Volltext : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1898. (89)

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  und  vor  königlichen  Hofwagen  müssen  sich  die  Tiere
bei  aller  Lebhaftigkeit  doch  durch  gewisse.  Wohlerzogenheit
auszeichnen,  zumal  unser  König,  wenn  er  Spazierfahrten
unternimmt,  auf  denen  ihn  in  der  Regel  die  Prinzensöhne
begleiten,  selbst  die  Zügel  führt,  und  Gespanne,  die  ihn  als
tüchtigen  Fahrer  gar  zu  sehr  in  Anspruch  nehmen,  nicht
gebrauchen  kann.  Ein  Marstallbeamter  erklärte  dies  in  einer
überaus  zutreffenden  und  bezeichnenden  Weise  mit  der  schlichten
  Bemerkung:  „Majestät  muß  nämlich  zu  oft  grüßen.“  —

Bei  großen  Empfängen,  wenn  nahezu  das  gesamte
Pferdematerial  des  Zugstalles  in  Anspruch  genommen  wird,
kommen  im  Galageschirr  mit  den  reichen  Goldbeschlägen
noch  immer  die  prächtigen  hohen  schwarzbraunen  Karossiers
ausschließlich  in  Betracht.  Der  Rasse  nach  gehören  sie  ganz
vorwiegend  den  norddeutschen,  hoch  im  Blut  stehenden
Schlägen  an,  wie  man  sie  auf  den  Marschen  Hannovers,
im  Lande  Kehdingen  und  Hadeln,  in  Mecklenburg  und  Holstein
  züchtet,  nicht  aber  dem  Oldenburger  Typus,  wie  man
vielfach  irrtümlich  angenommen  hat,  weil  gerade  die  schwarzbraunen
  dieser  Rasse  ganz  fehlen.  Überdies  ist  es  ja  eine
bekannte,  freilich  laienhafte  Ansicht,  daß  jedes  Pferd,  das
nicht  zum  rasselosen  Janhagel  zu  zählen  ist,  einem  ganz
bestimmten  Zuchtgebiet,  einer  engbegrenzten  Rasse,  angehören
müsse,  dazu  hat  die  moderne  Vermischung  der  Schläge  mit
englischem,  teilweise  auch  orientalischem  Blut  viel  zu  viel
allgemeine  Rassemerkmale  geschaffen,  hinter  denen  die  der
ursprünglichen  Formen  oft  weit  in  den  Hintergrund  gerückt
wurden.

Unsere  Bilder  zeigen  verschiedene  Gespanne  aus  dem
königlichen  Marstall,  ein  paar  der  hohen,  mächtigen  „zehnzölligen“
  Karossiers  und  ebenso  Füchse,  die  dem  Marstall

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