Ideal, von dem die Welt leider noch weit entfernt ist. Meine
Herren! Gerade weil wir wissen, dass Herr Gerard sich ernstlich
bemühl, das deutsche Volk zu verstehen, haben wir es begrüsst,
dass er nach mehrjährigem Aufenthalt mitten in dem grossen
Kriege für kurze Zeit seine Heimat besucht hat, dass er dort
Gelegenheit gehabt hat, mıt dem lebendigen Wort an den massgebenden
Stellen seiner Heimat zu schildern, was er von unserem
Land und unserem Volk in der schweren Prüfung dieses Krieges
gesehen hat. Wir haben nichts zu verbergen. Fest und zuversichtlich
stehen wir im Sturmesbrausen des 30. Kriegsmonals.
Wir können nur wünschen, dass durch die Nebelschleier von
Nachrichtensperre und Pressenstellung alle Welt uns sieht, wie
wir sind und denken, wie wir kämpfen und wie wir arbeiten.
Dann stünde es besser um die Aussicht auf Frieden!
Meine Herren von der American Association of Commerce
and Trade! Sie sinkk Kaufleute, deren Lebensarbeit dem friedlichen
Handel zwischen den beiden grossen Völkern gewidmet ıst;
Sie sind Kaufleute, die seit langen Jahren unter uns leben, und
denen unser Land — wie Ihr Ilerr Vorsitzender ausgeführt hat —
zur zweiten Heimat geworden ist; zur zweilen Heimal, der Sie
auch jetzt in dieser Kriegszeit treu geblieben sind, und der Sie
in Werken der Nächstenliebe, trotz all der mannigfachen Erschwerungen,
viel Liebes und Gutes erwiesen haben. Wir sind
Ihnen dafür von Herzen dankbar.
Meine Herren! Sie haben das deutsche Volk, das Sie jetzt
ım schwersten Ringen um sein nationales Dasein und seine nationale
Zukunft sehen, in friedlichem Schaffen kennen gelernt.
Sie wissen, dass unser einziger Ehrgeiz war, im friedlichen Wettbewerb
der Völker durch Arbeit und Tüchtigkeit uns emporzuringen,
durch Hebung unseres geistigen, sittlichen und wirtschaftlichen
Standes uns unseren Platz in der Welt zu gewinnen und zu
behaupten.
Sic haben den Aufstieg unserer Wirtschaft miterlebt. Sie
haben dic Ziffern unserer nationalen Erzeugung und unseres Handels
sich entwickeln sehen in Progressionen, die nur in Ihrer
amerikanischen Heimat erreicht worden sind. Sie haben dabei
mit uns die Wahrnehmung gemacht, dass die wachsende Wirt-