thumbs: Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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Rosa, rosensarbig; in neuerer Spr. als technische 
Bezeichnung aus dem lat. Namen der Rose rosa ge- 
bildet: rosa, rosenroth Campe Verdeutschungswb.; als 
unflectiertes Adj., Subst. oder in Zusammensetzungen: 
ein rosa kleid (rosa-kleid), etwas sicht rosa aus, ein 
blasses rosa u. f. w. (vgl. auch lila). — Rose, f. 1) Name 
einer vielblätterigen, dustenden, meist rötlichen Blumen- 
art, entlehnt aus dem lat. (doch auf orientalischen Ur- 
sprung zurückgehenden) rosa; ahd. rosa, mhd. rose und 
rose, altengl. röse, altnord. rös: rosa haizt ain ros, diu 
auf der standen wechst Megenberg 344, 14; zufrühest 
nur rot, erst später auch weisze, gelbe rosen (wize rote 
rosen Minnes. Frühl. 90, 32); wegen ihrer Farbe und 
ihres Duftes gepriesen, zum Schmuck der frohen Jugend 
gebraucht: laszt uns krenze tragen von jungen rosen 
Weish. Sal. 2, 8; zu Vergleichen verwendet: wie eine 
rose uater den dörnen, so ist mein freundin unter den 
töchtern Hohel. 2, 2; seine lippen siad wie rosen 5, 13; 
bluhen, wie eine rose Hosea 11, 6; wie schön ihr aug 
durch thränen bricht, so thaut die ros im morgen- 
licht Grabbe 1, 51; in Sprichwörtern und Bildern, 
wo rose als Sinnbild fröhlichen und beglückten Lebens 
steht: mit der zeit pfluckt man rosen; keine rose ohne 
dornen; in diesem starren boden blüht keine meiaer 
rosen mehr Schiller Karl. 1, 21; auf rosen liegen: 
er ist nicht auf rosen gebettet, lebt nicht im Glück; 
einem rosen streuen: rosen streust du dem mörder 
deincr liebe? Schiller Räub. Trauerfp. 2, 3; rosen 
auf den weg gestreut, und des harms vergessen Hölty 
197; eine schlange lauert unter rosen, tückisches Un- 
glück unter dem Glücke; gist unter den rosen der lust 
Goethe Eleg. 1, 18; besonders in älterer Spr. Bild 
für die Röte des Mundes: din munt ist reeter danne 
ein liehtiu rôse in towcs fluete Walther 27, 29; aber 
auch, wie jetzt, für die zartere Röte der Wangen: der 
licz ich lilsen unde rösen dOz ir wengel schinen 28,7; 
wie wilstu weisze lilien, zu rothen rosen machen? 
küsz eine weisze Galathe, sie wird erröthet lachen 
Logan 3, 175, 8; schamröthe, die ihr ganzes gesicht 
mit rosen uberzog Wieland Ag. 7, 5; der Haut: diese 
haut aus weiszen rosen von rothen durchglommen 
IPaul Hefp. 1, 61; (er sieht) die weisze drust, die 
alabaster schien, mit rosen sich auf einmal uberziehn 
Wieland llrteil des Paris 377; der Jugendblüte über- 
haupt: trauet nicbt den rosen eurer jugend Schiller 
Kindsmörderin; rose, schmeichelnde Bezeichnung für das 
jugendschöne Mädchen, sueziu rose Anrede an die Ge- 
liebte Eracl. 3316; Ehrenname der Jungfrau Maria 
vil reinde meit, rõse äne dorn Minues. 3, 109d; du edle 
roso ohne dorn Wackernagel Kirchenl. 5, 1282; in 
neuerer Spr. für junge weibliche Wesen außerhalb solcher 
festeren Formeln: dasz . ein schmetterling an dieser 
rose aauge Wieland Klelia 5, 62; was bab’ ich ge- 
than!.. eine roso gebrochen, ebe der sturm sie ent- 
blättert Lessing Gal. 5,7; für die Morgenröte: da 
den osten schon ein kranz von rosen schmuckt Wie- 
land Idr. 3, 138; in einem harten Scherze selbst für 
das Blut des Schlachtfeldes: nun baden wir in rosen 
Zinkgref 2, 91; auch sonst von blutenden Wunden: 
die rosen, die ich mein allhie, sind deine mal und 
plagen PGerhard 43; Monatszeit der Weiber 
Schmeller; rose als Sinnbild der Verschwiegenheit, 
vielleicht von dem verborgenen Kosen der Liebespaare 
nuter Rosenbüschen und in Rosenlauben, in der Formel 
unter den rosen (der rose) reden, jetzt durch die ent- 
fprechende lat. Formel #eb rosa verdrängt: ieh hab oft 
under roten rosen geklafft, gekallen und gekosen 
Murner Schelmenzunft 47,1; unter der rose, 40 
rosa, sub ide silentii dietum ast Frisch; in freierer 
Verwendung: Sio vertrauen wir unter den rosen der 
freundschaft ein werk Ibrer einbildungskraft.. an 
Wieland bei Adelung. 2) übertragen auf den Nosen- 
rosa — Nose. 
