März 17.
bis 30.
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geistlichen das, was er thun würde, denselben nimmer suspect, also
seinen konig dem ganzen reich [!] beiderseits uns in frieden und einigkeit
balten könte.“ Khlesl erzählte auch: er sei Ursache, dass der
König den Revers wegen Bestätigung der Religion und der Freiheiten
unterschrieben habe; er wolle auch künftig daran sein, dass sich
kein Fürst wegen der Religion zu beschweren habe; Kurköln und
Ferdinand von Graz hätten ihn veranlassen wollen, dem König zu
einer Heirat aus dem bairischen oder florentinischen Haus zu
raten, er wolle aber zu einer solchen’ raten, welche auf keiner Seita
Argwohn eırege.
Ich habe mich darauf bei Herberstein, Losenstein und Zierotin erkundigt,
wie sich Khlesl nun gegen dieEvangelischen verhalte;
sie alle bestätigten mir, dass, wenn sie ihn nicht hätten, sie in
vielen Sachen nicht fortkommen könnten; wenn sie ibn gewonnen
haben, so seien sie des Papstss und ihres Königs versichert; sie
traueten ihm zwar nicht weiter als sie sehen, aber sie machten
sich das Interim zu Nutzen, brächten die Evangelischen in die vornehmsten
Aemter und hätten Fuss um Fuss gewonnen; so hofiten sie,
dass, wenn nach ihrem Willen die Union zwischen Böhmen, ihren
Ländern, Schlesien und den Iausitzen gemacht würde, Khlesi oder der
König sich dann gegen die Evangelischen wol nicht etwas unterstehen
dürften. Katholische seien um den König drei oder vier, ausser Khlesi
Meggau, Khuen und Liechtenstein; diese seien bös und eifrig und
kämen mit dem spanischen und päpstlichen Botschafter zusammen.
Die Evangelischen hoffen aber, dies „consilium‘“ zu zertrennen. Die
vornehmsten Landoffiziere sind evangelisch; darunter ist Zierotin der
vornehmste, der den andern mit gutem Beispiel vorangeht.!
Ich war zwei Tage in Prag, ohne den König zu sehen,
habe aber die vornehmsten Herrn besucht, mit ihnen gesprochen
und sie sehr geneigt gefunden, die Union zwischen ihnen und Kurbrandenburg
zu erneuern; sie wollen auch E. kfl. Gn. schreiben,
ı Ueber die katbolische Partei in der Umgebuug des Könige berichtet
Pfretzschner am 5. April an Kaspar von Schönberg: „Die Catholıschen trotzen noch
sehr und insonderheit die königlichen geheimen räte; Meckau, Kain, Popel
und der abgetallene Puchaimb lassen sich ausdrücklich verlauten , man soll
sich nur weder mit worten noch werken vernemen lassen, die religion bei
diesem wesen fortzusetzen oder den Catholischen einigon abbruch zu thun
sondern an dem vergnügen lassen, dass zuvor durch die zwischen beiden
herrmm brüdern erstandene uneinigkeit die kezereien ihren vollen lauf erreicht
und sonderlich in diesen landen merklich fortgepflanzet worden. Ist sich
aber wol zu befürchten, es werde allezeit ihr hüten und wachen vergeblich
sein, dan, was expresse nicht gescheen kan, wird sich tacite fein von sich
selbsten geben, indem bei der reformation des regiments sonder zweifel das
werk Jermassen wird gefasset werden, dass die protestierenden proceree regni
ihre loca und vota höher und stärker als bisshero nicht bescheen haben
und per consequens die ihrigen in billichen schuz und befürderung werden
nemen können.“ Die Friedenstraktation, die man jetzt pflegt, „schnupft“ ihnen
sehr in die Nase, sie dürfen aber nicht merken lassen, dass sie ihnen zuwider
sei (Dre., 9166, I. Buch pasgauer Kriegsvolks, f. 572; Or.).