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blitzsanber; von einer Speise, kräftig, nahrhaft: du
solt dich an ain saubere und kain sehleekerhastige
speis gewenen Frölich Stob. 480; behutsam: ctwas
tauber anfassen, sauber mit etwas rerlahren, vgl.
süuberlich; sprichwörtlich: sanber ins dork, die bauern
sind trunken!; sufer ins dorf Brant Narrensch. 72, 31;
geheuer, ordentlich, in Bezug auf Zustände und Handlungen:
wie er nuch wieder einmal zuruck wolle,
wenn's sauber sei im reich Hebel 2, 212; (ein Mann
der) sonst thut, was nicht siuber ist Geibel 2, 136;
von Reden, ordentlich, correet: wie sauber sie ihm abkappte
Schiller Räunb. 1, 3; das alles war recht sauber
und verbindlich Freytag Handschr. 2, 124; auch fonst
— geziemend: knie nieder, Florens, sauber knie da
niecker Tieck Oct. 312; — dagegen ist sauber in ironischer
Verwendung allgemein, als Adj.: was dergleichen
sauberer licler mehr sind Garg. 16; ein sauberes
burschchen!; sanbere güste, zeisige (Goethe was wir
br. 3), eine saubere geschichte, gesellschaft, wirtschaft,
u. s. w.; Sie haben ein sauberes meisterstück gemacht
Kotzebue Verschwieg. wider Willen 18; ein saubres
planchen! Schiller Parasit 1,2; adverbial: dn bin
ich sauber angekommen; die deinigen werden schön
sauber davongejsagt Rosegger Waldheim. 1, 351. —
Sanberkeit, k. saubere Art, nach den verschiedenen Bed.
des Adjectivs. — säuberlich, in sanberer Weife, ahr.
sübarlib, mhd. süberlich, sinberlich; seuberlich, rein,
miunditer, eleganter, nitide, De Maaler: nach der
gewöhnlichen Bed. von sauber. — rein, mit der Nebenbed.
des Feinen, Zierlichen, Netten: ulles säuberlich
halten, ommis munde conservare Steinbach; mit
ihren säuberlichen plerdchen Ranke Werke 1, 172;
rein, gründlich: (wie er Speife) zwischen seinen zänhammern
und mulsteinen also suuberlich zermalmet
Garg. 100; schön, stattlich: Saul, der euch kleidet mit
rosin farbe acuberlich 2. Sam. 1, 21; cin weib schön
und sünberlich Bürger Veit Ehrenwort; von Reden:
seüberlich und uadelich oder artig von einem ding
reden, steblililer disserere, er redt wol und seuberlich,
loquitur laute Maaler; bis auf jetzt und am gewöhnlichsten
mit dem Sinne des (chutsamen, nicht
groben, sanften, in festen Verbindungen: saret nur
seuberlien mit dem knaben Absalom 2. Sam. 18, 5;
strafestu seuberlich Weish. Sal. 12, 2; aäuberlich mit
den kindern umgehen, ciemenfer liberos tractare
Steinbach; mit einem manne wie der erzpriester
Jasons süuberlich zu verfahren Wieland Abd. 4, 10.
— säubern, fauber machen, ahd. sübaran Sübaren,
eübiren, süberen, mbhd. sübern, siubern, im ältern Nhd.
noch oft ohne Umlaut: mudare schon machen und
subern Dief.; po sufern, rein machen ebd.; gewöhnlich
nach der einfachen Bed. des Adjectivs, ohne
den Nebensinn des Netten, Zierlichen: eine stube, den
zinn, den hof, einen krug mit lauge saubern Steinbach;
zühne, ohren, getreide, geschirr säubern Adelung;
bergmännisch saubern, Schutt vor Ort wegräumen
ebd.; (einer der) dem graven stinen harnasch
seufern und butzen solt Wickram Goldfad. O 4b; von
twas: ctwas von dem schmutze. einen vom untlüte
saubern Steinbach; sie (die Gebirge) vom rohen
gestein zu süubern Möfer Phant. 3, 269; liesz
den raum unter den platanen von gesträuch. gras und
moos säubern Goethe Wahlverw. 1, 14; übertragen:
wenn je mein arm dein uler von raubgesindel süuberte
Schiller Phädra 4, 2; dasz er von räubern cinc gegend
sünbre Goethe Iphig. 5, 3; refl., sich säubern. reinigen,
als verschämter Ausdruck auch für die Entledigung von
Leibeskot; die bienen säubern sich, wenn sie an einem
bellen Tage vor dem Stocke auf und nieder fliegen
Adelung; — in Bezug auf innere Reinigung: wann
gott durch diesen weg uns säubert und zugleich probirt
Schuppius 692. — Säüberung, f. Handlung des
Sauberleit — Säuberung.
