III.
IV.
VI.
335
Provinzialgemüsestelle oder die von ihr benannten Stellen erteilt. Jeder Beförderungsschein
muß neben der Angabe der zu befördernden Menge und dem Stempel der Provinzialgemüsestelle
die Angabe des Empfängers sowie die Unterschrift des Ausstellers tragen.
Für jeden Beförderungsschein ist vom Antragsteller eine Gebühr von höchstens 0,30 (X an
die Geschäftsabteilung der Provinzialgemusestelle oder an die Kreisstelle zu entrichten. Der
Antragsteller ist berechtigt, die Gebühr dem Empfänger der Ware in Rechnung zu stellen.
Die Gültigkeitsdauer der Beförderungsscheine erstreckt sich auf höchstens 5 Tage.
Von der Absatzbeschränkung bleibt unberührt der Absatz durch den Erzeuger an den Verbraucher,
wenn nicht mehr als 5 kg an den gleichen Verbraucher abgesetzt werden, sowie der
Absatz durch den Kleinhändler und der Verkehr auf öffentlichen Märkten.
Beim Absatz von Gemüse zur Erfüllung der von der Reichsstelle für Gemüse und Obst (Geschäftsabteilung)
abgeschlossenen oder von der Verwaltungsabteilung der Reichsstelle oder
einer Landesstelle genehmigten Verträge darf die Erteilung des Beförderungsscheins nicht
verweigert werden.
Beschwerden über Versagung des Gemüse-Beförderungsscheins werden von der Verwaltungsabteilung
der Provinzialgemüsestelle endgültig entschieden.
83.
Alle Besitzer von Kohlrüben, Runkelrüben und Möhren aller Art haben der Provinzialgemüse—
stelle und der zuständigen Kreisstelle auf Erfordern Auskunft über die bei ihnen vorhandenen Mengen
nach Gewicht und Art zu geben. Sie sind ferner verpflichtet, die Ware pfleglich zu behandeln, nach Bedarf
auch zu bewachen. Der Verbrauch oder die Verarbeitung im eigenen Haushalt oder Betriebe bleibt
zulässig.
I.
II.
814.
Die Besitzer haben die Kohlrüben, Runkelrüben und Möhren aller Art, soweit sie nach dieser
Verordnung einer Absatzbeschränkung unterliegen, auf Verlangen an die Geschäftsabteilung
der Provinzialgemüsestelle käuflich zu liefern und auf Abruf zu verladen. Für diese Ware
ist ein angemessener Preis zu zahlen, der unter Berücksichtigung der auf Grund der Ver—
ordnung über Gemüse, Obst und Südfrüchte vom 3. April 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 307)
festgesetzten Höchstpreise sowie der Güte und Verwertbarkeit der Ware im Streitfalle von der
Geschäftsabteilung der Provinzialgemüsestelle festgesetzt wird. Für Ware, welche sich nicht
mehr beim Erzeuger befindet, werden entsprechende Zuschläge gewährt, deren Höhe im Streitfalle
die vorbezeichnete Geschäftsabteilung festsetzt.
In keinem Falle darf der dem Erzeuger zu gewährende Preis denjenigen Betrag übersteigen,
der für die gleiche Menge und Güte auf Grund eines Lieferungsvertrages der im § 2
Abs. V. bezeichneten Art zu zahlen ist.
8 65.
Das Eigentum an Kohlrüben, Runkelrüben und Möhren aller Art kann auf Antrag der
Provinzialgemüsestelle durch Anordnung der zustandigen Behörde auf die in dem Antrage
bezeichnete Person übertragen werden. Die Anordnung ist an den Besitzer zu richten. Das
Eigentum geht bei abgeernteten Kohlrüben, Runkelrüben und Möhren aller Art über, sobald
die Anordnung dem Besitzer zugeht. Sind die Rüben noch nicht abgeerntet, so tritt der Eigentumsübergang
erst mit der Aberntung ein. Der von der Anordnung Betroffene ist verpflichtet,
die BVorräte bis zum Ablauf einer in der Anordnung zu bestimmenden Zeit zu verwahren
und pfleglich zu behandeln.
II. Liegt die Aberntung auf Grund eines Pachtvertrages oder eines sonstigen Vertrages einem
III.
IV.
Dritten ob, so tritt dieser an die Stelle des Besitzers, dem die Anordnung zugestellt ist.
Namentlich bleibt der Dritte verpflichtet, die Aberntung sorgfältig auszuführen.
Der Übernahmepreis wird in den Fällen des § 5 Abs. I und II unter Berücksichtigung der
auf Grund der Bundesrats-Verordnung vom 19. März 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 243) und
auf Grund zu der Verordnung vom 3. April 1917 über Gemüse, Obst und Südfrüchte (Reichs-Gesetzbl.
S. 307) festgesetzten Höchstpreise sowie der Güte und Verwertbarkeit der Ware von
der zuständigen Behörde bestimmt.
Hat der Besitzer der Aufforderung einer zuständigen Behörde zur Überlassung der Vorräte
innerhalb der gesetzten Frist nicht Folge geleistet, so ist ein nach freiem Ermessen festzusetzender
Abzug zu machen.