Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

ummer  68

sensleisch  1196  Mk.;  Kalbfleisch  1,00  Mt.;:
Schweinesleisch  1,60  Mr.  Es  wurde  ettesten.
daß  nach  den  letzien  Berichten  aus  München  da
Kalbfleisch  dort  ebenfalls  nicht  mehr  als  1,  066
Mk.  kostet;  der  Schweinefleischhöchstpreis  wurde
für  München  gleichsalle  auf  l  SOMkfeltgeleyt
mNuknbckqauflSZicPkctgpntsungps
stelle  konnte  leinen  ausschlaggebenden  Grund
dafür  sehen,  warum  in  Freising  Kalb=  und
Schweinefleisch  teurer  sein  sollten  als  in  Münden.
  Die  Kartofselpreise  im  Kleinhandel  wurden
  auf  6.200  Mk.  festgesett.  Ein  späterer
Bericht  lautet:  Die  Preisprüsungsstelle  hat
solgende  Fleischpreise  für  angemessen  erklärt:
NRindfleisch  1.66,  Ochsenjleisch  1.06,  Kalbfleisch
1.600  Mk.  für  das.  Plund.  Den  Höchstpreie  für
Schweinefleisch  höher  anzusetzen  als  1.60  Mk.
lestand  kein  Anlaß,  auch  München  hat  denseiben
Löchsipreis  angesetzl.  Nun  erklärte  eine  Abordnung
  der  Metzgermeister,  es  sei  ihnen  nicht
müöglich,  zu  diesen  Preisen  zu  verkaufen,  es  müßlen
  unbedingt  folgende  Verkaufspreise  genehmigt
merden:  Ochsenfleisch  2.30  Mk.,  Kuhfleisch  2
Marl,  Kalb  fleisch  1.7u  Ml.,  Schweinefleisch  1.06
Marl  per  Pfund.  Die  Lebenemittelkommission
leschloß  daraufhin,  die  Versorgung  der  Siadt
il  Fleisch  sellft  in  die  Wege  zu  leiten.  Von
Miltmoch  ab  wird  in  fünf  Verkaussstellen  für
Nechnung  des  Kommunalverbandes  Fleisch  abgegeben.

  4  !*i’xi-ey
Landshut,  20.  März.  Die  Aullageschrift
egen  den  ebem.  D  irektor  Vecher  der  Biesigen

Geurer  lebant  ist  der  leitenden  Gerichloitelle  nun

neetr  zugegangen.  Der  Verl  andlungstermin
durite  laum  mehr  vor  Osiern  jesigesetz  r  erden
tnnen.  Zur  Durchführung  der  Regreßllage

bhegen  die  tuboren  Vorftände  und  Aufsichtstalsmilglieder
  der  in  Komur?  geralenen  Gewerbezanl
  Bat  ein  liesiger  Judustrieller  im  Iuiercsio
der  scgg  ergeschädigten  Glänbiger  und  Genossen
ll  n  hereit  erllr  3  M.  der  entsitehenden
Prazetoten  am  sich  zu  nehmen.

Uugsburg,  5%.  März.  On  dem  Bestreben,
den  beichäftigungelosen  Terilarbeilern  Arbeit
em  Orle  u  vernitteln,  ist  die  Stadtrerwaltung
mit  dem  Deutschen  Tabalverein  in  Verhandlunden
  getreien  zur  Einrichiung  einer  Nebrnanlage

NH  algen  erbes  in  Augsburg.  Die  Verkas#ennen
  ks  Crsfolg.

BVurgau,  27/.  Marz.  Samtiche  Müller  des
Amilsbernirles  VBurgan  sind  lurzlich  empfindlich
geilraft  worden,  W.  il  sie  nielen  Selt  strersorgern
melr  Brotgelreide  vermahlen  hatten,  als  diesen
gebilligt  Var.  Nunmehr  erhielten  auch  die
in  Betracht  kommenden  Bauern  Strafbesehle.

Unsbach,  20.  März.  Das  Gemeindekolleeinm
  nahm  den  Hauêaltplan  für  1916  an;  er
schließt  mit  966  428  Mk.  in  Einnahmen  und
Auegaben  ab  und  bedarf  zur  Abgleichung  einer
Umlage  von  1201  Prozent,  wie  im  Vorjahre.

