betreffenden Sterbeziffern auch an sich betrachtet recht
hoch waren, da solche von 40,0%00 und darüber in nicht weniger als 11 von den 21
Orten erreicht wurden. Dieses Merkmal unterscheidet die genannten Orte besonders von
denjenigen, welche sich einer verhältnißmäßig geringen Sterblichkeil der über 1 Jahr