Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

 

Uummer  102

wurde  gegen  die  Stimmen  der  Sozialdemolraten
§5  1  gestrichen  und  dafür  §  2  Abs.  1  wie  folgt
gefaßt:  Wer  vorsätzlich  Schriften,  Zeibnungen
  und  andere  Gegenstände,  deren  Geheim  hailung
  im  Interesse  der  Landesverteidigung  erforderlich
  ist,  in  den  Besitz  oder  die  Kenntnis
  von  anderen  gelangen  läßt  und  dadurch
die  Sicherheit  des  Reiches  gefährdet,  wird  mit
Zuchthaus  nicht  unter  zwei  Jahren,  bei  mildernden
  Unständen  mit  Gesänguts  nicht  unter  einem
Jahr  bestraft.  2  bedroht  mit  rerselben
Strafe,  wer  u-  Nachrichten,  deren  Geheimbhaltung
  im  Interesse  der  Landesverteidihung
  erforderlich  ist,  an  eine  ausländische  Re-Lierung
  auch  durch  Vermittler  gelangen  läßt
und  so  die  Sicherheit  des  Reiches  gefährdet.
Abs.  3  droht,  wen  sezwerer  Schaden  enthand
und  der  Täter  ihn  vorausfah  und  gegen  Entgelt
  handelte,  mit  lehenssinglichem  Zuchlliaus.
Handlungen  gemäß  §  2  Abf.  1  ohne  den  Vorlatz
  der  Reichsgefahrung  varrlen  mit  Gesängnis
  oder  Festungehaft  bis  zu  fünf  Jahren  bestraf.
  Vorbereitende  Hamdlungen  zu.  einem
Vrgepe  gemäß  §  2  Abs.  1  worden  mi  zweibis
  rehnjährigem  Zuchthaus  verurteilt.  Der
Rest  des  Gesetzes  wurde  unverändert  und  dann
das  ganze  Gesetz  angenommen.  Die  dain  vorliegenden
  Pelitionen  wurden  für  erledigt  erllärt


 

Soziale  Kundschau.

Uürnberg,  5.  Mai.  Vor  dem  Einigungsamt
des  GV.  ewerbegerichl#  Fürth  san  den  in  der  Lohnbewegung
  der  dayer.  Spiegelglas=Industrie
  Verhandlungen  zwischen  den  Industriellen
  und  der  so:  zialdemokratischen  Organisation
  statt,  die  aber  zu  leinem  Ergebnis
führten.  Ein  weiterer  Termin  wurde  dann  auf
den  18.  Mai  Enboraumt.

Nempten,  Mai.  In  der  Lohnbewegung
  de  Enriht  is.  jetzt  eine  Wendung
eingetreten.  In  lethter  Stunde,  als  die  Gehilfen
bereits  den  Strein  beschlossen,  wurd:  ein  neuer
Tarifverlrag  auf  die  Dauer  von  rier  Jahren
vereinbart.  Die  bisherige  Arbeitszeit  wird  von
55  auf  5312  Stunden  verlürzt  und  die  Löhne
um  6  Difg.  die  Stunde  erhöht,  dementsprechend
steigen  auch  die  Mindenlohnsätze.  Die  Montag:-zulagen
  werden  um  50  Pfg.  iu  Tag  erhöht.

Verschiedene  Aachrichken.

Berlin,  6.  Mai.  Heute  fand  die  erste  Gläubigerversammlung
  in  dem  Konkurs  W.  Wertheim
  vor  dem  Amtsgericht  Berlin-Mitte  statt.
Der  Konkuroverwalter  berichtete,  daß  den  Passiren
  in  Höhe  von  etwa  23  Millionen  nur
wenig  mehr  als  11  Millionen  Marl  Attiren
gegenüberstehen.