Bapreuth,  20.  März.  Das  schwindelhafte
Gebaren  der  Bayrenther  Vollsbank,  deren  Vorlland
  verhaftet  murde,  zieht  weitere  Kreise.  Der
Umehsuchungs  richter  ist  bereito  bei  den  ausir
  rWl  gegründeten  Unternehmungen  Forsters
talig  Obwohl  öffentlich  wiederholt  auf  diese
unr#ellen  Geldinstitute  hingewiesen  und  vor  ihnen
gew##nt  wurde,  hatiten  gerade  kleinere  Leute
ihr  Geld  dort  vertrauensroll  angelegt.

Grenzlande.

Salzburg,  20.  März.  Das  „Salzburger
Vollobtatt“  lundigt  an,  daß  es  infolge  der  Parierlnappheit
  zu  einer  Einschränlung  des  Umfanges
  sich  gezwungen  sieht  und  daber  Mitteilungen
  von  nicht  öffentlichem  Interesse  ablehnt.
Verlautbarungen  von  Aemtern  und  Vereinen,
die  zur  Einsparung  bisher  im  Tert  erschienen
sid,  werden  auf  den  Anzeigeteil  verwiesen.

Beßitsses  i
Stephanskirchen,  21.  März.  Die  Schallinder
  der  Gemeinde  S#a#nenases  haben  in
den  leiden  Schulen  Stephanslirchen  und  Schloßlerg
  zusammen  über  500110  Mk.  zur  vierten
Kriegsanleihe  gezeichnet.  Alle  Anerlennung!
vom  Simssee,  21.  März.  Ein  Dienstbole
aus  der  hiesigen  Gegend  hat  sein  ganzes  ersrarles
  Geld  bis  auf  einen  lleinen  Ret,  den  er
noch  in  der  Sparkasse  slehen  ließ,  im  Betrage
ron  taufend  Mark  zur  rierten  Kriegsanleihe
gezeichnet.  „Dem  Vaterland  muß  man  helfen“,
meinte  er  ganz  treuherzig,  „und  wenn's  noch
niht  langt,  dann  gebe  ich  den  lehzten  Pfennig
auch  noch  her.“  Ehre  dem  wackeren  Palrioten!
Bad  Aibling,  20.  März.  Konditor  Rupp
retiete  den  fünfsährigen  Sohn  der  Krämerseheleute
  Sigl  vom  Tode  des  Ertrinlens.  Der  Knabe
war  in  die  Glonn  gefallen,  Konditor  Rupp
srrang  ihm  nach  und  entriß  ihn  dem  Masser.
Holzkirchen,  20.  ärz.  Insolge  der
Verteuerung  der  Holzmittel  hat  die  Marktgemeindeverm
  altung  Holzlirchen  die  Holzgeldenlschädigung
  für  den  zweiten  ständigen  Lehrer
ron  100  auf  200  Mt.  rückwirkend  vom  1.  Januar
  1915  erhöht.
Wiesbach,  20.  Mär.  Es  geht  das  Gerücun
  daß  die  hiesigen  Metzger  ihre  Geschäfte
schirzen  wollen,  wenn  ihren  Fleischpreisfordekungen
  nicht  rückhaltlos  entsprochen  wird.
Varrischzell,  20.  März.  Vorgestern  wurden
  150  Russen  aus  dem  Gefangenenlager  Stolker
  abgerufen,  um  anderweitig  Verwendung  zu
sinden.  Der  unter  so  günstigen  Umständen  bedonnene
  und  fortgeführte  Straßenbau  von

 

 

 

Bayrischs  zell  nach  Landl  ist  nun  auf  unalsehbare
  Zeit  unterbrochen  worden,  während  auf
österreichischer  Seite  der  Bau  rüstig  weitergcht.
Dem  Distrikte  Miesbach  erwächst  durch  die  Einstellung
  der  Arbeiten  empfindlicher  Schaden
denn  die  bereits  geschehenen  Arbeiten  drohen
zu  verfallen.  Schwere  Schäden  erleiden  auch
Private,  die  nun  leine  Verkehreamöglichkeit  mil
der  Grenze  mehr  haben.  Besonders  schwer  sind
bayerische  Sägen  betroffen,  die  auf  österreichischer
  Seite  noch  Holz  liegen  haben.  Es  wäre
daher  sehr  zu  begrüßen,  wenn  neue  Gefangene
hierher  gebracht  würden.

