Der Ausbau des Reiches. 543
„Die körperlichen Schmerzen traten zurück gegen den Schmerz, daß
preußische Landeskinder eine That vollbrachten, die am Schlusse meiner
Lebenstage doppelt schwer zu überwinden war und mein Berz und Gemüt
für den Rest meiner Tage finster erscheinen lassen! Doch muß ich mich
ergeben in den Willen Gottes, der dies alles zuließ, aber zugleich seine
Gnade und Barmherzigkeit walten ließ, da er mir nicht nur das Leben
erhielt, sondern mich in einer Weise gesunden ließ, die mich zu meinen
Berufsgeschäften wieder fähig machte. So preise ich Gott für diese seine
ührung, in der ich zugleich eine Mahnung erkenne, mich zu prüfen, ehe
ich vor dem Richterstuhl des Allmächtigen erscheinen soll! Daher erkenne
ich in den so sichtbar gewordenen Ereignissen eine gnadenvolle Führung
Gottes, die zum Guten führen soll, wie alles, was von ihm in Leid und
Freude uns trifft. Darum preise ich die Vorsehung für die schmerzensvollen
Ereignisse des ablaufenden Jahres. Sie haben mir aber auch Erhebendes
gebracht durch die Teilnahme, welche mir von allen Seiten zu teil wurde.
„Sunächst findet hier meine Gemahlin meinen heißen Dank für ihre
Liebe und Teilnahme, die sie mir, selbst leidend, schenkte, demnächst meine
Tochter, die mit kindlicher Liebe mich pflegte und mir so wohlthat.
Alle Familienglieder nah und fern finden hier meinen liebevollen Dank
für alles, was sie mir Teilnehmendes in der Schmerzenszeit bewiesen.
Allen denen, die in so überraschender Weise meiner gedachten, gebührt
hier mein inniger Dank. Und woher kam diese Teilnahmed Don wo
anders als vom Allmächtigen, dessen Führung es wollte, daß ich in der
Welt so gestellt ward, daß Seine Gnade sich jedermann einprägte, die
über mir waltete. Und in dieser Waltung erkenne ich wiederum seine
Liebe und Barmhberzigkeit, daß er mich ausrüstete, seinen Willen hier
auf Erden zu vollführen, und er mich und mein Dolk würdig fand, das
übertragene Pfund zu verwalten. Also wiederum nur Gottes Gnade
preise ich in allem, was mir von Menschen in der Leidenszeit Gutes zu
teil ward. Aber nicht bloß in dieser Leidenszeit zeigte sich diese Teilnahme,
sondern jederzeit habe ich dieselbe in einem Maße empfangen,
die weit über das Derdienst ging, mit dem ich jenes Hfund verwalten
konnte. Die Menschen haben meine Schwächen und Fehler übersehen
wollen; aber der, welcher sie kennt, wolle mir dereinst ein barmherziger
Richter sein, wo ich die Lehren und Weisungen des eingeborenen Sohnes
des himmlischen Daters nicht achtete!
„Berr, dein Wille geschehe, wie im Rimmel, also auch auf Erden.
„Im Glauben ist die Roffnung, und die himmlische Liebe der Weg
dahin. Amen! Wilhbelm.“