Full text : Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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blitzsanber;  von  einer  Speise,  kräftig,  nahrhaft:  du
solt  dich  an  ain  saubere  und  kain  sehleekerhastige
speis  gewenen  Frölich  Stob.  480;  behutsam:  ctwas
tauber  anfassen,  sauber  mit  etwas  rerlahren,  vgl.
süuberlich;  sprichwörtlich:  sanber  ins  dork,  die  bauern
sind  trunken!;  sufer  ins  dorf  Brant  Narrensch.  72,  31;
geheuer,  ordentlich,  in  Bezug  auf  Zustände  und  Handlungen:
  wie  er  nuch  wieder  einmal  zuruck  wolle,
wenn's  sauber  sei  im  reich  Hebel  2,  212;  (ein  Mann
der)  sonst  thut,  was  nicht  siuber  ist  Geibel  2,  136;
von  Reden,  ordentlich,  correet:  wie  sauber  sie  ihm  abkappte
  Schiller  Räunb.  1,  3;  das  alles  war  recht  sauber
und  verbindlich  Freytag  Handschr.  2,  124;  auch  fonst
—  geziemend:  knie  nieder,  Florens,  sauber  knie  da
niecker  Tieck  Oct.  312;  —  dagegen  ist  sauber  in  ironischer
  Verwendung  allgemein,  als  Adj.:  was  dergleichen
sauberer  licler  mehr  sind  Garg.  16;  ein  sauberes
burschchen!;  sanbere  güste,  zeisige  (Goethe  was  wir
br.  3),  eine  saubere  geschichte,  gesellschaft,  wirtschaft,
u.  s.  w.;  Sie  haben  ein  sauberes  meisterstück  gemacht
Kotzebue  Verschwieg.  wider  Willen  18;  ein  saubres
planchen!  Schiller  Parasit  1,2;  adverbial:  dn  bin
ich  sauber  angekommen;  die  deinigen  werden  schön
sauber  davongejsagt  Rosegger  Waldheim.  1,  351.  —
Sanberkeit,  k.  saubere  Art,  nach  den  verschiedenen  Bed.
des  Adjectivs.  —  säuberlich,  in  sanberer  Weife,  ahr.
sübarlib,  mhd.  süberlich,  sinberlich;  seuberlich,  rein,
miunditer,  eleganter,  nitide,  De  Maaler:  nach  der
gewöhnlichen  Bed.  von  sauber.  —  rein,  mit  der  Nebenbed.
  des  Feinen,  Zierlichen,  Netten:  ulles  säuberlich
halten,  ommis  munde  conservare  Steinbach;  mit
ihren  säuberlichen  plerdchen  Ranke  Werke  1,  172;
rein,  gründlich:  (wie  er  Speife)  zwischen  seinen  zänhammern
  und  mulsteinen  also  suuberlich  zermalmet
Garg.  100;  schön,  stattlich:  Saul,  der  euch  kleidet  mit
rosin  farbe  acuberlich  2.  Sam.  1,  21;  cin  weib  schön
und  sünberlich  Bürger  Veit  Ehrenwort;  von  Reden:
seüberlich  und  uadelich  oder  artig  von  einem  ding
reden,  steblililer  disserere,  er  redt  wol  und  seuberlich,
loquitur  laute  Maaler;  bis  auf  jetzt  und  am  gewöhnlichsten
  mit  dem  Sinne  des  (chutsamen,  nicht
groben,  sanften,  in  festen  Verbindungen:  saret  nur
seuberlien  mit  dem  knaben  Absalom  2.  Sam.  18,  5;
strafestu  seuberlich  Weish.  Sal.  12,  2;  aäuberlich  mit
den  kindern  umgehen,  ciemenfer  liberos  tractare
Steinbach;  mit  einem  manne  wie  der  erzpriester
Jasons  süuberlich  zu  verfahren  Wieland  Abd.  4,  10.
—  säubern,  fauber  machen,  ahd.  sübaran  Sübaren,
eübiren,  süberen,  mbhd.  sübern,  siubern,  im  ältern  Nhd.
noch  oft  ohne  Umlaut:  mudare  schon  machen  und
subern  Dief.;  po  sufern,  rein  machen  ebd.;  gewöhnlich
  nach  der  einfachen  Bed.  des  Adjectivs,  ohne
den  Nebensinn  des  Netten,  Zierlichen:  eine  stube,  den
zinn,  den  hof,  einen  krug  mit  lauge  saubern  Steinbach;
  zühne,  ohren,  getreide,  geschirr  säubern  Adelung;
  bergmännisch  saubern,  Schutt  vor  Ort  wegräumen
  ebd.;  (einer  der)  dem  graven  stinen  harnasch
seufern  und  butzen  solt  Wickram  Goldfad.  O  4b;  von
twas:  ctwas  von  dem  schmutze.  einen  vom  untlüte
saubern  Steinbach;  sie  (die  Gebirge)  vom  rohen
gestein  zu  süubern  Möfer  Phant.  3,  269;  liesz
den  raum  unter  den  platanen  von  gesträuch.  gras  und
moos  säubern  Goethe  Wahlverw.  1,  14;  übertragen:
wenn  je  mein  arm  dein  uler  von  raubgesindel  süuberte
Schiller  Phädra  4,  2;  dasz  er  von  räubern  cinc  gegend
sünbre  Goethe  Iphig.  5,  3;  refl.,  sich  säubern.  reinigen,
als  verschämter  Ausdruck  auch  für  die  Entledigung  von
Leibeskot;  die  bienen  säubern  sich,  wenn  sie  an  einem
bellen  Tage  vor  dem  Stocke  auf  und  nieder  fliegen
Adelung;  —  in  Bezug  auf  innere  Reinigung:  wann
gott  durch  diesen  weg  uns  säubert  und  zugleich  probirt
Schuppius  692.  —  Säüberung,  f.  Handlung  des