Ebersberg,  2  u.  März.  Am  Samstag  hörten
  Personen  im  Walde  bei  Neubiberg  ein  jammerliches
  Gesckrei.  Als  sie  den  Klagelauten
nachgingen,  sanden  sie  einen  14  Jahre  alten
Güllerssohn  aus  Perlach  mit  den  beiden  Häuden
  an  einen  Baum  angebunden  freischwebend
vor.  Die  Leute  lefreiten  den  Jungen,  der  dann
erzählte,  daß  ihn  zmei  etwa  18  Jahre  aile
Vurschen  überiallen,  sein  Brot  geraubt  und  ihn
dann  buchstäblich  an  den  zuei  Armen  aufgehängt
  hätien,  morauf  sie  davonliesen.  Die
Gendarmerie  wurde  sofort  in  Kenntnis  geseht.
Am  Samstag,  nachts  gegen  11  Uhr,  lamen
zei  Burichen  zur  hiesigen  Gendarmerie  und
verlangten  Nachtquarlier,  das  ihnen  rerweigert
wurde.  Sie  begaben  sich  darauf  in  ein  Gasthaus,
n  sie  Unterkommen  sanden.  Als  die  Burschen
am  Sounntag  früuh  heimlich  und  ohne  Bezahine
aus  dem  Gasthaus  rerduitet  waren,  erhielt
auch  der  Gendarmeriewack  lmeister  Harpf  von
dem  Strahenraub  telerhonisch  Kenntnis;  er  und
Eerheant.  Dirmbirn  machten  sich  sofort  auf  die
Suche.  Die  Burschen  hatten  Ebersberg  bereits
verlassen  und  nuaren  uler  Kappsweg,  wo  lie
gesehen  wurden,  gegen  GGrafing  gegangen.  In
Straßdorf  gelang  es  dem  Wachtmeister,  die  Bur.
chen  zu  verhaften.  Sie  entpuppien  sich  als  der
13  jährige  Zimmerman  Johann  Dannser  von
Auer  in  der  Schweiz  und  der  gleichalterige
Schlosser  Heinrich  Appeler  aus  Bremen.

Traunstein,  201.  Marz.  Das  Ergebnis  der
Kriegoanleihezeichnung  der  lleinen  Sparer  der
hiesigen  Rolteschule  Leträgt  fase  100300  Mk.  Da
sich  das  Ergel  nis  in  der  Vollsschule  hauptsäch--lich
  aus  Spenden  von  Kindem  weniger  vermögender
  Eltern  zusammensetzt,  ist  es  ein  vielsagender
  Beweis  für  den  Gemeinsinn  der  einfachen
Leute  Traunsteins.

Waging,  20.  März.  Am  Freitag  brannte
der  Getreidestadel  der  Bauersfamilie  Kaind!  in
Ebing.  Gemeinde  Nirnharting,  ab;  das  Wohnhaus
  konnte  geretlet  werden.  Infolge  der  Ausregung
  erlitt  der  Kaindlvater  einen  Schlaganfall,
  dem  er  noch  in  der  Nacht  erlegen  ist.
Der  Verstorbene  war  Mitlämpfer  von  1870,
während  sein  ältester  Sohn  im  jetzigen  Krieg
veru  undel  wurde.

Inzell,  20.  März.  Die  vom  Verkehrsverein
Inzell  an  die  Oberposibehörde  gerichtete  Eingabe
  um  Wiedereröffnung  der  Postautostrecke
Traunstein-Inzell-Manthäusl  wurde  abschlägig
verbeschieden.

—

 

Die  vierle  Krlegsamelhe.