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Säuberns: s. des hauses; des gartens von unrat; eines
luandes von verbrechern; verduchtiges gesindel in der
gegend. eine streifung und süuberung thut noth
Rosegger Waldheim. 2, 92.
Sauer, eines besonderen scharf zufammenziebenden
Geschmackes; gemeingerm., gotb. nicht bezeugtes Wort,
altnord. sürr, altengl. altsächs. ahd. mbd. sür; mit
Sicherheit urverwandt ist altslav. syrü roh und lit.
sürus salzig, lett. sürs, bitter, falzig, herbe, weitere sichere
Vergleiche fehlen. Steigerungsformen in neuerer Spr.
nur ohne, älter teilweise mit Umlaut: den seursten
lult Fastn. Sp. 327, 5. Bed. 1) zur Bezeichnung eines
Geschmackes, in älterer Spr. in weiterem Sinne, von
dem Begriff bitter (s. d.) nicht scharf getrennt: acer,
decrbeer sawr, sawer, sure, suer Die f.; daher allgemein
im Gegensatz zu susz: die aus sawr susze, und aus
susze sawr machen Jef. 5, 20; dann eingeengt auf den
Essiggeschmack, anfangs mit näherer Bestimmung: arensuer,
sawer, sure als essig, von essig Diefj.,
acidus eszigsuer, eszig ader suer, essig ader suer ding
ebd.; dann ohne solche, auch hier im Gegensatz zu susz,
oft mit ihm verbunden zu Bezeichnung eines eigentümlichen
Geschmackes: suszsauer, vgl. auch sauersüs:;
saure fruchte, kirschen, üpfel., saure gelrünke, speisen;
snure gurken; milzhäring gut zum sauren kraut Garg.
101; bei saurer milch und troeknem brote Möser
Phant. 3, 352; in Folge von Verderbnis: saures bier,
der wein, die milch ist sauer geworden, u. a.; in Verleichen:
sauer wie essig, wie eine citrone so sauer;
in Sprichwörtern und Redensarten: sawr macht essen,
spricht man Luther krit. Ausg. 12, 226, sonst sauer
macht lustig; so muszte ich denn in den sauern aplel
beiszen und heruntersteigen Gaudy Erz. 75; mit Bezug
auf eine bekannte Fabel: so ist dieses die resignation
des fuchses, welchem die trauben zu sauer sind
Keller Nachlaß 139: — in der Chemie saure salze,
die mehr Säure enthalten als basische oder neutrale.
2) auf Geruch oder Gefühl bezogen: dann saur heisgewurz.
bringt saur heisz turz Garg. 103; saurer
schweisz, besonders des Arbeiters; mit sanerm schweisze
etwas thun. mühsam arbeiten, wobei gar nicht mehr
an die eigentliche Bed. des Adjectivs gedacht wird:
dasz ich nicht mebr. mit saourem schweisz, zu sagen
brauche, was ich nicht weisz Goethe Fanst #; vgl.
auch unten 3; ein saurer boden, als Ausdruck der
Landwirte, von dumpfig feuchtem, befonders Wiesenboden,
daher saures gras, fulter, was auf solchem
Boden wächst; mit Aulehnung an die ursprüngliche
allgemeinere Bed. des Wortes — scharf, saurer wind:
der walt mucoz von süren winden ungevuegen schaden
dulden Neithard 51, 3; bildlich: da wehet es erst
sawer unter uugen, wenn ich dem sol hold sein
der mir alles herzeleid unlegt Luther 6, 49b; bei
Windmüllern ist saurer vind, der ohne Niederschläge
bei bedecktem Himmel weht. 3) übertragen auf Mühe
und Arbeit, doch wohl vom savern schweisze (oben 2)
her: cin saures amt, negotiosum et moleskum munies
Steinbach; wenn ein wackrer munn mit heiszer
stirn von saurer arbeit kommt Goethe Tasso 3, 3;
doch soll mir die liebe . die sauern lritile versuszen
sauer.
.Rein. F. 2; saure wochen, frobe feste der Schatzgräber;
etwas sauer erwerben; saver erworbenes soll man nicht
leichtsinnig verzehren; dafür: du must doch deinen
sauren schweis undern lassen Sir. 14, 15; etwas, eine
arbeit wird einem sauer; er läszt sichs sauer werden;
wie trefflich schwor und savner es wird, das ein mensch.
sich eraus schwinge (aus der Werkheiligkeit) Luther
6, 44b; ob dirs sawer wird mit deiner narung und
nckerwerk Sir. 7, 16; vergisz nicht, wie aawr du deiner
mutter worden bist 29; wie könnte mir etwas sauer
werden, was ich fur Sie thue? Benedix Vetter 1,1;
saner ankommen: weil ihr doeh das reden etwas saur