Full text : Der Vaterländische Hilfsdienst. 1. Teil. (1)

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Die  Heranziehung  erfolgt  in  der  Regel  zunächst  durch  eine
Aufforderung  zur  freiwilligen  Meldung,  die  das  Kriegsamt  oder
eine  durch  Vermittlung  der  Landeszentralbehörde  zu  bestimmende
  Stelle  erläßt.  Wird  dieser  Aufforderung  nicht  in  ausreichendem
  Maße  entsprochen,  so  wird  der  einzelne  Hilfsdienstflichtige

  durch  besondere  schriftliche  Aufforderung  eines  Auschusses
  herangezogen,  der  in  der  Regel  für  jeden  Beczirk  einer
Ersatzkommission  zu  bilden  ist  und  aus  einem  Offizier  als  Voritzenden,
  einem  höheren  Beamten  und  je  zwei  Vertretern  der
rbeitgeber  und  der  Arbeitnehmer  besteht.  Bei  Stimmengleichheit
  gibt  die  Stimme  des  Vorsitzenden  den  Ausschlag.  Für  die
Bestellung  des  Offiziers  sowie  der  Vertreter  der  Arbeitgeber
und  der  Arbeitnehmer  gilt  §  5  Satz  2;  den  höheren  Beamten
beruft  die  Landeszentralbehörde  oder  die  von  ihr  zu  bestimmende
  Behörde.

Jeder,  dem  die  besondere  schriftliche  Aufforderung  zugegangen
  ist,  hat  bei  einer  der  nach  §  2  in  Frage  kommenden
Stellen  Arbeit  zu  suchen.  Soweit  hierdurch  eine  Beschäftigung
binnen  zwei  Wochen  nach  Zustellung  der  Aufforderung  nicht
herbeigeführt  wird,  findet  die  Ueberweisung  zu  einer  Beschäftigung
  durch  den  Ausschuß  statt.

p.  Ueber  Beschwerden  gegen  die  Ueberweisung  entscheidet  der
bei  dem  Stellvertretenden  Generalkommando  gebildete  Ausschuß
4  Abs.  2).  Die  Beschwerde  hat  keine  aufschiebende  Wirkung.

88.

Bei  der  Ueberweisung  zur  Beschäftigung  ist  auf  das  Lebensalter,
  die  Familienverhältnisse,  den  Wohnort  und  die  Gesundbeit
owie  auf  die  bisherige  Tätigkeit  des  Hilfsdienstpflichtigen  nach
Möglichkeit  Rücksicht  zu  nehmen;  desgleichen  ist  zu  prüfen,  ob  der
in  Aussicht  gestellte  Arbeitslohn  dem  Beschäftigten  und  etwa
zu  versorgenden  Angehörigen  ausreichenden  Unterhalt  ermöglicht.
  89

Niemand  darf  einen  Hilfsdienstpflichtigen  in  Beschäftigung
nehmen,  der  bei  einer  der  im  §  2  bezeichneten  Stellen  beschäftigt
ist  oder  in  den  letzten  zwei  Wochen  beschäftigt  gewesen  ist,  sofern
der  Hilfsdienstpflichtige  nicht  eine  Bescheinigung  seines  letzten
rbeitgebers  darüber  beibringt,  daß  er  die  Beschäftigung  mit
essen  Zustimmung  aufgegeben  hat.
Weigert  sich  der  Arbeitgeber,  die  von  dem  Kilsädzenstlichtigen
  beantragte  Bescheinigung  auszustellen,  so  steht  diesem  die
eschwerde  an  einen  Ausschuß  zu,  der  in  der  Regel  für  jeden
ezirk  einer  Ersatzkommission  zu  bilden  ist  und  aus  einem  Beauftragten
  des  Kriegsamts  als  Vorsitzenden  sowie  aus  je  drei
ertretern  der  Arbeitgeber  und  der  Arbeitnehmer  besteht.  Je
zwei  dieser  Vertreter  sind  ständig,  die  übrigen  sind  aus  der
erufsgruppe  zu  entnehmen,  welcher  der  beteiligte  Hilfsdienstpflichtige
  angehört.  Erkennt  der  Ausschuß  nach  Untersuchung