Metadata : Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. Band 36. Sechste Abtheilung: Die kleinen deutschen Höfe. Zweiter Theil. (36_6_2)

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dort  aufgeschlagenen  Sommertheaters  ssitzen  und  das
Geld  für  die  Billete  einnehmen.  Seine  Frau,  die  eine
sehr  würdige  Dame  sein  soll,  lebt  in  Greifswald  und
wiederholt  hat  hier  früher  die  berühmte  Gräsin  Ida
Hahn-Hahn  die  Winter  bei  ihrer  Mutter  zugebracht.


Die  Gräfin  Ida  Hahn-Hahn  ist  unstreitig
die  berühmteste  Dame  dieses  Geschlechts:  ste  ward,  einundzwanzig
  Jahre  alt,  3.  Juli  1826  mit  ihrem  Cousin,
  dem  noch  lebenden,  jetzt  anderweit  mit  Gräfin
  Agnes  Schlippenbach  vermählten  Grafen
Fritz  Hahn  auf  Basedow  verheirathet:  daher  der
Name  Hahn  =  Hahn  1).  Die  Ehe  war  stürmisch,
die  Gemüther  zu  disparat,  schon  am  5.  Februar  1829
kam  es  zur  Scheidung.  Erst  einen  Monat  nach  derselben
  ward  eine  Tochter,  Antonie,  geboren,  die  die
Mutter  der  vortrefflichen  körperlichen  Pflege  einer  Fräulein
  Mundt  in  Berlin  überlassen  hat,  deren  sie  allein
bedarf:  das  sehr  schöne  Mädchen  ist  ohne  alle  geistigen
  Fähigkeiten  und  gleicht  buchstäblich  einer  sehr  schönen
  Blume:  die  Mutter  besucht  sie  von  Zeit  zu  Zeit,
auch  nach  der  Nonneneinkleidung;  als  die  Tochter  die
Mutter  zum  erstenmal  in  diesem  seltsamen  Costüm  sah,

1)  Graf  Fritz  Hahn  ist  der  Sohn  des  älteren
Bruders  des  Schauspieldirectors:  dieser  ältere  Bruder,  Ferdinand,
  starb,  erst  fünfundzwanzig  Jahre  alt,  neun  Monate
vor  dem  Vater,  dem  Landmarschall  und  ersten  Grafen  Fritz
Hahn,  1805;  er  war  seit  1803  vermählt  mit  einem  Fräulein
von  Wollfratbt,  die  sich  in  zweiter  Ehe  mit  dem  strelitzischen
  Kammerherrn  Carl  von  Vof  verheirathet  hat.