Berlin,  6.  Mai.  Eine  überraschende  Entdeckung,
  die  ihm  nach  der  einen  Richtung  unangenehm,
  nach  der  anderen  aber  nicht  unliebsam
war,  machte  ein  Kaufmann  hier.  Bei  diesem
lernte  im  zweiten  Jahre  ein  16  —  alter,  aus
Galizien  stammender  Morit  Reich.  Der  jüsische
junge  Mann  war  so  geschäftstüchtig,  daß  sein
Chef  ihm  volles  Vertrauen  schenkte.  Nicht  wenig
  erstaunt  war  dieler  aber,  als  er  abends  nach
Eeschäftsschluß  den  Laren  betrat  und  den  Lehrling
  an  der  Kaste  iraf.  Der  Kaufmann  beschlagnahmte,
  um  in  fehen,  ob  der  junge  Mann
die  Ladenlasse  erleichtert  hatte,  desjsen  Portemonnaie,
  das  er  vor  sich  auf  den  Ladentisch
gelegt  haite.  Ganz  beürzt  war  er  aber,  darm
neben  98  Mk.  u  Gold  und  Silber,  fünf  Tauendmarkscheine
  zu  fin  en.  Er  glaubte  zuerst,
daß  sein  Stift  zum  Prahlen  fünf  „Blüten“  in

se  gested!  habe,  doch  rgab  einc  einjeng.
  dal  es  echte  Reich:  bankna  en
der  Bursche  zu  dem  Verwar,
  fell:  e  ihm  iede  Erllä- 



   

gehende  Pri
waren.  Dafür
mögen  gelon  ur

„Sie  sollten  es  nicht,  aber  Sie  tun  cs  boch,
wie  mir  scheint.  Erzahlen  Sie  uns  die  Geschichte
dieser  Flecken.  Vielleicht,  daß  diese  Erllärung  Ihre
Schuld  klater  macht.  Dann  wollen  wir  Sie  mit
dem  größten  Vergnügen  verhaften.“

Ich  dachte  jebt  an  das,  was  Hume  gesagt
hatte  über  das  Entwerfen  einer  glaubwürdigen,
wahrscheinlichen  Geschichte.  Ich  wünschte  von
ganzem  Herzen,  daß  ich  mir  unter  seinem  Beistande
  eine  zurecht  gelegt  hätte.  Ich  bin  einer  der
denkbar  ungeschicktesten  Lügner.  B⅛  Kehr  als  einmal
bin  ich  hekeingefallen,  wo  eine  Lüge  mich  hätte
retten  können.  Kein  Mensch  würde  jje  eine  Lüge
von  mir  für  Wahrlt  eit  G  Ich  fühlle,  wie  die
beiden  Schiamt  en  michst  ch  ahb  eobachteten,  während
ihre  Gesichter  größte  Ungläubigkeit  ausdrückten.  Ich
wußte,  ich  mußte  irgend  etwas  sagen.  Wenn  nur

ume  dagewesen  wäre,  um  mir  zu  helsen.  Mi
zusammenrassend,  nahm  ich  einen  Anlauf.

 

 

„Ich  will  Ihnen  alles  sagen.  Ich  will  nichts
verschweigen.  2  würde  es  nützen?!  Sie  würden
es  ja  do  beraussinden.“

„Stimmt.
„Sie  sah,  wie  ich  ihn  tötete.  6  versuchte
in  zu  reiten.  Sie  stürzte  vorwäm  daß  er  in
ihn  Arme  siel  und  ihren  Mantel  aert  lo  Lebensblut
  färbte.“

„Also  so  war  es  —  daß  er  rückwärts  fiel.
Aus  der  Stellung,  in  der  er  ausgefunden  wurde,
ging  hervor,  daß  er  vornüber  fiel.“

„Nun  —  möglich,  daß  er  vornüber  fiel.  Ich
war  esen  nicht  in  giner  Gemütsperfassung.
um  *5  olche  Details

omit  töteten  S  Ihn
Mit  —  mit  einem  Messer,  daß  ich  vo
einem  B  an  der  Westküste  Afrikas  Mot

beimbrachte.

schagin  in  größter  Not.

 