Sauberleit  —  Säuberung.

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Säuberns:  s.  des  hauses;  des  gartens  von  unrat;  eines
luandes  von  verbrechern;  verduchtiges  gesindel  in  der
gegend.  eine  streifung  und  süuberung  thut  noth
Rosegger  Waldheim.  2,  92.

Sauer,  eines  besonderen  scharf  zufammenziebenden
Geschmackes;  gemeingerm.,  gotb.  nicht  bezeugtes  Wort,
altnord.  sürr,  altengl.  altsächs.  ahd.  mbd.  sür;  mit
Sicherheit  urverwandt  ist  altslav.  syrü  roh  und  lit.
sürus  salzig,  lett.  sürs,  bitter,  falzig,  herbe,  weitere  sichere
Vergleiche  fehlen.  Steigerungsformen  in  neuerer  Spr.
nur  ohne,  älter  teilweise  mit  Umlaut:  den  seursten
lult  Fastn.  Sp.  327,  5.  Bed.  1)  zur  Bezeichnung  eines
Geschmackes,  in  älterer  Spr.  in  weiterem  Sinne,  von
dem  Begriff  bitter  (s.  d.)  nicht  scharf  getrennt:  acer,
decrbeer  sawr,  sawer,  sure,  suer  Die  f.;  daher  allgemein
im  Gegensatz  zu  susz:  die  aus  sawr  susze,  und  aus
susze  sawr  machen  Jef.  5,  20;  dann  eingeengt  auf  den
Essiggeschmack,  anfangs  mit  näherer  Bestimmung:  arensuer,
  sawer,  sure  als  essig,  von  essig  Diefj.,
acidus  eszigsuer,  eszig  ader  suer,  essig  ader  suer  ding
ebd.;  dann  ohne  solche,  auch  hier  im  Gegensatz  zu  susz,
oft  mit  ihm  verbunden  zu  Bezeichnung  eines  eigentümlichen
  Geschmackes:  suszsauer,  vgl.  auch  sauersüs:;
saure  fruchte,  kirschen,  üpfel.,  saure  gelrünke,  speisen;
snure  gurken;  milzhäring  gut  zum  sauren  kraut  Garg.
101;  bei  saurer  milch  und  troeknem  brote  Möser
Phant.  3,  352;  in  Folge  von  Verderbnis:  saures  bier,
der  wein,  die  milch  ist  sauer  geworden,  u.  a.;  in  Verleichen:

