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Rosa, rosensarbig; in neuerer Spr. als technische
Bezeichnung aus dem lat. Namen der Rose rosa ge-
bildet: rosa, rosenroth Campe Verdeutschungswb.; als
unflectiertes Adj., Subst. oder in Zusammensetzungen:
ein rosa kleid (rosa-kleid), etwas sicht rosa aus, ein
blasses rosa u. f. w. (vgl. auch lila). — Rose, f. 1) Name
einer vielblätterigen, dustenden, meist rötlichen Blumen-
art, entlehnt aus dem lat. (doch auf orientalischen Ur-
sprung zurückgehenden) rosa; ahd. rosa, mhd. rose und
rose, altengl. röse, altnord. rös: rosa haizt ain ros, diu
auf der standen wechst Megenberg 344, 14; zufrühest
nur rot, erst später auch weisze, gelbe rosen (wize rote
rosen Minnes. Frühl. 90, 32); wegen ihrer Farbe und
ihres Duftes gepriesen, zum Schmuck der frohen Jugend
gebraucht: laszt uns krenze tragen von jungen rosen
Weish. Sal. 2, 8; zu Vergleichen verwendet: wie eine
rose uater den dörnen, so ist mein freundin unter den
töchtern Hohel. 2, 2; seine lippen siad wie rosen 5, 13;
bluhen, wie eine rose Hosea 11, 6; wie schön ihr aug
durch thränen bricht, so thaut die ros im morgen-
licht Grabbe 1, 51; in Sprichwörtern und Bildern,
wo rose als Sinnbild fröhlichen und beglückten Lebens
steht: mit der zeit pfluckt man rosen; keine rose ohne
dornen; in diesem starren boden blüht keine meiaer
rosen mehr Schiller Karl. 1, 21; auf rosen liegen:
er ist nicht auf rosen gebettet, lebt nicht im Glück;
einem rosen streuen: rosen streust du dem mörder
deincr liebe? Schiller Räub. Trauerfp. 2, 3; rosen
auf den weg gestreut, und des harms vergessen Hölty
197; eine schlange lauert unter rosen, tückisches Un-
glück unter dem Glücke; gist unter den rosen der lust
Goethe Eleg. 1, 18; besonders in älterer Spr. Bild
für die Röte des Mundes: din munt ist reeter danne
ein liehtiu rôse in towcs fluete Walther 27, 29; aber
auch, wie jetzt, für die zartere Röte der Wangen: der
licz ich lilsen unde rösen dOz ir wengel schinen 28,7;
wie wilstu weisze lilien, zu rothen rosen machen?
küsz eine weisze Galathe, sie wird erröthet lachen
Logan 3, 175, 8; schamröthe, die ihr ganzes gesicht
mit rosen uberzog Wieland Ag. 7, 5; der Haut: diese
haut aus weiszen rosen von rothen durchglommen
IPaul Hefp. 1, 61; (er sieht) die weisze drust, die
alabaster schien, mit rosen sich auf einmal uberziehn
Wieland llrteil des Paris 377; der Jugendblüte über-
haupt: trauet nicbt den rosen eurer jugend Schiller
Kindsmörderin; rose, schmeichelnde Bezeichnung für das
jugendschöne Mädchen, sueziu rose Anrede an die Ge-
liebte Eracl. 3316; Ehrenname der Jungfrau Maria
vil reinde meit, rõse äne dorn Minues. 3, 109d; du edle
roso ohne dorn Wackernagel Kirchenl. 5, 1282; in
neuerer Spr. für junge weibliche Wesen außerhalb solcher
festeren Formeln: dasz . ein schmetterling an dieser
rose aauge Wieland Klelia 5, 62; was bab’ ich ge-
than!.. eine roso gebrochen, ebe der sturm sie ent-
blättert Lessing Gal. 5,7; für die Morgenröte: da
den osten schon ein kranz von rosen schmuckt Wie-
land Idr. 3, 138; in einem harten Scherze selbst für
das Blut des Schlachtfeldes: nun baden wir in rosen
Zinkgref 2, 91; auch sonst von blutenden Wunden:
die rosen, die ich mein allhie, sind deine mal und
plagen PGerhard 43; Monatszeit der Weiber
Schmeller; rose als Sinnbild der Verschwiegenheit,
vielleicht von dem verborgenen Kosen der Liebespaare
nuter Rosenbüschen und in Rosenlauben, in der Formel
unter den rosen (der rose) reden, jetzt durch die ent-
fprechende lat. Formel #eb rosa verdrängt: ieh hab oft
under roten rosen geklafft, gekallen und gekosen
Murner Schelmenzunft 47,1; unter der rose, 40
rosa, sub ide silentii dietum ast Frisch; in freierer
Verwendung: Sio vertrauen wir unter den rosen der
freundschaft ein werk Ibrer einbildungskraft.. an
Wieland bei Adelung. 2) übertragen auf den Nosen-
rosa — Nose.