HKosenel#zk  Al#zeigesn
rung.  Dieser  konnte  seinem  Chef  in  der  Bestürzung

  auch  leine  Auskunft  geben:  er  gestand
schließlich  in  einem  scharfen  Verhör  zu,  daß  er
lich  das  Geld  nach  und  nach  im  Laufe  der  beiden
Jahre  aus  der  Ladenlasse  heimlich  angeeignet
botte.  Fast  täglich  machte  er  unbemerkt  einen
Griff  in  die  Kasse  und  entwendete  dab:i  Beträge
  bis  zu  10  Mk.  Halte  er  so  für  100  Mk.
Gold.  Silber  und  Nickel  zusammengestohlen,  so
begab  er  sich  zur  Bank  und  wechselte  es  gegen
einen  Hundertmarlschein  ein.  Hatte  er  deren  10
beisammen,  so  ließ,  er  sich  einen  Tausendmarkschein
  geben.  Fünf  dieser  braunen  Lappen  hatle
er  sich  in  den  zwei  Jahren  „erworben“.  Wi:
er  ĩelbst  eingestand,  hatte  er  jetzt  genug  „gejpart“.
  Als  ihn  sein  Chef  überraschte,  wollte  er
nur  noch  das  nölige  Kleingeld  aus  der  Kasse
nehmen,  um  seine  Lehrzeit  zu  verlürzen  und
anderwärts  selbst  sein  Glück  zu  versuchen.  Obwohl
  der  Geschäftsmann  keine  Anzeige  machte,
da  er  das  Geld  an  lich.  nahm  und  sich  so  nickt
geschädigt  sühlt,  lam  die  Sache  zur  Kenntnis
der  Behörden.  Als  der  Bursche  zur  Rechenschaft
gezogen  werden  sollte,  war  er  verichwunden.
Leipzig,  6.  Mai.  Heute  vormittag  wurde
die  Internalionale  Ausstellung  für  Buchgewerb:
und  Graphil,  Leipzig  1914,  auf  dem  Gelände
der  vorjährigen  Vaufachausstellung  zu  beiden

Seiten  der  Straße  des  18.  Oltober  am  Fuß:
des  Böllerschlachtdenkmals  in  Gegenwart  des

Königs,  des  Prinzen  Johann  Georg,  der  Prinzessin
  Mathilde  von  Sachsen,  sowie  zahlreicher
geladener  Gäste  eröffnet.

Wiesbaden,  6.  Mai.  Auf  dem  Pforzheimer
  Ererziermag  echchug  sich  beim  Geschüzererzieren
  ein  Geschütz  der  6.  Batterie  des
hier  garnisonierenden  27.  Feld=  Artilleri:  Regiments

  und  begrub  mehrere  Kanonier:.  Zwei
wurden  schwer  und  zwei  *l  verletht.
Wien,  6.  Mai.  In  Leoben  drang  heute

acht  der  Arlillerieob.  Aeutnant  Fr.  v.  Menz  in
die  Wohnung  seines  Bruders,  des  Regimentsarite#
  Dr.  Friedrich  v.  Menz,  ein  und  feueri:
auf  d  diesen  sechs  Schüsse  ah.  Der  verwundete  Regi:
  nente  sarzt  schoß  sich  dann,  als  er  sah,  daß
seine  Verletzungen  tödlich  #ji#m.  noch  eine  Kugel
ins  Herz,  um  seine  Leiden  abzulürzen.  Der
Oberleutnant  stellte  sich  selb  der  Polizei.  Man
glaubt,  bo  er  wahnsinnig  ist.

Rom,  6.  Moi.  Die  22jähr.,  schöne  Komtesse
Maranini  9  Ferrara,  die  bei  ihrer  geschiedenen
Schwester,  der  Gräfin  Gismondi,  den  Winter

über  in  Rom  lebte,  hat  sich  aus  Liebeskummer

vergiftet.

Paris,  6.  Mai.  Dis  GEeschworenen  verrurteilten

  die  Bäuerin  Lecompte  wegen  dreifachen

  Giftmordes  zum  Tode;  sie  hat  drei  ihrer

lächsten  Verwandten  aus  dem  Leben  geschefft.

Petersburg,  6.  Mai.  Wie  die  „Nowose
Wremia“  mitteilt,  besindet  sich  die  Familie  des
am  31.  März  1904  auf  dem  „Petropawlosk“
untergegangenen  berühmten  Malers  2  Wericht-Die
  Witwe  hat  lich
aus  Verzweiflung  das  Leben  genommen.  Die
Schwiegermutter  lebt  im  Armenhaus.  Die  ältere

  Tochter  hat,  nachdem  sie  das  Gomnasium.

mit  Auszeichnung  durchgemacht,  einen  Sturenten
  geheiratet  und  lebt  im  Elend,  die  jüngere
mohnt  bei  einer  schwachsinnigen,  tranken  allen
Fran.  Die  Söhne  haben  die  Universität  be-2

  andet  und  sind  ebenfalls  ohne  alle  Mittel.  Das

Blatt  bezeichnet  mit  Recht  die  Vernachlässigung
der  Hinterbliedenen  des  großen  Künstlers  al
einen  Skandal  und  fordert  das  Publilum  auf,
für  sie  zu  forgen.

