Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1917 (4)

III  —  67  —

78.  Kondor  und  Uhn  (Vergleichung).

1.  Diese  beiden  Vögel
gehören  zu  den  Raubvögeln;
  der  erste  ist
ein  Tag-,  der  Uhn  ein
Nachtraubvogel.  Der
Kondor  ist  der  größte
Geier,  der  Uhn  die
*IHFaurößte  Eule.  —  2.  Der

Kondor  wird  so  groß
wwuuiie  ein  Kalb,  der  Uhn
mwwie  eine  Gans.  Der

   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

gen,  der  Uhn  rostgelb
—  und  schwarz  geflammt.

Der  K.  hat  an  dem
nackten  Kopfe  einen
Fleischkamm,  an  dem
nackten  Halse  Fleischwarzen.  Der  U.  hat  einen  runden  Katzenkopf,  die  Augen
vorn  in  einem  Federschleier  und  die  Ohren  zwischen  schwarzen  Federbüscheln.
Beide  haben  scharfe  Augen,  hakige  Schnäbel,  Federhosen  an  den  Beinen
und  scharfe  Fänge  an  den  Zehen.  —  3.  Der  K.  lebt  auf  den  Anden  Südamerikas,
  der  U.  in  waldigen  Vorbergen.  Die  Horste  oder  Nester  sind  kunstlos,
die  Jungen  Nesthocker.  —  4.  Der  K.  frißt  gefallene  Tiere,  der  U.  allerlei  Wild.
Alle  Raubvögel  speien  Gewölle,  d.  h.  zusammengeballte  Reste  von  Knochen  und
Haaren,  aus.  —  5.  K.  und  U.  schaden  den  Herden  und  dem  Wildstande.  —
6.  Der  K.  ist  feig,  gefräßig  und  gesellig,  der  U.  listig,  tückisch  und  einsam.

Die  Schleiereule  auf  Türmen  ist  unsere  schönste  Eule.  Das  Känzchen
ruft  nachts  „kuwitt“.  Daraus  hört  der  Aberglaube:  „komm  mit!"“  nämlich  ins  Grab.

Aufgaben:  Welche  Gesteine  kennst  du?  Wodurch  verändern  sich  die  Alpenlandschaften?
Wie  bilden  sich  Gletscher?:  Wodurch  rutschen  sie?  Beschreibe  ein  Alpenveilchen!  Ein  Murmeltier!
  Was  weißt  du  von  der  Gemse?  Wie  richtet  sich  die  Beschäftigung  in  den  Alpen  nach
der  Natur  des  Landes?  (Senner.  Fremdenführer.  Jäger.  Uhrmacher.  Sänger  u.  fs.  w.)

Naturlehre:  Schiefe  Ebene.  Barometer.  Lokomotive.  Leicht=  und  Schwermetalle.


X.  Nordisches  Tandschaftsbild.  (Im  Januar.)

Der  Boden  ist  mit  Moosen  und  Flechten  bedeckt.  Das  isländische
Moos  ist  durch  Schleim-,  Stärke=  und  Bitterstoffe  ein  gutes  Nähr=  und  Arzneimittel.
  Das  Renntier  ist  der  Wohlthäter  des  Nordens.  In  dem  langen
Winter  nährt  es  sich  von  der  Renntierflechte.  Wolf,  Bär  und  Fiälfräs,
ein  bärenartiges  Raubtier  von  Hundegröße,  stellen  ihm  nach.  In  den  zahlreichen
Buchten  laichen  die  Heringe.  Ihren  endlosen  Heeren  zieht  der  Walfisch
nach,  und  auch  dem  Seehunde  und  Walroß  sind  sie  die  liebste  Kost.

79.  Das  Renntier.

1.  Das  Renntier  ist  der  Wohlthäter  des  Nordens.  Es  gehört  zu  den
Hirscharten.  —  2.  Es  wird  so  groß  wie  ein  Esel,  ist  im  Sommer  braun  und
im  Winter  weiß.  Das  Geweih  ist  handförmig  und  ziert  auch  den  Kopf  der
Weibchen.  Die  Hufe  sind  breit;  der  Schwanz  ist  kurz.  —  3.  Es  lebt  herdenweise
  wild  auf  den  weiten  Wald-,  Heide=  und  Sumpfstrecken  des  Nordens,  wird

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65.  Kondor  (1/8  nat.  Größe).