Hundertiausende  haben  ihre  Gesundheit,  ihr
Leben  eingesetzt,  um  das  Vaterland  vom  Feinde
frei  zu  halten.  Die  Kriegslage  hat  sich  jetzt
durch  eine  Welt  von  Feinden  so  verschärft,  daß
nun  alles  auf  dem  Spiele  steht,  und  nur  durch
die  größte  und  mächtigste  Artillerie-Entfallung
lann  die  Kriegsdauer  abgekürzt  werden.  Deshalb
  muß  auch  daheim  das  ganze  Volk  zusammenstehen,
  um  die  vierte  Kriegsanleihe  in  jeder
Weise  und  überall  zu  fördern.  Alle  Vereine,
Verbände,  Sparkassen,  Banken  und  die  Landwirtschaft
  und  jeder  einzelne,  der  nur  irgendwie
kann,  müssen  sich  daran  beleiligen.  Die  Bemittelten
  habten  die  heilige  Pflicht,  sich  diesmal
besonders  anzustrengen.  Der  gute  Ausfall  der
vierten  Anleihe  sichert  auch  die  Werte  und  die
Rente  der  bisherigen  Anlagen;  es  wäre  also  ein
Hinausschieben  oder  gar  ein  Versäumen  der
Sache  geradezu  ein  Verbrechen  am  Vaterlande.
Eine  glänzende  Anleihe  wird  andererseits  auch,
auf  Amerika,  Rumänien  und  Griechenland  einen
für  uns  günstigen  Eindruck  machen.  Schliehlich
sei  betont,  daß  es  betreffs  Sicherheit  und  Zins
leine  bessere  Anlage  geben  kann.  Zeichnungsschluß
  ist  morgen  Mittwoch,  den  22.  März
mittags.

 

Tolenlifte.

Rosenheim;  Leonhard  Knoll,  pens.  Wechselwärter;
  Therese  Achatz,  Wagenwärrtergehilfensgat
  zn,

Half  Privatiere  Maria  Weiß,  ehemalige
  Flössegernn  88  Jahre.

Neumarkt  a.  R.:  pens.  Bahnwärter  Wolfgang
  Ecker,  70  Jahre.

Willing:  Hauptlehrerstochter

Kreszenz
Wegmann,  19  Jahre.

 

Wetterbericht  für  Mittwoch,  den  22.  März:
Unkteitändig.  zeitrreite  Regen.

 

Rosenheim,  21.  März.

Ordensverleihung.  Dem  Generalleutnant
  3.  D.  Gustav  Scanzoni  r.  Lichtenfels  wurde
das  Furfil.  Lippische  Kriegsverdienstkreuz  veriehen


Veer  digung.  Im  Walofriedhose  in  München
  trug  man  am  Sonntag  nachmittag  die
Leiche  des  K.  Medizinalrates  Dr.  Alfons  Auer,
Bezirls=  und  Oberflabsarztes  a.  D.,  zu  Grabe.
Mit  den  nächten  Angehörigen  solgten  dem
kranzgeschmückien  Sarge  Aerzte  und  Philister
des  Korps  „Moenania“,  unter  ihnen  Ministerialrat
  D.  Dötberl,  TSenatspräsident  Gebhard,
Oberregierungsrat  Angerer  und  Obersllandesgerichtora!
  Herbert.  Stadtpfarrer  Geistl.  Rat  P.
Remigius  Stadler  von  St.  Anna  vollzog  die
kirchliche  Handlung.  nahm  aber  im  Sime  des
Verstortenen  von  einer  Gedächtnierede  Umgang.
Im  Namen  der  „Moenania“  widmeite  Regierungs
  und  Kreiemedizinalrat?  Dr.  Doorffmeister
„dem  lieben,  unvergeßlichen  Freund,  dem  geistvollen,
  mutigen  Manne,  unermiüdlich  tätigen
Wollliater  der  leidenden  Menschheit  und  begeisterten
  Verehrer  der  Kunu“  einen  warmen  Nachruf.
  Fuͤr  den  Aerztiichen  Bezirisverein  Rosenbeim
  legte  Medizinalrat  Dr.  Mar  (Pruber  eine
Krangpende  am  Grabe  „des  langjährigen  Mitgliede
  uno  verdienstrollen  Vorsitzenden“  nieder.

Todesfall.  Eine  sladtbekannte  Personlichleit
  ill  geilern  in  Rosenheim  gestorben.  Es  iis
der  peni.  Wechselwärter  Herr  Leonhard  Knoll,
der  durch  seine  langjährige  Tätigleit  als  Fried-Eoffourier
  in  weilen  Kreisen  bekannt  wurde.
Gar  nielen  Leichenzugen,  gar  vielen  Prozessianen
gal,  er  das  Geleite.  Bei  einer  Beerdigung  lurz
Lor  Allerheiligen  1915  erlitt  er  auf  dem  Friedhof
  einen  kleinen  Schlaganfall,  von  dem  er  sich
nicht  mehr  erkolle.  Jetzt  ist  er  im  79.  Leben?
jabre  geitorben.  Seine  Brust  schmückten  zahlreiche
  Orden  und  Ebrenzeich  en.  Noch  im  JSanuar
  1014  nurde  ihm  eine  ehrenvolle  Auszeichnung
  zuleil.  Damals  wmurde  ihm  die  goldene
Ebhrenmünze  des  Ludwigsordens  verliehen.  Die
Auszeichnung  erfolgte  aus  Anlaß  der  Vollendung
  einer  Wi)  Dienitzeit,  die  sich  auf
den  Mililardienit  mit  Teilnahme  an  den  Feldzügen,
  den  Bahn=  und  den  Gemeindedienn  erstreckte.
  Nun  wird  er  selbst  zu  Grabe  getragen,
der  so  viele  auf  dem  Wege  zur  letßten  Ruhesiatte
  begleitete.

Die  Schüler  der  K.  Recalschule  zu
Rosenle  im  haben  im  ganzen  20725  Mk.  zur
Kriegeanleihe  gezeichnet.  Dieser  hohe  Betrag
verdiem  allgemeine  Anerkennung.

Die  freie  Bürgervereinigung  hat
sich  elensalls  an  der  vierten  Kriegsanleihe  beteiligt.
  Sie  zeichnete  aus  ihren  Vereinemitteln
den  Betrag  von  1100  Mk.

Zur  Regelung  des  Fleischverlrauchs.
  In  seiner  letzten  Siyung  vom  18.

März  beschäftigte  sich  der  Bayer.  Landwirtschaftsrat
  auch  mit  der  Frage  der  Regelung  des
Fleischverkrauches.  Dabei  wurde  folgende  Entschließung
  angenommen:  „Die  Beslimmungen
der  vorgeleglen  Ausführungsrorschriften  zur
Regelung  des  Fleischverb  rauchs  scheinen  so  schwierig,
  daß  deren  Einführung  schmer  moglich  erscheint.
  Der  Landwirtschaftsrat  ist  prinzipieli
nicht  gegen  die  Einfuhrung  der  Fleischlarten,
glault  aber,  daß  durch  die  Ausdehnung  der
fleischlosen  Tage  auf  Private,  gemäß  dem  Beschlusse
  des  Landu  irischaftsrates  vom  3.  Feruar
  1916  die  gebotene  Einschränung  des
Fleischrerk  rauck  erreicht  würde.“

Auf  die  Bekauntmachung  in  heutiger
Nummer  über  Enteignung,  Ablieferung  und  Einziehung
  der  durch  die  Anordnungen  vom  31.
Juli  1915  und  24.  September  10915  beischlagnahmien
  Gegenstände  aus  Kupser  usu.  machen
Uir  hiemit  besonders  aufmerlsam.  Diesenigen.
welche  ihr  unter  die  Beschlagnalme  fallen  deo
Metall  nicht  angemeldet  oder  nicht  abgeliesert
haben,  können  es  nur  meb#r  bio  31.  Marz  1916
abliefern.  Nach  diesem  Zeitpunlt  erfolgt
3#wangsvollstrecung  und  Bestrafung.  Auf  die
Strafbektimmungen  werden  insbesondere  diejenigen
  Personen  bingewiesen,  die  die  Alsicht
haben,  beschlagnahmie  Gegenande  aus  Kupfer
  ujri.  zu  verheimlichen  und  zurückzuhalten.
Außer  Bestrafung  und  Zuangsvollstreckung  haben
  diese  Personen  die  öffentliche  Bekannigabe
ihrer  wenig  vaterländischen  Gesinnung  zu  ge

Der  Weltkrieg.

Versenkt.