Tiflis,  6.  Mai.  Die  sortwährenden  heftigen
  Schneestürme  verwüsteten  im  Süd-Kaulafus
  neun  Dörfer;  die  Sommerernte  der  berühmten
  Weingärien  hat  schwer  gelitten.  Der
Vollewirtschaft  erwächst  ein  Millionenschaden.

„Könnte  ich  die  Wasse  'mal  sehen?“

Ich  hatte  eine  ganze  Sammlung  von  solchen
Dingern,  wußte  aber  ganz  gut,  daß  lein  einziges
Instrument  darunter  war,  von  dem  die  Wunden
herrühren  lonnten,  die  Edwin  Lawrence  beigebracht
  worden  waren

abe  sie  nicht.  ch  nahm  sle  mit,  als
ich  jeh  usging  und  w  ie  in  den  Fluß.“
Das  ist  doch  —  schade-  Denn  abgesehen
von  allem  anderen,  muß  es  ein  ganz  ausergewöhnliches
  Instrument  gewesen  sein  —  des  Ansehens
  wers  a  die  Aerzte  der  Ansicht  sind,  es
müßten  mindestene  fünfzig  verschiedene  Messer  gebraucht
  worden  sein

„Mein  Miste  8—  mehrere  Klingen.“

„So?  Aue  egal  lang?“

„Von  oerschiehenert  lnge.  “

„Alle  an  einem  Griff  befestigt?“
a,  aber  es  war  ein  ganz  zesonener  Griff.“
as  will  ich  meinen.  Ich  e,  Herr
ln  daß  Sie  eine  Zeichnun  urht  diesem
m  Messer  werden  machen  müssen,  zun  dem
chuhaf  und  den  Aerzten  klar  zu  machen,  was
f#  eine  Art  von  Messer  das  war.  War  lulenn
oore  im  Zimmer,  als  Sie  eintraten?“
e  war  da,  um  eine  Fürbitte  zu  tun.=1
  sie  damit  inne,  um  es  Ihnen  mitweiß

  es  nicht.-habe

  schon  einmal  bemerkt,  daß  Sie
über“  cinige  alles  wissen  und  von  anderem  rig  ichts.
Wie!r  lange  eit  nach  Ihrem  Eintritt  fand  d

—  stürzte  mich  sofort  "  a,  ihn,  ohne  ihm
*  unheut  Sie,  ’*  Sie  das  Verbrechen
begangen  haben  —  ganz  ausführlich.=#



 

Bayerische  enkralbarlehensrasse.

Der  Vorstand  der  Bayerischen  Zentraldarlehenslassc.
  eingetr.  Genoss:  uschaft  mil  beschränkter
  H#ftosich  (Roifseisenverband)  betont,  daß
der  blic  nach  dem  am  Dezember  19013
sesseeh  20.  Jahr  der  Tätigleit,  ein  Bild
steter  Fortentwicklung,  weiteren  Ausbaues  und
innerer  Befestigung  des  kandwirlschaftlichen  Genossenschaftsweseno
  in  Bayern  biete.  Di:  Mitallederzahl
  hat  sich  von  17P5  im  Jahre  1898
auf  2594  im  Jahre  1913  erhöht,  der  Gesamtumsatz
  von  77  Millionen  Marl  auf  769  Mill.
Mi.,  der  Reingewinn  von  1147  Mark  auf
341  108  Ml.

Für  die  Landwirtschaft  war  das  Jahr  1913
wierer  wenig  erfreulich.  Bei  verminkerten  Einnahmen
  machte  sich  ein  erhöhtes  Kreditbedürfnio
der  Lawwwirte  geltend,  zumal  die  Hypotheleinbanlen
  ihr  Darle#z  heusgeschäft  mangels  genügenden
  Pfandbriesabs  aßes  z.  itenweise  ganz  einstellen
  mußten.  Wie  im  Vorjahr  tonnte  rie
Zentrallasse  wieder  allen  Ansprüchen  gerecht
werden,  obwohl  sich  der  Darlehensstand  der  Genossenschaften
  gegenüber  dem  Vorjahr  noch  etwas
  erhöht  hat.  Im  Berichtsjahr  haben  Verhandlungen
  zwischen  den  im  rechtsrheinischen
Banern  bestehenden  drei  gröseeren  Verbänden
  stattgefunden,  um  eine  Verständigung  herbeizujũhren.
  Leider  scheiterten  sie  an  der  Fra#
der  Besiczslandswahrung,  so  daß  nun  neuerdings
die  Gegensätze  stärler  hervortreten.  Konnte  mit
#er  Landwirtschaftiichen  Zentralgenossenschaftdes
Banerischen  Bauernvercins  für  Ein=  und  Verlauf
  in  NRegensburg  eine  Verständigung  nicht
erzielt  werden,  so  stehe  die  Zentrallasse  mit  den
anderen  im  rechtsrheinischen  Bayern  wirkenden
Genossenschaftszentraten  in  gutem  Einvernthmen.
  Mit  dem  Land  wirtschaftlichen  Verband
für  Schwaben  wurde  am  1.  Juli  1913  ein  neuer
Interessengemeinschaftsrertrag.  abgeschlossen.

