Histor.120 und 121 43
S.449—450 erwähnte Urkunde. Bl.106 sind die hohen Beamten
und Edelleute aufgeführt, welche 1501 die Urkunden verzeichneten.
Dies ist also das werthvolle Verzeichnis des 1348 von Karl IV
auf dem Karlstein gegründeten böhmischen Landesarchivs. 1621
wurde dasselbe nach Prag, um 1749 (vgl. Archiv d. Geschichte und
Statistik insbes. von Böhmen III 1795 S.254) zum Theil nach Wien
übergeführt. Andere Hften dieses Verzeichnisses nennt Jungmann,
böhm. Literaturgeschichte, unter no. IV 967 und besonders III 473,
wo ein Mathaeus aus Chlumdan als Verfasser der Vorrede von 1501
genannt wird. In den Gelehrten Neuigkeiten Schlesiens 1739 8.150
wird ein Exemplar mit 1503 als Jahr der Inventarisation genannt.
Wirklich werden auch in unserer Hft Bl.15b und 16a Urkunden
von 1502 aufgeführt. Die oben erwähnte deutsche Übersetzung
stimmt genau mit unserer Hft; die von Balbinus Miscellanea hist.
1681 lib. III p.106 mitgetheilten Aufschriften der damals leeren
19 Kisten weichen von den unsern beträchtlich ab.
Bl.107—111 (von anderer Hand) Wegmeno Buozii Tuto zprawu
dal gest napsanı pan Wazlaw Wlezek krali Wladislawowi kdyz
se miel w kralnowstwie Uherskee gsa kralem Czieskym _uwazati.
(Im Namen Gottes hat diese Lehre Wenzel Wleek — von Cenow —
dem König Wladislaw dargebracht, als er das Königreich Ungarn
antreten sollte). Palacky hat im Casopis Museum 1828 (Jungmann
no. III 244) veröffentlicht “Des H. W. Wlezek von CUzenowa Zug-,
Schlacht- und Lagerordnung der Reiterei, des Fussvolks und der
Wagen’; Burian hat in der Oestr. milit. Zeitschrift 1836 II, 4. Heft S.82
bis 99 dieselbe ins Deutsche übersetzt. Dort ist der König nicht
genannt (Palacky räth auf Wladislaw nach 1490), und Jähns, Geschichte
d..Kriegswissenschaften I 1889 S.310, scheint die Schrift
durch einander geworfen und unvollständig zu sein. Unsere Hft
gibt deutlich Wladislaw und das Jahr 1490; sie enthält aber nur
den ersten Theil von Palacky’s Text,, welcher die Reiterei betrifft
(= 8.84 — Ende 90 der deutschen Übersetzung); dann folgt als
Schluss "Das habe ich in Eile geschrieben. Wenn wir wieder zusammen
kommen, werde ich Ew. Majestät mehr Rathschläge geben‘.
Unsere Handschrift enthält also die ursprüngliche Fassung dieses
Kriegsbuches von 1490.
Auf Bl.110b (der letzten Seite der Lage) war, ehe das Kriegsbuch
eingeschrieben wurde, schon von der Hand, welche Bl.2—106
beschrieben hat, geschrieben Evangelium Johannis I, 1—8; dann die
1. Strophe des Liedes "Zawitey knam mily swaty dussie”.
Bl.106a unten ist eingeschrieben “Dieses Buch erhielt ich 1542".
1776 aus der Bibliothek von Schoeber, Bürgermeister in Gera,
erkauft.
Histor.121 IV Blätter + 149 Seiten zu 301/, :20 cm
17 Jahrh.
Confiscationsprotocoll vom Jahre 1624 über die in Mähren
eingezogenen Rebellengüter. Dasselbe ist nach anderen Hss.
gedruckt bei Christ. d’Elvert, Beitr. zur Gesch. der Rebellion ..
(= Schriften der mähr.-schles. Gesellschaft zur Beförderung des
Ackerbaues . . Bd. XVD), Brünn 1867, 8. 237—278. Voran geht