Full text : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1807. (2)

653
erlaube,  sondern  obige  Bestimmungen  durchgehends
  unverruͤckt  beibehalten  werden.

Muͤnchen,  den  9.  Februar  1807.

Max  Joseph.
Frepherr  von  Montgelsas.
Auf  kdniglichen  allerhechsten  Befehlvon
  Flad.

(Mit  einer  beypgelegten  Abbildung  V.I.)

 

(Die  Uniformirung  und  Organisirung  des  bürgerlichen
  Militärs  in  den  Städren,  Flecken  und
Märkten  des  Königreichs  betrefsend.)

Wir  Maximilian  Joseph,
von  Gottes  Gnaden  König  von  Baiern.

Die  bekannten  Verdienste,  womit  sich  während
  der  bisherigen  Kriegs  Jahre  das  Bürger-Militär,
  da  wo  es  statt  der  in  das  Feld
gezogenen  Varerlands  =  Vertheidiger  zum
Schuze  der  Einwohner,  des  Eigenthums  und
der  Geseze  den  Weffendienst  versah,  und  in
diesem  ehren  vollen  Dienste  mit  Hintanse#ung
aller  Privat-Rücksichten  und  Bequemlichkeiten,
  oft  sogar  mit  persönlicher  Gefahr,  sich
auszcichnete,  beweisen  den  hohen  Grad  der
Riuzlichkeit,  welchen  eine  solche  Anstalt,  wenn
nte  allgemein  eingeführt  ist,  der  innerlichen
Ruhe  und  Sicherheit  zu  leisten  vermag.

Wir  haben  Uns  daher,  über  die  Bildung
fümelicher  bürgerlicher  Gemeinden  in  den  Städten,
  Flecken  und  Märkten  Unsers  Königreiches
  nach  einem  und  demselben  Maasstabe  in
militdrische  Korps,  umständlichen  Vortrag
machen  lassen,  und  hierauf  folgendes  beschlossen:



 

65

In  Betreff  der
Formation.
Kann  eine  Stade,  Marke,  oder  Flecken  nur
20  dienstbare  Mann  aufstellen,  so  kommandirt
  dieselben  ein  Unterlieutenant,  welchem
aà  Korporäle  und  #  Tambour  beygegeben  sind.

Zu  40  Mann  ist  #r  Ober  und  1  Unterlieutenant
  mit  1  Sergeanten,  3  Korporälen  und
1  Tambour  bewilliger.

Eine  Kompagnie  muß,  den  Pionier  eingerechnet,
  wenigstens  aus  66  Mann  mit  Feuer:
Gewehren  bestehen,  und  bei  derselben  können
1  Haupimann,  1  Oberlieutenant,  1  Unter-Lieutenant,
  !  Feldwaibl,  1  Sergeant,  4  Korporäle,
1  Pfeiffer,  und  z  Tambours  angestellt  werden.

Vermehrt  sich  die  Kompagnie  über  90  Köpfe,
  so  kömmt  noch  ein  Unterlieutenant  und
2  Korporäle  dazu.

Vier  solcher  Kompagnien  formiren  ein
Bataillon,  von  welchem  die  rechte  Flügel=Kompagnie
  eine  Grenadier-Kompagnie  ist.

Wo  mehrere  Baraillons  erxistiren,  hat  das
lezte  Bataillon  die  Grenadier:  Kompagnie
auf  dem  linken  Flügel.

Eine  bürgerliche  Gemeinde,  welche  nach
obiger  Bestimmung  kein  Bataillon  aufbringen
  kann,  hat  keine  Grenadiere;  eben  so

darf  ein  solches  Bataillon  auch  nur  eine
Fahne  führen.  5  ç

Das  Bataillon  wird  durch  einen  Seabs=Offizier,
  welcher  einen  Adjutanten  an  der
Seite  har,  geführt,  und  kann  auch  Hautboisten
  haben.

Finden  sich  in  einer  Stadt  oder  einem
Markte  so  viele  Individuen,  als  zur  Formitung
  einer