5. Das Kirchspiel Kosleve (südlicher Teis. 125
Karborg ½ an, die bereits 1540 und 1554 genannt werden. Die Agrarverfassung
ist in allen Dörfern gleichmäßig die niederdeutsche Hufenordnung;
Wurtsassen treten nirgend auf, da der Adel niemals hier
einen festen Fuß gefaßt hat. Merkwürdig ist jedoch, daß sich in Bennebek
die Stapelholmer Freibondenländereien nachweisen lassen, die wir
weiter unten besprechen werden. Auch sonst zeigt sich ein gewisser Einfluß
Stapelholms in einigen Namen, die, nach ditmarsischer Weise gebildet,
dreimal den bekannten Namen Boye enthalten. Selbst friesischer
Zuzug wird durch die elfmal auftretende Familie Momme bezeugt;
Familienansiedelungen finden sich stark ausgeprägt in Tetenhusen,
Bennebeke und Norby, jütische Namen sind dagegen ganz verschwindend
und geben zu erkennen, daß bereits um 1500 von einem solchen Volkstum
auch in den ursprünglich jütischen Gründungen keine Spur mehr
vorhanden war. Unter den Niederdeutschen scheint die weitverzweigte
Familie Frame hier ihre eigentliche Heimat zu haben; neben ihr kommen
noch in Betracht die Familien Grewe und Sirick, Schroeder, Kreye,
Duer und Ike. Die einzige, noch aus dem 15. Jahrhundert stammende
Kropper Hardeswinde vom 20. Juni 1491 enthält neben dem Hardesvogt
Clawes Gundyngk als Hardesbonden schon dieselben Familiennamen
wie in den späteren Verzeichnissen: Olde Johan Frame, Godtzick
Meggerszee, Reymer Yk, Reymer Kreyge, Clawes Borme,
Clawes Block, Jones Detleressen und junge Clawes Peper.:) Nur
ein einziger jütischer Abstammung ist darunter vertreten.
5. Das Kirchspiel Cosleve (südlicher Teil).
Der südlich des Osterbek liegende Teil des Schwansener Kirchspiels
Kosel gehört dem Gebiet des Fraezlaet an und hat eine andere
Entwickelung genommen als die Landschaft Schwansen. Fast das ganze
Gebiet war bereits 1327 von dem „freien Gelände“ ausgesondert unter
dem Namen Holmisleen, als Herzog Gerhard es an Hasso von Krumen-1)
Churborg (Kurborg oder Karborg) ist uns urkundlich nur erst spät und
als Schäferei bekannt; steht der Name in Verbindung mit der Danevirkstellung,
kann er nur „Wartburg", von niederd. kure, bedeuten.
2) Histor. Zeitschrift IX. Urkundens. Die in dem Regest auffallenderweise
nicht mitgeteilten Namen der Dingleute verdanke ich der Güte des Herrn Klosterpropsten
v. Liliencron.