London,  21.  März.  Lloyds  meldet:  Der
kritische  Dampfer  „Port  Dalhousie“  wurde  versenlt.
  7  Mann  wurden  gelandet,  der  Rest  der
Besatzung  wird  vermißt.  Der  norwegische  Dampser
  „Langeli“  wurde  versenkt.  16  Mann  der
Besatzung  wurden  gerettet,  einer  getötet.  Der
dänische  Dampfer  „Slodsberg“  ist  gesunken.  17
Personen  wurden  gerettet,  drei  Mann  der  Besatzung
  werden  vermißt.

 

Cadorna  auf  Reisen.

Zürich,  21.  März.  General  Cadorna,  der
ceilern  früh  in  Paris  eintraf,  wird  sich  zunächst

 

mittwoch,  22.  RNärz  1916

nach  London  begeben  und  am  26.  März  wieder
nach  Pari?  zurudkehren,  um  an  dem  großen
Kriegsrat  der  Entente  teilzunehmen.  In  einigen
  Tagen  werden  auch  Salandra  und  Sonnino
in  Paris  erwartet.  (3.)

Genk,  21.  März.  Unter  den  Begrüßungsarlileln
  jur  Cadorna  ist  der  Artikel  des  „Journal
  des  Debats“  hervorzuheben,  in  welchem  gesagt
  wird  =  Wie  Jtaliens  Brüderschaft  aufK
zufassen  sei,  werde  sich  zunächst  in  Saloniki  zeigen.
  Die  Losung  müsse  sein:  Allenthalben
Schulter  an  Schulter.  ().).)

Kardinal  Merecier.

Koln,  21.  März.  dem  Schreiben  des
Generalgouverneurs#  von  Belgien  an  Kardinal
Mercier  sagt  die  „Kölnische  Volkszeitung“  u.  a.:
Die  deutschen  Katholiken  lonnen  es  nur  bitter
beklagen,  daß  ein  katholischer  Kirchenfürst  jo
aus  dem  Rahmen  seiner  hohen  kirchlichen  Stel
lung  heraustritn),  wie  dies  Kardinal  Mercier
in  seinem  lenten  „Hirtenbrief“,  der  eigentlich
diese  Bezeichnung  gar  nicht  verdient,  getan  hal.
Vom  religiosen  Gesichtspunkte  aus  ist  eine  Ver
bindung  und  Vermischung  von  Religion  und
Politik,  wie  sie  bei  Kardinal  Mercierr  im  Lausdesd
  Krieges  in  steigendem  Maße  Gerohner:
geu  orden  i#,  eine  ubra#us  betrübende  und  ihren
Wirlungen  unlieilvolle  Erscheinung.  Wie  aus
Brüise!  gemeldet  Uuird,  bildet  der  Brief  des
Gencralgonverneur?  das  Tagesgespräch.  Die
Velgiier  erkennen  mit  nenigen  Ausnahmen  dir
matvolle  und  würdige  s  prrache  an  und  finden
es  geradem  unglaubiich,  daß  ein  Mann  mi
Mecrcoier  sich  so  meit  verrgeisen  konnte,  in  seinem
Hittenbtiei  die  reritedte  Erilärung  auszuipre
chen,  das  deutsche  Heer  inoge  vernichtet  werocn.

Die  Bruckenschautne  von  Uscieszto.

Wien,  21.  März.  Anlaßlich  der  helden
mütligen  Kämpfe  um  die  Bruckenschanze  bei
Uicieszlo  erließ  der  Armeetommandant  General
Pslaner  Baltin  folgenden  Armeebefehl:  „Die

Dajeurichanze  eri'tiert  nick:  mehr.  Sie  wurde
ron  den  Russen  in  die  Luft  gesprengt.  Seit
Monaten  versuchte  der  Feind,  sie  in  Angrif'
zu  nehmen,  es  gelang  ihm  aber  nie.  Er  mußte
sic  zueri  nernichten,  ehe  der  erite  Russe  den
Boden  betreien  lote,  der  durch  den  Helden
mut  unserer  Truppen  gebeiligt  isn.  Die  Kaiser
dragoner  gaten  esern  ein  leuchtendes  Beispiel
der  Kaisertreue.  Die  brauen  Sappeure  harrten
an  ihrer  Seite  treu  bis  in  den  Tod  aus.  Sieben
Stunden  nach  der  Speei  ngung  lämupfte  die  heldenmütige
  Besatung  gegen  eine  achtfache  Ue#er
macht  weifer  und  erst  auf  Befehl  wurden  die
Trummer  der  Schanze.  die  nur  mehr  ein  Heidengrab
  war,  geräumt.  Die  Reste  der  Besat.
zung  entzogen  sich  unter  Führung  ihres  tapferen
Kommandanten  durch  einen  kühnen  Nachtmarich
mitlen  durch  den  Feind,  den  Dnjeur  im  Rücen.
der  schon  san  undvermeidlicken  (befangennahme.

