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ken aus der ganzen Schweiz und Schwaben, Elsaß und Tirol
jährlich in großen Schaaren zu seinem Grabe.
Ein jüngerer Sohn des Hauses Zollern wurde im Verlauf
der Zeiten kaiserlicher Burggraf in der Reichsstadt Nürnberg
und gründete hier die jüngere Linie des Hauses, welche die ältere
in Schwaben zurückgebliebene Linie weit an Macht und Ruhm
übertreffen sollte. Diese jüngere Linie war sparsam und haus-
hälterisch und mehrte ihr Gebiet um Nürnberg her. Der erste
Burggraf, dem es vergönnt war, tiefer in die Geschicke Deutsch-
lands einzugreifen, war Friedrich. Kirche und Reich waren
damals zerrüttet. Drei Päpste stritten sich um den heiligen Stuhl
und zwei Kaiser um die deutsche Krone, der verrückte Kaiser
Wenzel in Prag aus dem Hause Luxemburg und Nuprecht von
der Pfalz aus dem Hause Wittelsbach. Wenzel hielt es mit
den Slaven, Italienern und Franzosen gegen die Deutschen und
unterstützte den ruchlosesten aller Päpste, Johann XXIII. Rup-
recht war dagegen deutsch gesinnt und ihm stimmten alle guten
Deutschen zu, besonders die, welche eine Reform der tief ver-
dorbenen römischen Kirche verlangten. Mit diesem Kaiser Rup-
recht nun hielt es auch Burggraf Friedrich und gab ihm das
bewaffnete Geleit über die Alpen nach Italien. Als Ruprecht
dennoch den äußern und innern Feinden Deutschlands unterlag,
aber auch der unfähige Wenzel abgesetzt und dessen Bruder Si-
gismund Kaiser wurde und unter schwierigen Umständen dennoch
wieder den Weg Ruprechts einschlug und als wahrer deutscher
Kaiser der Kirche durch ein Concilium wieder zur Ruhe, Ord-
nung und Einheit verhelfen und ihre argen Schäden bessern
wollte, war dabei Burggraf Friedrich von Nürnberg sein treue-
ster Freund und nicht nur Nathgeber, sondern unterstützte ihn
namentlich auch mit Geld zum Behuf der Reisen und Vorbe-
reitungen, deren der Kaiser bedurfte, um endlich auf dem be-
rühmten Concil zu Constanz die große europäische Frage