Bei  Begian  des  Geschäftsjahres  war  der
Stand  der  Mitglieder  2537.  Zugegangen  sind
88  Genossenschaften,  ausgeschieden  31.  Di:  Zusammensetzung
  des  nunmehrigen  Mitgli-  deriandes
  von  2594  iit  folgende:  14  Einzelpersonen,

Zentralgenorsenschaften  (Pfälzische  Landwirtschaflsbant,
  Mitteifräntische  Krei:-Darlehenslasse
  und  LandwirtschaftlicherVerbandfür  Schwaben)
  2577  Genossenschaflen  mit  unbeschränkler
Hafloflicht.

Die  Entwicklung  der  verschiedenen  Geschäftsebteilungen.
  sei  durchaus  befriedigend  gewesen,

obmohl  die  Warenvermittlungs=  wie  die  Getreide-Abteilung
  und  Lagerhäuser  mit  ungünsiigen
  Konjunkturen  zu  lämpfen  hatten.  Die
Lagerhausbauten  Neuburg  a.  D.,  Ingolstadt
und  Mainburg  wurden  im  Berichtsjahr  vollendet,
  cbenso  das  für  Unterfranken  erbaute  Zentral-Lagerhaus
  in  Würzburg.  Neu  in  Betrieb
genommen  wurden  di?  Lagerhäuser  in  dein
Orten  Kößting,  Pfarrlirchen,  Rolttenburg,
  Weiden,  Bamberg,  Marlktbreit,  Ganiönigshofen.
  Es  sind  nun  in  eigenem  Betrieb  56  Lagerhäuser
  und  Lager,  außerdem  stehen  30  selbflständige
  Lagerhäuser“  als  Verlaufsstelle  der  Lagerhausvereinigung
  im  Geschäftsverkehr.

Das  Gesamtgeschäftsergebnis  wird  wieder  als
befriedigend  bezeichnet,  obwohl  ein  Teil  der
Lagerhäuser  infolge  der  ungünstigen  Geschäftslage
  unter  erschwerten  Umständen  arbeitenmußte
und  Verluste  ergab.  Die  beziehenden  Genossenschaften
  erhalten  eine  Warendividende  von
71  331  (69  620)  Mk.

Das  Geschäfteguthaben  erhöhte  sich  nach  der
Steigerung  des  Geschäftsanteils  von  200  auf
500  Ml.  auf  4  204  500  (1  645  800)  Mark,  so
daß  das  eigene  Vermögen  (Geschäftsguthaben
und  NReserven)  um  2.76  Mill.  Mk.  wuchs.  Mit
den  Gesamthastsummen  von  8  589  C0O0  Mark

wird  die  Gesamtsicherheit  über  die  in  der  Bilanz
—.—..—-„Er

  stand,  mir  den  Rücken  zudrehend;  ich
stach  zu,  rhe  er  Zcit  hatte,  sich  umzudrehen:  als
er  sich  umwandie,  stach  ic  ihn  auch  in  die  Brust.“

„Und  dann  ins  Gesicht
7r  und  daun  ins  Gschn-„Was

  tat  Fräuen  Moore  die  ganze  Zeit

aber?