Die  Dujearschanze  ist  fur  unsere  Armee  eine
stolze  Erimerung,  fur  die  Russen  aber  ein  war
nendes  Feichen.  daß  es  bei  uns  für  jeden  Schrii:
Boden  nur  einen  Preis  gibt,  den  Tod.  Ich  danke
dem  Rommandanten  der  Besatzzung,  Oberst
Plandh,  den  Ofiizieren  und  der  gesamten  Mann

schaft  namens  der  v.  Armec.“
Gibraltar!

Kein  zmeites
Geni,  21.  März.  Die  svanische  Zeitung
„Tril#ung“  erklartl,  Sxanien  musse  fordern,  daß
Portugal  uUnal  hangig  bleide.  Spanien  könn:e
leiner  z#eiten  Mach:  genartien,  sich  an  einem
Errichlum  eines  neuen  (Hirrallar  an  seiner
Errrichtung  eines  neuen  Gibrraltar  an  seiner
Flanke  konne  Spanien  nie  gestatten.  (B—.)

Karitverichte.

München.  20.  März.  Der  Münchener
Schlachtwiehmartt  am  Freitag,  den  17.  März
bale  ein  Gesamtangebot  von  4021  Schlacht
lieren  und  zuar:  177  Ochsen.  273  Bullen,  457

v

 

Kube.  194  Jungrinder,  2161  Kaälber,  349
Scqueiree,  135  Schaufe  und  3231  Lammer  sowie
Kipe.  Der  Groß  biehmarkt  hatte  um  73  Stüͤdce

Melrzuwubt  als  am  Freitag  der  vorigen  Woche.
Der  Landel  genallete  sich  ziemlich  lebhaft.  Ee
raben  die  Preise  neuerlich.  und  zwar  teilwene
nicht  untedeutend  angezogen.  In  der  Hauptsache
gallen  der  zeniner  Lebendgemicht:  Ochsen
1½  125  Mk.,  Bullen  95  122  Mk.,  Kühe.
seuie  Kalbinnen  76  12)  Mk.  und  Jungvieh
65  88  Ml.  Der  Kalbermark  hatte  um  2½
Ss  #  Zufuhr  als  vorigen  Freitag.
Bei  selrr  lebhafter  Nachfrage  und  neuerlich
schu  ach  steigender  Tendenz  der  Preise  war  der
Borrat  binnen  kurzer  Zeit  bis  auf  das  lekte
Stück  geraumt.  In  der  Hauptsache  galten  le
lende  Tiere  110  115  Mik.,  geschlachtete  128.
137  Ml.  der  Zeniner.  Der  Schwmeinemartt  hatte
wieder  vollitandig  unausreichendes  Angebot.
Bei  lekhafter  Nachfrage  war  auch  bier  zu  den
nach  Geuichleklassen  gesenlich  festgelegten  Höchst
reisen  der  rorhandene  Vorrat  schnell  geräumr.
Es  kofleien  lebende  Tiere  85.8—148.5  Mk.,  ge
schlachtete  114.4  181.1  Mk.  der  Zentner.  Der
Schafmarkt  hatie  ebenfalls  sehr  schwaches  Angebot.
  Bei  ziemlich  lebhafter  Kauflust  konnte
zu  unverändert  hoben  Preisen  ebenfalls  das
leqzte  Stüc  ausverlauft  werden.  Es  galten  ge
schlad  tete  Tiere  1000  165  Mt.  der  Zentner.
Im  Wergleich  zur  vorigen  Woche  sind  in  dieser
Wode  wieder  nur  die  mit  Höchstpreisen  belegten
  Schweinepreise  unverändert  geblieben,  die
übrigen  Biehpreise  haben  durchwegs  weiter  angezogen.