Rosenheime
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####eige Guschein ##d sachmitiss 4 Uhr (uut Ausnahms der Sem
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EIIIIIIIILII A#chn # Kr. 72, Inseraten-Abieilung Nr. 238.
olertelfährlich 2 MMark 70 Pleunic,
—
Namm- 157 ——
Gesandtenmerd als Siqual
Ein rafsinierter Plan ist zuschanden gewerden!
Wieder einmal sollte ein Revolverschuß das Signal
für eine bestimmende politische Wendung im
Geschicke von Böllern sein! Der Volißaflermord
an Freiherrn v. Ketleler in MPeling am
20. Juni 1900 gab den Anlaß zu dem deutschen
Sühnefeldzug nach China, und die Ermordung
des osierreichischen Thronfolgerpames in
Serajemo bildete die blutige Einleilung u dem
grausigen Ringen, welchedo die Welt sel nun
ich on vier Jahren in ein Meer von Vlul und
Tränen versetzt hat. Nichts anderes in det Wir—
lung war mit dem Gesandtenmord am Crasen
Meirbach in Moskau beabsichtigt. Es sollle das
Zignal zu einer allgemeinen kussischen Gegenerhebung
sein, und diese, so kallulierte man,
sollte die deutsche Regierung zu einem neuen
Waffengange mit Rußland bestimmen. Die
dinge in Rußland haben sich in den letzten Wochen
sehr erust zugespigt. Man konnte aus der
Eymentepresse das Mißbehagen und den Haß
berauslesen, welchen die Gegenseite über die
sichtlich sortschreitende Beruhigung des Koßen
inssischen Reiches empfand. Gerade in letzter
Tlieit haben sich die Beriehungen zwischen der
deutschen Regierung und den Leitern der hroß ·
russischen Republik ganz wesentlich verbessal. Es
muß anerkannt werden, daß die Sowietregerung
mit Eiser und auch mit Erfolg sich damm be
muhle, Ruhe und Ordnung im Lande #schaf
sjen und die zerrüttelen wirtschaftlichen und po
luuischen Verhatmisse wieder einigermasm #n6
jestigen. Diese Erfolge waren der Cnteite ein
dorn im Auge. Sie hat ein Interesse karan,
den krieglosen Zustand zwischen Rußlan und
deutschland wieder auszuheben, und sie hat sich
darum auch nicht gescheut, von sich selbi aus
einer großangelegten militärischen Aklion gegen
das einst verbündete Rußland zu scheiten.
die seste Haltung der Sowietregierung gegen
diesen Uebersall und vor allem die Erllrung
des amtlichen Regierungs. Orgaus, daß gege
henenfalls russische Truppen im Verein mildeut
saen Streillräften diesen Ententepläue sich
midersetzen werden, hat die Wut derer aufs
hochste gesteigert, welche sich schon am Ziele ihrer
Wühlereien sahen. Die Abgesandten det SZo
inlrevolulionäre, velche den lodlichen Schuß
pegen den Grasen Mirbach abgaben, warennichts
underes, als die Werkuge der Entente, in
deren Geisie sie handelten.
W#nn man sich die Stimmen der Ententwpresse
uher den Moskauer Mord ansieht, dann ellennt
man ganz ungeschminkt die Erwartungen, welche
die Bluttat ausgelöst hat. Man spekulier eben
nuf nichts anderes als eine neue Versendung
wischen Deutschlano und Rußland, welche denl.
scherseils zu einem ernenten kriegerischen Engreiden
benutzt werden sollte. Angesichts der Haltung,
welche jedoch die deutsche Reicheregirung,
nie übereinstimmend die deulsche Presse einzrimmt,
wird die Enlente eine sehr grohe Entgauschung
erleben. Die Bolschewiki-Regurung
hat uns jede nur denkbare Bürgschaft fir ihr
lonales Verhallen geboten, so daß für Tautschland
kein Anlaß zu einer ähnlichen Intrvenlion
wie damals nach der Ermordung des Freibherru
v. Kelteler in Peking besteht. Der traurige
Vorgang kann vielmehr ganz andere, der
Futente sehr unerwünschte Wirkungen haben:
Tie mamigfachsten Amzeichen deuten nimlich
derauf hin, daß der Vorsall nicht nur den ver
antwortlichen Männern der Sowietregir#ung,
sondern auch dem ganzen russischen nach Ruhe
und Ordnung strebenden Volke jetzt völig die
Augen darüber öffnet, wo ihre wahren Gegner
sich befinden. Es ist sehr leicht möglich, daß
der Vorgang, welcher die Ent weiung nischen
din Nachbarreichen herbeiführen sollte, ganz im
Cegenteil zu einer Annäherung führt. Die Somjetregierung
hat alles Interesse daran, de gejährlichen
Treibereien, welche gegen sie im Werke
sind, mit allen Mitteln zu begegnen. Die Bolschewist
von’ heute sind schon wesentlich anders
als diejenigen geworden, welche den ersten Teil
der Bresl-Litowsker Friedensverhandlung be-
Perrschten. Sie haben in ihrer praktischen urbeit
Hane Uutopien vermorfen und sich auf die
Anze
—
— "
iger
Die eiipatilge Peftizeile im Anzeigentell koftel 15 Pig., die Petitzelle im Reklamese#l 49
Die Annahme von Anzelgen, Neklamen und Bellagen erfolgl durch die Annoncen-Ex##o#
### Vgle, A.-G., Rosenbelm, München, Nürnberg, Berlin, Bresla Cez# u##
Schluß der Anzeigen-Annahme 12 Uhr mitlags.
