Full text : Der Krieg gegen Frankreich und die Einigung Deutschlands.

Sechzehnter  Abschnitl.
Das  Ende  des  Krieges  in  den  Provinzen.

»»»  E—  1.  Jannar  erging  von  Versailles  aus  der  Befehl,  Chaugy  energisch  an-N
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»  bei  Chartres  und  in  der  Linie  Orléans  —  Blois  ·-  Vendome  zur  Verfügung  hatte,
ordnete  den  Anmarsch  so  an,  daß  von  Nordwesten  her  auf  dem  rechten  Flügel  das
13.  Korps,  wie  jetzt  die  17.  und  22.  Division,  unter  dem  Oberbefehl  des  Großherzogs
  von  Mecklenburg  vereinigt,  bezeichnet  wurden,  von  Chartres  durch  die  ihnen
7  bereits  wenig  vorteilhaft  bekannte  Perche  auf  Brou  und  Nogent  le  Rotrou,  in  der
4  *  Mitte  das  9.  Korps  (dessen  25.  Division  in  Orléans  zurückblieb)  über  Morée  und
St.  Calais  und  das  3.  Über  Vendöme  am  Loir,  das  10.  von  Südosten  her  über
St.  Amand  auf  Montoire  marschieren  sollten.  So  wurde  gewissermaßen  ein  Keil
**  hergestellt,  dessen  Spitze  auf  Le  Mans  gerichtet  war,  einen  strategisch  sehr  wichtigen
Punkt  an  der  Sarthe,  weil  er  der  Knotenpunkt  von  fünf  Eisenbahnen  war.  Chanzy,  der  hier
123,000  Mann  hatte,  trug  sich  unausgesetzt  mit  dem  Plane,  Paris  zu  entsetzen,  und  hatte
daher  unwillig  vernommen,  daß  die  erste  Loirearmee  unter  Bourbaki  nach  dem  Süden  gegangen  war.  Dennoch
wollte  er  vorwärts,  und  weil  auch  Prinz  Friedrich  Karl  die  gleiche  Absicht  hegte,  waren  heftige  Zusammenstöße
  umausbleiblich.  Die  Natur  der  Gegend  er-  G
schwerte  die  Kriegführung.  Das  Land  zwischen
Loir  und  Sarthe  trägt  wechselvolle  Bergzüge
zwischen  steilwandigen  schnellen  Flußläufen.  Es
ist  überall  fruchtbar  und  dicht  bebaut;  meist  liegen,
wie  in  Schleswig-Holstein,  an  das  die  dorther
stammenden  84er  und  85er  erinnert  wurden,  die
Höfe  einzeln,  umgeben  von  Knicks,  Hecken  und
Gräben;  daher  ist  die  Verteidigung  bequem,  der
Angriff  schwierig.  Die  Straßen  führen  vielfach
durch  Engpässe,  nirgends  bieten  sich  weite  überblicke;
  Artillerie  und  Kavallerie  lassen  sich,  wie
in  der  Beauce,  schwer  verwerten.  Die  Infanterie
  muß  das  Beste  thun,  doch  auch  sie  kann
nicht  aus  tiefen  Kolonnen  aufmarschieren,  und
die  Einzelhandlung,  der  rasche  Entschluß  finden
hier  freie  Anwendung.  Der  Stier  mußte  bei  den
Hörnern  gepackt  werden,  die  höhere  Führung  sich  auf  ein  einfaches  Vorwärtsdrücken  beschränken.  Die  kurzen  Tage
gestatteten  kaum,  errungene  Vorteile  auszubeuten;  die  Kälte  gebot,  möglichst  das  Biwakieren  zu  vermeiden  und
BgI.  auch  den  Schlachtplan  auf  Tafel  11.

Vor  se  Mans.“