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1192. rung ihrer kaum entworfenen Pläne nicht weiter vor, und so kam
1. dan es, daß der Kaiser auf dem am 13. Januar 1192 zu Worms') gehaltenen
Reichstage fast gar keinen Widerspruch fand, sondern seine
Absichten ungehindert verwirklichte.
Aber eine Angelegenheit, welche der Kaiser dort auch ganz nach
eigener Machtvollkommenheit entschied, wurde für ihn verhängnißvoll:
denn die an sie sich anschließenden Verwickelungen wuchsen
zu solchem Umfange an, daß sie binnen kurzem Heinrichs VI. Sache
auf einen Punkt der äußersten Entscheidung brachten. Denn diese
Angelegenheit gab den Grundstock ab, an welchen sich alle dem
Kaiser feindlichen Elemente ansetzten, den Mittelpunkt, um den sich
ein großer, ungemein umfassender Fürstenbund bildete, an dem
Heinrichs VI. Macht einen Augenblick zu zerschellen drohte. Es
war dies der Streit, welcher sich in Folge der zwiespältigen Bischofswahl
in Lüttich entspann.
Nachdem der letzte Bischof von Lüttich, Rudolf, von dem
Kreuzzuge, dem er sich angeschlossen hatte, nicht zurückgekehrt war,
hatte man zu einer Neuwahl schreiten müssen. Doch konnten sich
die beiden einander gegenüberstehenden Parteien nicht über eine
ihnen gleichmäßig zusagende Persönlichkeit einigen und so kam es,
daß von der einen Albert, von der andern Rudolf erkoren wurde.
Albert, ein schlichter, friedfertiger Mann, stammte aus dem Geschlechte
der Grafen von Retest; für Rudolf legte sein Bruder, der
mächtige Graf Heinrich von Brabant, sein ganzes Ansehn in die
Wagschalc. ) Keiner von beiden wollte auf die Wahl verzichten;
man ging den Kaiser um eine Entscheidung an. Der Ausweg aber,
welchen dieser einschlug, war Niemandem genehm: er verwarf einen
wie den andern der beiden Gewählten und kraft kaiserlicher Machtvollkommenheit
ernannte er einen dritten, den Propst Lothar von
Bonn, zum Bischofe von Lüttich.', Zu dieser Wahl mochte den
Kaiser nicht sowohl die verwandschaftliche Beziehung bestimmen, in
der er zu Lothar stand — derselbe war ein Oheim seiner Gemahlin
Constanze —, als der Wunsch, dem vielfach als tüchtig bewährten
Mann eine Entschädigung zu Theil werden zu lassen für die Krän-1
Ann. Colon. max. p. 802: sententia episcoporum et principum
in octava epiphanic. amoto, eo quod non canonice intras-2)
Sigeberti Contin. Aduicinct. set, Lotharium Bunnensem preposi-Non.
88. VI, p. 429. tum eubstituit, quem ad audientiam
3) Ann. Colon. max. Il. o. Al- apostolici Albertus statim vocavit.
berto Leodiense olecto ibidem ox