Amtlliches Bublikallons-Organ
Lonmerstag, 11. Juli 1918
Wechsel im Auswärtigen Ant.
Staatssekretär
lution in Moskau unterdet#
von Kühlmann zurückgetreten. — Die Gegenrevockt.
— Ho
lländische Vermittlungspläne.
— Die Verhandlungen in Salzburg.
unverrückbaren naturgesehlichen Orundlagen einer
cuecmahigen Slaatdarbeit immer mehr eingeste
en Gesandtenmord von Moskau wird alfs.
als Ententesignal, um Ruhland zu einem neuen
Kampie und damit zu neuer Verwirrung und
Zerrütlung au s#urufen, verfehlen. Es war
eine salsche Spekulation, wenn man andererseits
erwartele. daß Deutschland die Bolschewili-Regierung
mit neuer kriegerischer Fehde bedachte.
In diese Falle, in die man uns locken wollte,
gehen wir nicht, und damit ist der Fehlschlag
der ententistischen Treibereien vor aller Welt
gebrandmarkt. Selbstverktändlich muß uns das
traurige Ere eiqnis eine Mahnung zur auhersien
Wachsamkeit sein.
Jur Ermordung des Grafen
Mirbach.
* Wien. Juli. An zuttändiger Stelle
wird mitgeteilt, daße der Mord am Grasen Mir
hach nicht eine vereimelte polilische Erplosion
ist. sondern es sollte im Rahmen der revolutid
nären Bemegung aller Antibolschewisten und der
entenlesreundlichen Elemente das Signal zum
Ausbruch einer Bewegung sein, um Deutschland
zu zwingen, gegen Rußland voringehen. Be
ceichnend ist, daß die ganze französische Presse
einmütig den Krieg wwischen Deutschland und,
Nußland prophereite.
Amster am, 9. Juli. (Tel. Union.=Landelsbund“
schreibt zur Ermordung des Gra
Das ilt nalürlich leine person
sondern ein politischer Mord, und
Botschafter ist ein Opfer des Streites, der
sen Mirbach:
liche Nache.
der
in Rußland zwischen der Volschewiliregierung
und de.] Gegenrevolutionären geführt wird. C
ist die Tat von Fanatikern, die durch einen gro
sen Schlag Unannehmlichkeiten zwischen der
Boftschewiki-Negierung und Deutschland hervor
rusen wollten.
Rücktrill des Slaafssekrelärs
U. Rühlmann.
Berlin, 9. Juli. Wie zuverlassig
verlautet, hat oer Kaiser das Abschiedsgesuch
des Staatssekretärs Dr. v. Kühlmann ange
nommen. Als sein Nachfolger wird der bisherige
Gesandte in Christiania v. Hintze genannt. Eine
endgültige Emscheidung ist jedoch noch nicht ge
troffen.
WI'TB.
"
Der plötzliche Rücltritt des Staalssekretare
v. Kühlmann kommt weitesten Kreisen über
raschend. Wohl wurde nach seiner vor 14 Ta
gen gehaltenen, pessimistisch angehauchten Rede
im Reichstage wiederholt der Rückiritt des
Staatomannes vorauegesagt, allmählich aber be
ruhigten sich scheinbar die Gemüter wieder und
erst für den Spätsommer wurde mit dem Abgang
Kühlmanns gerechnet. Vor wenigen Tagen be
Lgab er sich ins Große Hauptquartier, wo sich
gegenwärtig auch der Reichskanzler befindet, und
dort ist jetzt die Entscheidung gefallen.
