Zweiter Teil. Verfahren. § 218. 187
2) Dieser Antrag sowie die vorherige Anhörung des Verteidigers
ist notwendige Voraussetzung der Unterbringung des
Beschuldigten in einer Irrenanstalt. RMGer. PE VI, 29.
3) Es kann im Hinblick auf § 337 Abs. 2 fraglich erscheinen,
ob auch im stan dgerichtlichen Verfahren ein Verteidiger
zu hören bzw. zu bestellen ist. Die Frage ist zu bejahen.
§ 217 bildet als Spezialbestimmung zugunsten des
Beschuldigten die Ausnahme von der allgemeinen Regel des
§ 337 Abst. 2.
4) Die Anordnung ist mit Gründen zu versehen. Vgl. § 136.
5) Vgl. § 373.
6) Vgl. § 375.
7) Auch im Falle des § 218 darf die sechswöchentliche
Frist nicht überschritten werden.
8) § 217 gilt für das gesamte Verfahren von der Erhebung
der Anklage bis zur Beendigung der zweiten Instanz;
also auch für das erkennende Gericht. Letzteres ist hiernach
zwar in der Lage, die Beobachtung in der Irrenanstalt anzuordnen,
ist aber an die Vorschriften des § 217 gebunden. So
auch Gerland, Gerichtssaal LXIX. S. 290 ff. mit zutreffenden
Gründen. AA v. Boppen, Z. Bd. 26, S. 92 ff. Vgl. Ditzen,
Goltd. Bd. 52, S. 273. Die Durchführung der gerichtlichen
Anordnung liegt dem Gerichtsherrn ob. Vgl. Gerland a. a. O.
S. 294. A. 3. v. Boppen a. a. O. S. 100.
9) Dem Verteidiger steht ein selbständiges Recht zur
Stellung des Antrages nicht zu; seine Zustimmung ist nicht
erforderlich.
10) Die öffentliche Irrenanstalt ist in dem Beschlusse zu
bezeichnen. Die Überführung in ein Lazarett ist von den Voraussetzungen
des § 217 nicht abhängig; sie erfolgt nach Ermessen
des Gerichtsherrn. RMGer. PE. VI, 29.
11) Geht die Anordnung von dem Gerichtsherrn der Berufungsinstanz
aus, so ist eine Rechtsbeschwerde — da ein
höherer Gerichtsherr nicht vorhanden ist — nicht gegeben. Die
nordnung ist endgültig.
218.¹) Wird ein Gutachten als ungenügend ²) befunden,
so kann eine neue Begutachtung durch dieselben
oder durch andere Sachverständige angeordnet werden.
Auch kann die Begutachtung durch einen anderen
Sachverständigen angeordnet werden, wenn ein Sachverständiger
nach Erstattung des Gutachtens mit Erfolg
abgelehnt ist.