Full text: Das Königreich Württemberg. Erster Band. (1)

358 Land und Natur. 
finden sich auch festere Bänke, wenn die Bruchstücke nicht zu groß sind; 
aber eben die größeren liefern dann das Material zum Studium der älteren 
Porphyre. In der Oberregion wechseln Porphyrkonglomerate mit Sand- 
steinen ab, was die Abgrenzung der Dyas und Trias erschwert. Zur 
sicheren Orientirung dienen im Zweifelfalle stets Brocken von Granit und 
Porphyr. Das Bindemittel ist bald thonig und kirschroth gefärbt, bald 
kaolinartig und grau. In den rothen Varietäten entstehen dann gerne 
wieder weiße oder schmutzig braune Flecken. Organische Reste (Hölzer) 
hat man nur aus dem unteren Rothliegenden von Gaggenau. In der letzten 
Zeit des Rothliegenden fand jedenfalls noch eine Eruption des jüngeren 
Porphyrs statt, welcher deckenförmig das jüngere Rothliegende überlagert. 
In Mürttemberg fehlt dieses erste Glied der Dyas ganz. 
Nicht so das zweite Glied, der in Mitteldeutschland mächtig ent- 
wickelte und weit verbreitete Zechstein. An der oberen Kinzig westlich 
einer über Aichhalden, Röthenberg, Alpirsbach gezogenen Linie, namentlich 
bei Schramberg und in der Berneck spielen die Dolomite und Thone des 
Zechsteins eine nicht unbedeutende Rolle. Die Mächtigkeit von circa 20 m 
reicht jedoch nicht hin, um den Zechstein auf einer Karte in kleinerem Maß- 
stab als dem des topographischen Atlas von 1:50000 zur Auszeichnung 
zu bringen. 
Die grauen Dolomite dieser Formation führen stets einen rothen 
Jaspis bei sich. Eben hier fanden sich auf Steinkernen von Arca striata 
Schl., Pleurophorus costatus, Brosen, Gervillia antiqua M’se. und Sebi- 
zodus truncatus King, die als Leitfossile des Zechsteins bezeichnet werden. 
Ein blauschwarzer frischer Zechstein, der bei Dürrmenz in einer Tiefe von 
529 m und bei Ingelfingen von 406 m Tiefe erbohrt wurde, ist dort 
20—30 m mächtig getroffen worden, wie man die Schichten zu Tage an 
der oberen Kinzig und Schiltach kennt. 
II. Trias. 
1. Der bunte Sandstein. 
Seit Hausmann (1823) nennt man so den vorherrschend rothen oder wenigstens 
röthlichen Sandstein zwischen Zechstein und Muschelkalk, der in Schwaben über 
400 m mächtig wird, in der Regel aber nur 100—160 m mächtig ist. Regelmann 
(Württ. Jahrb. 1875 Anh. LXXXV) berechnet dessen mittlere Mächtigkeit zu 156 m. 
Im Süden des Schwarzwalds traf ihn die Bohrung bei Rheinfelden nur noch 81,0 m 
mächtig. 
Bei dem Fehlen aller und jeder Organismen ist von einer Altersbestimmung 
einzelner Abtheilungen und von einer Gliederung der Formation kaum die Rede. 
Um aber doch die gewaltigen Sandsteinmassen, welche jedenfalls petrographische 
Unterschiede zeigen, zum nähern Verständnis zu bringen, gliedert man unteren, 
mittleren und oberen Buntsandstein (N. Jahrb. f. Mineral. 1875 S. 72).