In Kühlmann verlieren wir einen hochbegabten,
erfolgreichen Staatsmann, der die Friedensverhandlungen
mit der Ukraine, mit Groß-=rußland,
Finnland und mit Rumänien zu einem
kür Deutschland erfreulichen Abschluß brachte.
Seine oben erwähnte Reichstagsrede, die als
die Hauptursache seines Rücktrilts anmsehen ist.
enthielt mehrere Stellen, welche den Widerspruch
weiter Vollskreise herausforderte. U. a. ermwähnte
er darin, daß die Waffen allein und
nicht den Frieden bringen werden, dann hob
er in auffallender
Weise die Schuld Rußlande
am Weltkriege im Gegensatz zu Cnglands
Schuldlosigkeit hervor. Auf den Prolest zahl
reicher Blatler hin wurde die Rede Kühlmanns
durch den Reichskan'ler berichtigt und die Entgleisung
mit einer Uebermüdung Kühlmanns erklärt.
Von diesem Augenblick an war seine
Stellung erschüttert, doch wurde mit Sicherheit
angenommen, daß er die gegenwärtig schwebenden
neuen Verhandlungen mit Großrußland
persönlich zu Ende führen würde.
Der scheidende Staatesekretär ieht im 46.
Lebensjahre. Er war zunächst in Petersburg,.
Stochholm und Teheran lätig und war bie
jum Auobruch des Krieges als Boltschaftsrat
in London beschäftigt. Nach verschiedenen zwi
schenilationen wurde er Botschafter in Kontan
linopel, von mo aus er am 5. August 101
als Staatsfelretär des Auswärtigen Amtes nach
Berlin berufen wurde.
Admiral v. Hinße, der
lär, gehorte bia# um Jahre
an, murde dann Gesandter in
ter in Peking. Nach dem
hungen mit China wurde e
Ch#i##tiania ernamt.
neue Staatesekre.
1911 der Marine
Meriko und spä
Abbruch der Verie
er zum Gesandten im
#
Blätterstimmen iu Kuhlmanne
Rucktrikt.
Verlin, 9. Juli. „Vossische Jeitung'“
schreibt: Die Nachricht, daß Herrn u. Rühl
manne MRi Ftrittsgesuch, angenommen sei. erregte
im Reichstag um so groheres Aufsehen, als
gestern noch von hoher Regierungeseile den Parleiführern
erllärt worden war, eine Krife im
Auswarligen Amt besiehe nicht. Die Soiialdemokraten
und mit ihnen auch die ubrigen
Mehrheilsparteien wünschen Auskunft darüber,
ob in der Politik, besonders hinsichtlich der Of
fragen, eine Aenderung in der Wille#elmitraßze
eintreten soll. In der Mitlagspauie, die der
Reichstag heute in seine Sigung einlegte, biellen
die meisten Fraktionen Besprechungen ab,
um zu der durch den Rücktritt Kühlmanns und
die Ernennung des bisherigen Gesandten von
Hinte zu seinem Nachfolger geichaffenen politi
schen Lage Siellung in nehmen. Auch der interfrallionelle
Ausschuß der Mehrheitsparleien trat
zu einer Konferenz iusammen, um zu der neugeschaffenen
politischen Lage Stellung u nehmen.
Die russiche Gegenrevolusion
unterdrückt
t,
London. 9. Juli. Eine drahtlose Reutermeldung
besagt. daß die gegenrevolutionare Tr
hebung der So##ialrevolntionare der Linken in
Moeskan uUnteroruckt il. Mehrere Oundert Ver
haftungen wurden vorgenommen.
Masuahmen der Sowjelregierung.
* Geuf, 9. Juli. Die „Times“ meldet aus
Petersburg: Die Sousetregierung hat seir
Samoetag den Telegraphen= und Briefverkehr der
Entente aus dem bolschewistischen Rußland der
Kontrolle unterworfen.
Die englischen Kriegsschifse vor
rchangelsk.
Juli. Die „Morningpost“ mel.
Befehlehaber der englischen Kriegs-Archaugelsk
erhieit Anweisung, den
Schutz der neuen Sowjetrepublik in Archangelek
u übernehmen. Die „Times“ melden: Vor
Archangelsk und der Murmanlüste kreuz#en elf
englische Kriegeschiffe.
Eine neue Armee der Bolschewili.
(Geuf, 9. Juli. Der „Matin“ meldet ans
London:
Genf, 9.
det: Der
schiffe vor
Prot.: Pius, Eleonora
Hier sind zuverlässige Meldungen aur.
