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schaft mit der reichen Stadt gelebt hatte, so trat Friedrich Wilhelm auch jetzt als
Friedensvermittler zwischen ihr und dem benachbarten Fürsten auf. Diese Vermittelung
hatte den gewünschten Fortgang, denn dem kurfürstlichen Gesandten
gelang es, die Hamburger zu einer Geldentschädigung von 125,000 Thalern für
die rückständigen Hülfsgelder aus dem letzten Kriege zu bewegen.
Der materielle Gewinn des für Brandenburg fast ununterbrochenen sieben
Jahre währenden Krieges stand allerdings in keinem Verhältnisse mit den Anftrengungen
und Opfern, welche Friedrich Wilhelm in demselben gebracht hatte,
umberechnenbar jedoch war die moralische Einwirkung desselben. Der glorreiche,
obschon unbelohnte Krieg sicherte die Grundlage der Größe des von ihm zur
Einheit herangebildeten Staates. Die brandenburgischen Truppen hatten zwei
schwedische Heere vernichtet, und rühmlich den Kampf gegen die sonst überall siegreichen
französischen Truppen unter den größten Kriegsmeistern der Zeit bestanden.
Wenn auch voll Neid und Eifersucht auf seine Erfolge, spendete ihm die staunende
Mitwelt den Namen des großen Kurfürsten, zu edlem Wetteifer seiner
Nachkommen und eines Volkes, welches durch ihn seine Kraft kennen gelernt hatte.
Die letzten Lebensjahre des großen Kurfürsten.
Schwer hatte die Hand des Geschickes auf dem edlen Fürsten gelastet, denn
Alles, was menschliche Klugheit ersinnen, was der Muth und das Genie eines
Helden erringen konnte, war durch ihn geschehen, und dennoch raubte die Macht
der Verhältnisse ihm jeglichen äußeren Lohn seines heldenmüthigen Ringens. Nach
einer vierzigjährigen glorreichen Laufbahn sah er seine Staaten fast in demselben
traurigen Zustande, wie zur Zeit, als er in den Wirren des großen Religions-=krieges
die Regierung übernommen hatte; alle Landestheile vom Kriegsgetümmel
heimgesucht, von Plünderung und Brandschatzung erschöpft, und durch fortwährende
unerschwingliche Steuern niedergedrückt. Die ganze Grundlage seiner Politik
war zerstört, denn die Bundesgenossen, zu deren Heil er in treuem Verein
das politische Gleichgewicht in Europa aufrecht erhalten, sein Ansehen hatte behaupten
wollen, waren nicht nur schmählich im Augenblicke der Gefahr von ihm
gewichen, sondern hielten sich auch noch nach dem Friedensschlusse in bedenklicher
Ferne. Statt des guten Verhältnisses zu den Holländern, welche ihm im Anfang
des Krieges großentheils ihre Rettung verdankten, war scharfe Spannung eingetreten,
mit dem Kaiser ein lebhafter Zwist, und mit Spanien gerieth er sogar in
offenen Krieg, während Sachsen und Hannover mit Frankreich Bündnisse schlossen
und seine Länder dadurch im Falle eines neuen Krieges in die bedenklichste Lage
gerietchen. Der König von Dänemark dagegen glaubte seinerseits gegründete Klage
gegen Friedrich Wilhelms Politik zu haben, denn er gab seinen geheimen Verhandlungen
mit Frankreich die Schuld, daß Münster und Lüneburg Frieden
geschlossen hatten. Auch sein Dazwischentreten in dem Streite mit Hamburg war
von ihm übel aufgenommen worden; kurz das frühere Vertrauen und die enge
Verbindung der beiden Staaten war dahin.
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