„Sie  schien  gan  überrascht.  Als  sie  begriff,

was  vorging,  eille  sie  zur
vermute,  daß  di  lis  dahin  schon
9  oder  fünfiig  Mal  zugestochen  hatten.  D#r.
S  ist  een  von  Wundern  entstellt.“
weiß  en
48  nachtem  i#t.  berbeigeellt  war,  fuhren

Eie  d  drauf  los  zu  stechen

a.“
„  Unb  was  tat  Fräulein  Moore  —  nichts?“
„Sie  versuchte,  nich  zurückzuhalten  —  sie  tat
ür  miglichstes.
Zens  sle  zum  Beispiel  mit  Ihnen?!“
a.“

ie,  Sle  behaupten,  daß  Fräulein  Moore
mit  gi  gu  7“
ufel  mit  2  nen  und  Ihren  Fragen,
Synde  Willen  cre,  aß  ich  größie  Lust  hätte,
Sie  Auch  wu  töten
Ruhlg  Gaenen  Sie  nur  etwas  weiter  weg.
Se  uind  nicht  gerade  ein  Mensch,  mit  dem  4
in  beinen  in  zen  einlassen  möchte
auseg  etzt  zum  ersten  vt
2  4  e  Lin  icht,  daß  Sie  ie  jetzt  mehr

Lousn  Nein,  Herr  Ferguson.  Ich  *5r  solche

mun  worguf  Eie  Se  elen  und  i

rlni  b  ich  Sie  vis  ainerichen  in

en  *  bewundere  dem  ich  Kriminalmier
  bin.  Aber  auf  4%  —  Spiel  verer

  verschollen.  Ob  es  sich  um  einen

Treifag,  8.  Mai  1914

———  ———
ausgewiesenen  Altivwerte  hinaus  auf  14.  150
(11.18)  Mill.  Mk.  festgestellt.

Der  Gesamtumsatz  ist  1913  auf  384.50
(402.59)  Millionen,  cugzt.  zurückgegangen.  Cs
guifielen  270.98  (296.58)  Millionen  Mark  auf
die  Bankabteilung,  49.41  (48.31)  Mill.  Mk.
auf  die  Warenvermittlung,  55.62  (45.02)  Mill.
Mi.  auf  die  Getreideabteilung,  gr  dusern  1
Betrieb  Memmingen,  8.49  (12.59)  Mill.
auf  die  Güterabteilung.  Der  Reingewinn  bHeiegestegen,
  und  zwar  auf  341  108  (324  174)
Mk.,  nachdem  26  241  Mk.  Verluste  abzuglich
Gew'’nn  der  Getreideabteilung  und  Lagerhäuler
  abgesetzt  j  ud  (i.  V.  4507  Mk.  Gewinn  daraus).
  Im  emnzelnen  erzielten  an  Gewinnen  die
Bankabteilung  207  019  (144.654)  Mk.,  die  Warenvermittlung
  132  095  (128  925)  Mart,  die
Güter-Abteilung  28  235  (46  086)  Mk.

Von  dem  Reingewinn  sollen  102  090(15382)
Mark  zu  verschiedenen  Rückstellungen  dienen,
81  331  (69  620)  Mark  dem  Bayerischen  Landeskrhand
  nach  den  Satzungen  zufließen,  9021

8624)  Mk.  vorgetragen  werden  (im  Vorfahr
42#3  10  000  Mk.  zum  Pensionsergänzungs  sonds)].
Die  Gesamtreserven  erhöhen  sich  dann  auf  1.36
(1.30)  Mill.  Mk.  Auf  die  Geschäftsgutbaben
entfallen  5  5  (i.  V.  4)  Proz.  Gewinnanteil.

Die  Vilanz  führt  den  Betriebsvorschus  des
Staates  und  des  Kreises  Mittelfranken  wieder
mit  4.10  Mill.  Mk.  auf,  ferner  u.  a.  laufende
Verbindlichkeiten  17.82  (160.33)  Mill.  Mk.,  Guthaden
  der  Genossenschaften  17.27  (17.59)  Mill.
Ml.,  andererseits  umsoßten)  muhenstände  im  KonO
lolorrent  32.72  7)  Mill.  Mk.,  Hypothek.
guthaben  4J.04  (Z.  en  Mill.  Ml.,  Effeiten  4.  13
(2.79)  Mill.  Mk.,  Warenbestände  1.61  12.160)
Mill.  Mark.  ·

