Full text : Bismarck´s Glaube.

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Ende  beide  gesunken,  tiefer  und  tiefer,  ohne  Begehren
nach  des  heilands  hand“;  es  ist  rührend,  wie  er  dann  einmal
  den  „häßlichen  Traum“  schildert,  daß  sie  ihn  von  der
planke  stieße,  die  er  im  Schiffbruch  gefaßt  hatte,  in  die
rollende  See,  „aus  Jurcht,  sie  möchte  uns  beide  nicht  tragen“.
Der  überwiegende  Eindruck  aber  ist,  daß  der  Bräutigam
bei  allem  Sich-Einleben  in  Johannas  Welt  doch  völlig  frei
ihr  gegenübersteht  und  weit  weniger  empfängt  als  gibt,
eigentlich  nur  Wärme,  die  seine  Mlarheit  durchleuchtet.  Er
verleugnet  nirgends  den  Einfluß  der  freieren  geistigen
Strömungen,  von  denen  er  sich  in  seiner  Bekehrung  abgewandt.
  Und  er  konnte  die  Geltendmachung  dieser  eigenen
Welt  wagen;  schrieb  ihm  doch  die  Schwiegermutter:  „Reinfeld
  ist  eine  Republik,  obgleich  jedes  einzelne  Individuum
darin  bigott  aristokratisch  ist.  Doch  schmeckt  das  Ganze  nach
einer  freien  Derfassung.“

Und  so  kämpft  er  denn  ehrlich  um  seine  vernünftige
weltanschauung.  Er  schreibt  einmal  sehr  launig:

„Ich  bin  ein  Altmärker,  der  Gründe  wissen  will,  seit
meinem  zweiten  bis  zum  siebenten  Jahre  in  Dommern
erzogen;  darum  verstehe  ich  mitunter  keinen  Spaß.“  Er
war  nie  orthodox  im  pommerschen  Sinn,  nie  schlechthin
bibelgläubig;  seine  Nritik  konnte  er  nicht  zum  Schweigen
bringen.  Einmal  dankte  er  der  Braut  für  ihre  Nachsicht
und  Duldung  gegen  seine  etwaigen  Glaubensschwächen  und
weifel,  für  ihre  Bereitwilligkeit,  ihn  zu  lieben,  wenn
auch  Gott  ihre  herzen  verschiedene  Wege  führen  sollte.  In
keinem  Lelde  sei  der  Spruch:  Richtet  nicht!  anwendbarer
als  in  Glaubenssachen,  die  für  irdische  Verbindungen  überall