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Sobald die feindliche Batterie abgefahren war, drängte Alles
unaufhaltsam gegen Aschaffenburg vor und obgleich die diesseitigen
Truppen mitunter mit vollen Salven empfangen wurden,
so erlitten sie keine besonderen Verluste und Alles blieb im unausgesetzten
Avanciren. Nur am Eisenbahnhofe entstand ein
kurzer Kampf, der bald durch das kräftige Auftreten des Füsilier-Bataillons
55. Regiments beendigt wurde. Alles drängte nach
der Mainbrücke zu, wodurch in der Stadt circa 2000 Gefangene
gemacht wurden.
Die Besetzung von Frankfurt a. M.
In dem ganzen deutschen Conflicte hatte sich die Stadt
Frankfurt am feindseligsten benommen. Obwohl Frankfurt zunächst
alle Ursache gehabt hätte, sich neutral zu verhalten, billigte
es die dortige Regierung, daß am 16. Juni, mitten im Frieden,
die preußische Telegraphenstation von den Bayern überfallen und
die Beamten zur Einstellung ihres Amtes gezwungen wurden.
Da die preußische Telegraphenstation daselbst auf Grund
rechtsbeständiger Staatsverträge bestand, überdies auch Preußen
mit der Stadt Frankfurt im Frieden lebte, auch bisher keine
Kriegserklärung erfolgt war, so wurde in Veranlassung dieses
unerhörten Verfahrens von Berlin aus ein Circular an die europäischen
Mächte wegen des stattgefundenen Bruchs des Völkerrechts
gerichtet.
Als nun durch den letzten Sieg der Preußen bei Aschaffenburg
der Weg nach Frankfurt offen lag, ergriff ein entsetzlicher
Schrecken den Senat und die Bevölkerung. Auf das erste Gerücht
von der Annäherung der Preußen wurde die Frankfurter
Garnison sofort alarmirt und mußte abrücken, ihnen folgten die
reichen Banquiers und eine Menge vermögender Einwohner,
da man das Schlimmste von der Invasion durch die Preußen
fürchtete. Ebenso packte der hohe Bundestag schleunigst seine
Sachen und reiste per Extrazug nach Augsburg. Die Posten