Müncheueeltmgleiteii··

Milnchen,6.Mai.VoreiiiigenTagen
wurde  in  Dürrenwind  bei  Rothenburg  o.  T.
bei  einem  Einbruch  Wertpapiere  der  Bayerischen
Handelsbank  im  Betrage  von  3300  Mk.  gestohlen.
  Der  Dieb  begab  sich  nach  München,
wo  er  noch  drei  Burschen  traf,  von  deuen  sich
einer  erbötig  zeigte,  die  Papiere  bei  der  PVayer.
Handelsbank  zu  verkaufen.  Der  Verkauf  ich!#en
dem  Beamten  verdächtig  und  er  ließ  den  Burschen
  verhaften.  Dieser  gesiand,  daß  er  im
Auftrage  eines  anderen  gehandelt  habe,  der  ihn
in  einer  Wirtschaft  an  der  Karlstraße  erwarte.
Auch  dieser  und  zwei  weitere  Burschen,  die  als
Hehler  in  Betracht  lommen,  wurden  festgenommen


ünchen,  6.  Mai.  Gestern  abend  halb
7  Uhr  wurde  nächst  dem  Brunnenhaus  an  der
JFartalstraße  die  Leiche  eines  jungen  Mannes
aus  dem  Wasser  gezogen,  die  eine  Schußverletzung
  an  der  Stirne  aufwies.  Der  Tote  wurb?
als  der  35  Jahre  alte  Katastergebilse  Adolf
Doifl  erkannt.  Doifl  war  seit  Gründonnerstag

abgängig  und  wurde  am  17.  Mpril  näch't  Pullach
von  einem  Schäfer  gesehen.  Seit  der  Zeit  war
Selbsimord
oder  um  ein  Verbrechen  handelt,  ist  noch  unaufgellärt.


München.  6.  Mai.  Unterhalb  der  Föhringer
  Brücke  siel  der  20jährige  Brückenbanarbeiter
  Gg.  Hell,  ein  Gütlerssohn  aus  Unterföhring,
  bei  einer  Notbrückenreparatur  in  die
Jar  und  verschwand  spurlos  in  den  Wellen.
Die  armen  Eltern  haben  erst  vor  wenigen  Monaten
  einen  22jährigen  Sohn  verloren.

Bayerische  Nachrichlen.
weilheim,  6.  Mai.  Der  21jährige  Schreiner
Franz  Holdenricder  von  Schwifting  wurde  in
der  mechanischen  Schreinerei  Geisenhofer  ven
der  Transmission  erfabt  und  an  die  Wand  meschleudert,
  so  daß  ihm  di:  Hirnschale  zersoh#uct- 



 

leirtes  Sie  nch  nicht.  Sie  sind  kein  Romanschreiber,
Ihre  Komplots  stimmen  nicht.  Wir  wissen
immer  noch  nicht,  wie  diese  Flecke  auf  den  Mantel
der  Dame  kamen.“
„Wollen  Sie  —  wollen  Sie  mich  denn  nichl
verhaften?“
„Augenblicklich  nicht.  Viellcicht  gelingt  es
Ihnen,  wenn  Sie  auf  der  Zeugenbauk  sinen,  den
Richter  zu,  veranlassen,  Ihre  WVerhastung  anzuordnen,
  aber  in  Fa  irchte  ich,  wird  es
wegen  Meigeiest  seie  Ponnen  Sie  mit,  Gray.
Wenn  ich  Sie  P.  Ler  erguson,  dann  würde
ichn  den  Dingen  ihren  uf  lassen,  es  nüht  nihs
n  Sie  ch  noch  so  viel  M  Mihe  geben,
5  Iee-  en  zu  semm  en.  Wenn  die  Dame  un-#.
  lommt  es  heraus  und  cheufo,  wenn
e  ni  uischiildigislundverlassei  st
zut  nemn  Wort,  das  ist  auch  für  alle  Beielligten
as
Der  Inspeltor  verließ  das.  Zimmen  mit  d
ausgerollten  Mantel  unterm  Arm  —  ich  m
leinen  Versuch  weiter,  ihn  danlrn  zu  4  nhte
Die  Wahrheit  ist,  daß  ih  ganz  ##  wußte,  daß
mir  nur  gelungen  war,  elnen  Esel  aus  mir  zu
machen  und  sonst  nichts.  Mein  ganges  Mückgrat
hatte  mich  verlassen  und  ich  war  schlapp,  w
ein  alter  lappen.  Und  1t  hatte  d
dumme  alte  Berb  von  meinen  Ueberredungs-Uhusten
  gefaselt!

.  (Forklehung.  solgt.)