  sauer  wie  essig,  wie  eine  citrone  so  sauer;
in  Sprichwörtern  und  Redensarten:  sawr  macht  essen,
spricht  man  Luther  krit.  Ausg.  12,  226,  sonst  sauer
macht  lustig;  so  muszte  ich  denn  in  den  sauern  aplel
beiszen  und  heruntersteigen  Gaudy  Erz.  75;  mit  Bezug
  auf  eine  bekannte  Fabel:  so  ist  dieses  die  resignation
  des  fuchses,  welchem  die  trauben  zu  sauer  sind
Keller  Nachlaß  139:  —  in  der  Chemie  saure  salze,
die  mehr  Säure  enthalten  als  basische  oder  neutrale.
2)  auf  Geruch  oder  Gefühl  bezogen:  dann  saur  heisgewurz.
  bringt  saur  heisz  turz  Garg.  103;  saurer
schweisz,  besonders  des  Arbeiters;  mit  sanerm  schweisze
etwas  thun.  mühsam  arbeiten,  wobei  gar  nicht  mehr
an  die  eigentliche  Bed.  des  Adjectivs  gedacht  wird:
dasz  ich  nicht  mebr.  mit  saourem  schweisz,  zu  sagen
brauche,  was  ich  nicht  weisz  Goethe  Fanst  #;  vgl.
auch  unten  3;  ein  saurer  boden,  als  Ausdruck  der
Landwirte,  von  dumpfig  feuchtem,  befonders  Wiesenboden,
  daher  saures  gras,  fulter,  was  auf  solchem
Boden  wächst;  mit  Aulehnung  an  die  ursprüngliche
allgemeinere  Bed.  des  Wortes  —  scharf,  saurer  wind:
der  walt  mucoz  von  süren  winden  ungevuegen  schaden
dulden  Neithard  51,  3;  bildlich:  da  wehet  es  erst
sawer  unter  uugen,  wenn  ich  dem  sol  hold  sein
der  mir  alles  herzeleid  unlegt  Luther  6,  49b;  bei
Windmüllern  ist  saurer  vind,  der  ohne  Niederschläge
bei  bedecktem  Himmel  weht.  3)  übertragen  auf  Mühe
und  Arbeit,  doch  wohl  vom  savern  schweisze  (oben  2)
her:  cin  saures  amt,  negotiosum  et  moleskum  munies
Steinbach;  wenn  ein  wackrer  munn  mit  heiszer
stirn  von  saurer  arbeit  kommt  Goethe  Tasso  3,  3;
doch  soll  mir  die  liebe  .  die  sauern  lritile  versuszen

sauer.

.Rein.  F.  2;  saure  wochen,  frobe  feste  der  Schatzgräber;

etwas  sauer  erwerben;  saver  erworbenes  soll  man  nicht
leichtsinnig  verzehren;  dafür:  du  must  doch  deinen
sauren  schweis  undern  lassen  Sir.  14,  15;  etwas,  eine
arbeit  wird  einem  sauer;  er  läszt  sichs  sauer  werden;
wie  trefflich  schwor  und  savner  es  wird,  das  ein  mensch.
sich  eraus  schwinge  (aus  der  Werkheiligkeit)  Luther
6,  44b;  ob  dirs  sawer  wird  mit  deiner  narung  und
nckerwerk  Sir.  7,  16;  vergisz  nicht,  wie  aawr  du  deiner
mutter  worden  bist  29;  wie  könnte  mir  etwas  sauer
werden,  was  ich  fur  Sie  thue?  Benedix  Vetter  1,1;
saner  ankommen:  weil  ihr  doeh  das  reden  etwas  saur