Full text : Deutsche Geschichte. Zweiter Band. (2)

278  12.  Bom  Frieden  von  Tilfit  bis  zum  Frieden  von  Wien.  1807—1809.

lichen  Gefechten  in  Italien  von  Hier  durch  die  Nachrichten  von  dem
Bordringen  der  Franzofen  an  der  Donau  zurücgerufen,  auf  weiten
Umweg  an  die  ungarijche  Grenze  gelangt  war;  allerdings  hatte  er
am  14.  $uni  an  der  Raab  unglücklich  gegen  den  Bizefönig  Eugen
gefämpft,  jedoch  den  Vormarfc  fortgefeßt  und  in  Pregburg  den
Befehl  feines  Bruders,  des  Oberfeldheren,  nad)  dem  Schlachtfeld
zu  marjchieren,  erhalten.  Am  5.  Suli,  abends  gegen  jechs  Uhr,
näherte  fich  die  franzöfiiche  Armee  der  Stellung  der  Öfterreicher  bei
Wagram  auf  den  Höhen  Hinter  dem  Nußbadh:  ein  Angriff  wurde
noch  unternommen,  ward  aber  zurücgeichlagen  und  wenig  fehlte,
daß  eine  Niederlage  der  Angreifer  Daraus  wurde:  am  6.  ernieuerte
fich  der  Kampf,  den  Napoleon  felbft  Yeitete.  Die  Öfterreicher,  die  mit
großer  Tapferkeit  fochten,  wurden  nad)  und  nad)  aus  ihrer  Angriffsftellung
  in  die  der  Verteidigung  gebracht:  noch  hoffte  man,  auf  dem
Iinfen  Flügel  den  Erzherzog  Sohann  erjcheinen  zu  jehen,  der  aber
erft  um  fünf  Uhr  in  Siebenbrunn  eintraf,  zu  |pät,  um  nod)  einzugreifen;
  nad)  Mittag  Hatte  man  ich  entjchliegen  müfjen,  die
Schlacht  abzubrechen  und  den  Nücdzug  anzutreten,  zu  einer  Zeit,
wo  er  fih  noch  in  guter  Ordnung  vollziehen  fonnte.  Das  tapfere
Heer  ließ  dem  Sieger  feine  Trophäen,  e3  nahın  im  Gegenteil  felbjt
elf  Kanonen,  zwölf  Adler  und  Fahnen  und  fiebentaufend  Gefangene
der  Frangofen  mit  fih:  mit  hohen  Ehren  war  die  Schlacht  ver-Ioren,
  aber  fie  war  verloren.

Kapoleon  folgte  dem  rücdziehenden  Heer  langjam.  Erft  am
14.  Juli  erreichte  man  bei  Znaim  die  Öfterreicher  wieder  und  e3
fam  bier  gleich  zu  einem  erbitterten  Gefecht,  da3  noch  andauerte,
al3  die  Nachricht  anlangte,  daß  ein  Waffenftillftand  gejchloffen
fei,  zu  Ynaim  am  15.  Suli.  Diefer  feßte  Napoleon  inftand,  den
srieden  vollends  zu  erzwingen,  denn  er  bejtimmte  eine  Demarkationglinie,
  welche  der  franzöfiichen  Armee  das  Erzherzogtum,  den  Kreis
von  HBnaim  und  Brünn,  Steiermark,  Kärnten,  Krain,  Sitrien,
Zirol,  Vorarlberg,  viertaufend  Duadratmeilen  Landes  mit  acht  613
neun  Millionen  Einwohnern,  überlieferte.

Was  Napoleon  zum  Frieden  ftimmte,  war  Har.  Er  Hatte  feine