Rosenheimer Tagblakt
64. Juhrgaus
Rußland eingetrofsen, wonach die Bolschewitt
eine Armee von 200000 Mann nen aufskellen.
Die Eisenbahnlinien nach Pola und Archange"
wurden militärisch besenzt.
Der Straßenkampf in Mosln.
Wien, 9. Juli. Zu der Ermordung dedeutschen
Gesandten Grafen Mirbach sind fol
gende Meldungen eingetrossen: Nach der Flucht
der Mörder in das Gebäude, in dem der in
Moelan tagende Kongreß der linlen Soran!
z chl in, sich
im Lause der Nacht vom „ auf den Jutr
lebhaite Stwaßentampfe. in denen erwiesener
maßen englüche Agitatoten latig waren. D#
Souzektruppen haben aber dank ihrem sofor:
scharfen JZufassen. die Ordnung rasch wieder
hergesiellt. Die Führer der So#rialrenn
murden aus dem Kongreßz heraus verhaitel.
Ob d:: Mörder auch schon gefaß iit, ict ann
beane (begen Abend des . Juli war in
Moslau tiemliche Ruhe eingetreten, Artillerte
feuer war nicht mehr eu horen, nur noch plan
loses 2citweiliges Gewehrfeuer. Die russische Ne
gierung ließ in Flugblattern eine Erklärund
verbreiten, in der sie die reflose Umterdrückunn
der ganeen Bewegung in Aussicht sielli und fur
den Fall des Wiederausbruches die volle Ver
antmortung den Soz#ialrevolmionaren überlain,.
wischen Amerika unb
Aunoeon.
*Kopeuhfagen, 6. Juli. Der (CUegersan
Fwischen Amerika und Japan in der Fraze der
Intero#n stion in Sibirien mird durch die japn
nisch: Forderung beleuchtel, daß Truppen der
Enlentemachte und amerikanische Streittrafte **
der Expedition Keilnebsen sollen unter japan:
schem Oberbefschl. Japan will in der Lage sein.
Fäu erllaren. c hed ELIIIIIIII—
die innere Lage Ruölands eingemischt. Amer
lanischerseils ist man aber der Ansicht, die nach
Sibirien en emierddenden Truppen sollen mn
unle sapanische:n Therbesel al nehen und uune
Der Gegensan
allid lenehmen, sondern Sune zur 2nri
iuba einer nationalen tusiihen Armee bild
ie Amerliane: murden also gegebenenfalls *i-Ruhaltr
für die Verteidigung russiichen Vomn.
gegen die Japaner biiden.
Eisenlihbrand in Nuf
an d?.
* Morskanu. Juli. Aui der Stäatton
Simonowo der Bahn Moslau- Kasan wurden
durch einen groben Brand Lebenomittel. Banummolle
und Petroleum im Werie ben ünher 1
Millionen Rubel vernichlet.
Niederlage
* Moskau. Juli. Die
Vei Sysram wurden die Tichecho Slowalen
Kilometer zurudgewmorsen, auf der Front Penen
Syeram 26 Kilometer.
um den Frieden.
TCinc üürmische Fricden
verfsammlnun u.
5 Zurich, 3. Juli. Nach einem Teleramm
aus London lam cs dort anlaßlich des pollzen#
lichen Verboles einer Friedensversammlung :
Um mischen Auftritten. Ein Mann, der gegen
den Krieg sprach, erhielt von einem Soldaten
einen Schlag ins Gesicht. Die Polizei griff ein.
verbot die Versammlung, und es kam zu sturmt
schen S:ienen. Die Wache konnte erst nach langer
Zeit die Ordnung wieder herstellen.
Eine enaliseete Stimme über den
Fri c den.
Rotterdam. 9. Juli. „DHailn New“
schreibt: Wenn mir noch an der Lehre von dem
Vernichtungeplan sesthalten, uurden uns noch
endlose Kampfe hevorstehen. Deshalb begruße.
wir mit um so mehr Zustiummung die nachdrück
lichen Worie des Premiermirikere vom Frei
lag. in denen er erklarte. daß der Deutsche Kar
ser morgen den Frieden haben konnle, wenn er
nur MWilsons Formel annehmen wollte. Es int
nicht anzunehmen, daß der Raiser auf diese
Anerbieten einachen wird. denn Wilson hat eine
Slirs#e von ciner Wein entworien. in welcher
(woher
(1i
Slowalen.
Presse meldei:
**v?
der T#ichecho
7.