Full text : Leitfaden für das Preußische Jäger- und Förster-Examen.

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reichen;  noch  jüngere  Stämme  als  Laßreiser,  die  aber  zur  Rekrutirung
des  Oberholzes  bestimmt  sind,  nennt  man  Kernloden,  sobald  sie  aus
dem  abgefallenen  Samen  hervorgehen.

Nach  der  Zahl  der  Jahre  des  Unterholzumtriebes  wird  der  Wald
in  gleich  große  Schläge  getheilt,  auf  welchen  jedesmal  gleichaltriges
Unterholz  und  verschiedenaltrige  Oberholzklassen  stehen,  z.  B.  bei
20jährigem  Umtrieb  in  20  Schläge;  in  jedem  Jahre  wird  ein  Schlag
genutzt,  das  Unterholz  treibt  man  ganz,  das  Oberholz  nur  theilweis  ab,
je  nach  Bedarf  oder  in  Rücksicht  auf  Verdämmung  des  Unterholzes.

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Anlage  und  Betrieb  von  Mittelwäldern.

Mittelwälder  lassen  sich  am  besten  aus  Niederwald  in  der  Weise
erziehen,  daß  man  bei  jedem  Abtriebe  des  Unterholzes  eine  angemessene
Zahl  Laßreiser  überhält  bis  die  gewünschte  Anzahl  Oberholzklassen  her—
gestellt  ist.  Die  Richtung  der  Schläge  ist  wie  beim  Niederwald  von
Westen  nach  Osten,  nur  muß  man  besonders  auf  eine  möglichst  un—
schädliche  Herausnahme  des  Oberholzes  sehen  bei  weichem  Wetter  und
Schnee;  am  besten  läßt  man  die  Oberbäume  vorher  entästen.  Zu  Laß—
reisern  wählt  man  immer  gesunde,  stufige  und  schön  gewachsene  Kern—
loden,  die  möglichst  keinen  Gabeltrieb  haben.  Während  des  Unterholzabtriebes
  werden  sie  sorgfältig  ausgesucht  und  mit  Grasbändern  bezeichnet,
  nicht  angeschalmt.

Stockloden  nimmt  man  zu  Oberholz  nur  nothgedrungen,  da  sie
leicht  kernfaul  werden,  zu  Unterholz  mehr.  In  Ermangelung  von  Kernloden
  pflanzt  man  auch  Heister.  Man  soll  immer  etwas  mehr  Laßreidel
  auszeichnen  (ebenfalls  durch  Bänder),  um  Fehler  gleich  verbessern
zu  können,  die  überflüssigen  kann  man  später  leicht  wieder  entfernen;
überhaupt  hält  man  von  den  jüngeren  Oberholzklassen  verhältnißmäßig
mehr  über  als  von  älteren  Stämmen,  um  Ersatz  für  etwaigen  Abgang
zu  haben.  Je  mehr  Oberholz  man  hat  von  Holzarten  mit  dichter  oder
ausgebreiteter  Krone,  desto  weniger  Stämme  darf  man  verhältnißmäßig
überhalten.  Weniger  Oberholz  kann  man  überhalten  auf  frischem  kräftigem
  und  tiefgründigem  Boden,  sowie  in  milden  Lagen  und  an  Berglehnen
  als  auf  anderem  Standort.

Kürzere  Unterholzumtriebe  lassen  mehr  Oberholz  zu.  Bei  der  Auszeichnung
  des  Oberholzes  hat  man  auf  eine  richtige  Ausbeute  an  Nutz-Westermeier,

  Leitfaden.  7.  Aufl.  15