Rosenbaum — Rosenlaube. 130 
strauch: rosen pflanzen; der gürtner deckt im winter 
die rosen zu. 3) rofenähnliche Pflanzen: japanische, 
ebinesische rose, rose von Saron, von Jericho, u. s. w., 
vergl. auch korn-, pappel-, stockrose. Vielsach in älterer 
Spr. und jetzt noch im bairischen Sprachgebicte rose 
für Blume überhaupt, vgl. Zachers Zeitschr. 24, 281 fg., 
in oberhefsischen Strichen Blume aller Sträuche und 
Kräuter Pfister erstes Ergänzungsheft 22. M rosen- 
ähnliche oder rosenförmige Gegenstände; Nachbildung 
von rosen in Edelmetall oder Edelsteinen: eine rose von 
rubinen; goldne rose vom Papste als Anerkennung der 
Tugend verliehen; rose in einem Wappen; an Kleidern, 
Schuhen, von Band, Stoff, Leder hergestellt; in der 
Baukunst großes rundes Mittelsenster mit Stabwerk in 
Kirchen: das fenster (im Straßburger Münster) und 
dessen aus der runden form catspringende kunstrose 
Goethe Du W. 9; mit seinen gluhnden rosen der 
Kölner dom Freiligrath 2, 187; bei Instrument- 
machern das verzierte Schallloch des Resonanzbodens: 
bei Sporern eingeseilter Zierrat am Knie der Stange; 
bei Färbern kleine runde Kennzeichen am Rande des 
gefärbten Tuches, in den Stahlhütten Fleck im Bruche 
des Stahls; bei Hutmachern runde Lage Leim in der 
Mitte des Hutdeckels; auf Schiffen Kompaßscheibe, durch 
Striche nach den Windrichtungen eingeteilt, schifls-, 
windrose; Auswüchse an den Blättern mancher Bäume, 
vom Stiche eines Insekts herrührend, dorn-, eiehen- 
weidearosen; bei Jägern Kranz um den untern Teil 
des Hirschgeweihes; Name von Schaltieren, besonders 
des Seesterns. 5) rose, Name einer Entzündungs- 
krankheit der Hant: rose, rothlanf, er'si#pelos Frisch; 
gesichts-, kopf-, gurtelrose, rose am fusze u. f. w. — 
Zusammensetzungen: Rofenbaum, m. Rosenpflanze in 
Baumform. — Nosenbect, a. Beet mit Rosen bestanden. 
— Rosenblatt, n. Blatt von der Blüte einer Rose oder 
einer Nosenpflanze. — Rosenbusch, m. Nofenpflanze in 
Buschform: vo . sieh volle rosenbusch’' in wvildo 
lauben 2ichn Wieland Idr. 1, 17. — Rosendorn, m. 
dorniger Rosenstrauch, besonders Strauch der wilden 
Nose; auch einzelner Dorn am Rosenstocke. — rosen- 
sarb, -sarben, -sarbig, von der Farbe der Rosen, mhd. 
rösenvar, rösenvaricc: so rosenfarb die gute frau sich 
kleidte Wieland Idr. 5, 63; von roseafarbner seide 
kaum besebattet Ob. 11, 49; weil .. alles rosenfärbig 
bluht Schwieger geharn. Venus 52; die Form rosin- 
farb der Bibel: rosinfarb wolle 3. Mos. 14, 4; aitzen 
auf einem rosinfarben thier Offenb. 17,3, ist Verbindung 
eines alten Adjectivs zu rose. uhd. rôsin rosig mit dem 
Adj. -arb: auch in späteren Quellen erhalten: mit 
einem . . kleide von rosinfarbner seide Bürger neue 
weltl. Reime. — Rosengarten, m. Garten mit Rosen 
bestanden, ahd. rosgarto, mhd. rosegarte; Platz für Lust 
und gesellige Freude, daher sprichwörtlich nicht im rosen- 
garten sitzen, nicht in guter Lage sein; Ortlichkeiten 
deutscher Heldenfage; landschaftlich auch Name für Be- 
räbnisplatz. In älteren Quellen wird die Jungfrau 
Raria als rosengarten angeredet. — Rosenhain, m. 
Hain aus Nosenbüschen. — Noseuhecke, k. Hecke aus 
Rosenbüschen: im mittel dieger rosenhecken Wieland 
Idr. 1, 18. — Nosenholz, u. Holz des Nosenstocks; Holz 
eines ausländischen Strauchs, das einen rosenartigen 
Geruch hat. — Rosenhonig, m. mit Rosen eingekochter 
Honig: rosenhonig .. daz 2e latein haigt mel rosaceum 
Megenberg 314, 22.— Foosenkuospe f. Knospe einer 
Rose. — Rosenkohl, m. Kohlart mit rosenähnlichen 
Sprossen. — Rosenkrauz, m. Kranz von Rosen, nihd. 
rosenkranz; zum Schmucke oder als Preis auf dem 
Kopfe getragen: setz wir auf deinn rosenkranz Fasm. 
Sp. 595, 13; Gebetschnur der Katholiken: an dem gurtel 
hüngt ein langer rosenkranz Wieland Ob. 8, 4; die 
Reihe der Gebete, die danach gefprochen werden: denr. 
beten. — Nosenlaube, k. Laube aus Nosengebüschen: