Full text : Armee-Verordnungs-Blatt Sechzehnter Jahrgang (16)

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Armee-Verordnungs-Blatt.

Herausgegeben  vom  Kriegs-Ministerium.
16.  Jahrgang.  gerlin,  den  4.  Februar  1882.  Nr.  3Z.
Gedruckt  und  in  Kommission  bei  E.  S.  Mittler  &  Sohn,  Königliche  Hofbuchhandlung,  Kochstraße  69.

 

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Nr.  20.
Größere  Truppen-Uebungen  im  Jahre  1882.
Auf  den  Mir  gehaltenen  Vortrag  bestimme  Ich  hinsichtlich  der  diesjährigen  größeren  Truppen-Uebungen:
1)  Für  das  Garde-Korps  hat  das  General-Kommando  desselben  Vorschläge  einzureichen,  dabei  aber  durch
entsprechende  Auswahl  des  Terrains  auf  möglichst  geringe  Flurbeschädigungskosten  Bedacht  zu  nehmen.
Das  4.  Garde-Grenadier-Regiment  Königin  nimmt  an  den  Uebungen  des  8.  Armec-Korps  Theil.
2)  Das  5.  und  6.  Armee-Korps  sollen  große  Herbstübungen:  Parade,  Korpsmanöver  —  jedes  Armec-Korps

  für  sich  —  und  dreitägige  Feldmanöver  gegen  einander  vor  Mir  abhalten.  Betreffs  Zeit
und  Ort  dieser  Uebungen  will  Ich  näheren  Vorschlägen  durch  Vermittelung  des  Kriegs-Ministeriums
entgegensehen.  Für  die  —  abgesehen  von  den  erforderlichen  Marsch=  und  Ruhetagen  —  unmitltelbar
vorangehenden  Divisions-Uebungen  dieser  Armec-Korps  sind  die  Bestimmungen  des  Abschnitts  II.  a.
und  b.  des  Anhanges  III  der  Verordnungen  vom  17.  Juni  1870  mit  dem  Zusatze  maßgebend,  daß
die  General-Kommandos  ermächtigt  werden,  die  drei  für  Manöver  ganzer  Divisionen  gegen  einen
markirten  Feind  bestimmten  Tage  nach  ihrem  Ermessen  auch  zu  Feldmanövern  der  Divisionen  over
des  Armee-Korps  in  zwei  Abtheilungen  gegeneinander  zu  verwenden  und  event.  auch  an  einem
dieser  Tage  ein  Korpsmanöver  gegen  markirten  Feind  stattfinden  zu  lassen.

Die  genannten  Armee-Korps  haben  aus  dem  Beurlaubtenstande  soviel  Mannschaften  einzuberufen,
daß  die  betreffenden  Truppentheile  mit  der  in  den  Friedens-Etats  vorgesehenen  Mannschaftsstärke
zu  den  Uebungen  abrücken  können.

Die  übrigen  Armee-Korps  haben  die  im  Abschnitt  I  des  Anhangs  III  der  Verordnungen  vom

17.  Juni  1870  erwähnten  Uebungen,  jedoch  mit  folgenden  Modisikationen  abzuhalten:

a.  Die  Regiments-Uebungen  der  Infanterie  sind  um  zwei  Tage  zu  verkürzen;  dafür  sind  dic  füc
die  Periode  #.  der  Diictens=  Ueoungen  vorgeschriebenen  Feld=  und  Vorpostendienst-Uebungen  in
emischten  Detachements  um  zwei  Uebungskage  zu  verlängern,  ohne  daß  dadurch  aber  die  zu-Hänvigen

  Biwaks-Kompetenzen  erhöht  werden.  Auch  können  anstatt  dessen,  falls  die  von  den
Brigaden  benutzten  Exerzirplätze  zur  ausreichenden  Uebung  bes  gefechtsmäßigen  Exerzirens  im
Terrain  nicht  genügende  Gelegenheit  geben,  die  erwähnlen  beiden  Tage  zum  Exerziren  der  Infanteric-Brigaden
  gegen  einen  markirten  Feind,  jedoch  ohne  Zutheilung  anderer  Waffen,  in  dem
für  die  Periode  à  der  Divisions-Uebungen  ausgewählten  Terrain  verwandt  werden.

4  Bei  dem  4.,  7.,  11.,  14.  und  15.  Armee-Korps  sind  die  Kavallerie-Regimenter  nebst  einer  reitenden
Batterie  —  welche  für  das  15.  Armee-Korps  von  dem  8.  Armec-Korps  abzugeben  ist  —  zu
Kavallerie-Divisionen  behufs  Uchung  im  Brigade=  und  Divisions-Verbande  zusammenzuziehen.

Die  5.  Eskadrons  können  für  die  Verwendung  auf  dem  Exerzirplatze  zur  Formirung  der  an

der  normalen  Zahl  fehlenden  Regimenter  verwandt  werden;  im  Uebrigen  wird  anheimgegeben,
ein  Treffen  cventuell  nur  aus  einem  Regiment  zu  formiren.

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