Rosenbaum — Rosenlaube. 130
strauch: rosen pflanzen; der gürtner deckt im winter
die rosen zu. 3) rofenähnliche Pflanzen: japanische,
ebinesische rose, rose von Saron, von Jericho, u. s. w.,
vergl. auch korn-, pappel-, stockrose. Vielsach in älterer
Spr. und jetzt noch im bairischen Sprachgebicte rose
für Blume überhaupt, vgl. Zachers Zeitschr. 24, 281 fg.,
in oberhefsischen Strichen Blume aller Sträuche und
Kräuter Pfister erstes Ergänzungsheft 22. M rosen-
ähnliche oder rosenförmige Gegenstände; Nachbildung
von rosen in Edelmetall oder Edelsteinen: eine rose von
rubinen; goldne rose vom Papste als Anerkennung der
Tugend verliehen; rose in einem Wappen; an Kleidern,
Schuhen, von Band, Stoff, Leder hergestellt; in der
Baukunst großes rundes Mittelsenster mit Stabwerk in
Kirchen: das fenster (im Straßburger Münster) und
dessen aus der runden form catspringende kunstrose
Goethe Du W. 9; mit seinen gluhnden rosen der
Kölner dom Freiligrath 2, 187; bei Instrument-
machern das verzierte Schallloch des Resonanzbodens:
bei Sporern eingeseilter Zierrat am Knie der Stange;
bei Färbern kleine runde Kennzeichen am Rande des
gefärbten Tuches, in den Stahlhütten Fleck im Bruche
des Stahls; bei Hutmachern runde Lage Leim in der
Mitte des Hutdeckels; auf Schiffen Kompaßscheibe, durch
Striche nach den Windrichtungen eingeteilt, schifls-,
windrose; Auswüchse an den Blättern mancher Bäume,
vom Stiche eines Insekts herrührend, dorn-, eiehen-
weidearosen; bei Jägern Kranz um den untern Teil
des Hirschgeweihes; Name von Schaltieren, besonders
des Seesterns. 5) rose, Name einer Entzündungs-
krankheit der Hant: rose, rothlanf, er'si#pelos Frisch;
gesichts-, kopf-, gurtelrose, rose am fusze u. f. w. —
Zusammensetzungen: Rofenbaum, m. Rosenpflanze in
Baumform. — Nosenbect, a. Beet mit Rosen bestanden.
— Rosenblatt, n. Blatt von der Blüte einer Rose oder
einer Nosenpflanze. — Rosenbusch, m. Nofenpflanze in
Buschform: vo . sieh volle rosenbusch’' in wvildo
lauben 2ichn Wieland Idr. 1, 17. — Rosendorn, m.
dorniger Rosenstrauch, besonders Strauch der wilden
Nose; auch einzelner Dorn am Rosenstocke. — rosen-
sarb, -sarben, -sarbig, von der Farbe der Rosen, mhd.
rösenvar, rösenvaricc: so rosenfarb die gute frau sich
kleidte Wieland Idr. 5, 63; von roseafarbner seide
kaum besebattet Ob. 11, 49; weil .. alles rosenfärbig
bluht Schwieger geharn. Venus 52; die Form rosin-
farb der Bibel: rosinfarb wolle 3. Mos. 14, 4; aitzen
auf einem rosinfarben thier Offenb. 17,3, ist Verbindung
eines alten Adjectivs zu rose. uhd. rôsin rosig mit dem
Adj. -arb: auch in späteren Quellen erhalten: mit
einem . . kleide von rosinfarbner seide Bürger neue
weltl. Reime. — Rosengarten, m. Garten mit Rosen
bestanden, ahd. rosgarto, mhd. rosegarte; Platz für Lust
und gesellige Freude, daher sprichwörtlich nicht im rosen-
garten sitzen, nicht in guter Lage sein; Ortlichkeiten
deutscher Heldenfage; landschaftlich auch Name für Be-
räbnisplatz. In älteren Quellen wird die Jungfrau
Raria als rosengarten angeredet. — Rosenhain, m.
Hain aus Nosenbüschen. — Noseuhecke, k. Hecke aus
Rosenbüschen: im mittel dieger rosenhecken Wieland
Idr. 1, 18. — Nosenholz, u. Holz des Nosenstocks; Holz
eines ausländischen Strauchs, das einen rosenartigen
Geruch hat. — Rosenhonig, m. mit Rosen eingekochter
Honig: rosenhonig .. daz 2e latein haigt mel rosaceum
Megenberg 314, 22.— Foosenkuospe f. Knospe einer
Rose. — Rosenkohl, m. Kohlart mit rosenähnlichen
Sprossen. — Rosenkrauz, m. Kranz von Rosen, nihd.
rosenkranz; zum Schmucke oder als Preis auf dem
Kopfe getragen: setz wir auf deinn rosenkranz Fasm.
Sp. 595, 13; Gebetschnur der Katholiken: an dem gurtel
hüngt ein langer rosenkranz Wieland Ob. 8, 4; die
Reihe der Gebete, die danach gefprochen werden: denr.
beten. — Nosenlaube, k. Laube aus Nosengebüschen: