Full text: Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1876. (60)

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S§. 37. 
Verunreinigung der Fischwässer. 
Es ist verboten, in die Gewässer aus landwirthschaftlichen oder gewerb- 
lichen Betrieben Stoffe von solcher Beschaffenheit und in solchen Mengen 
einzuwerfen, einzuleiten oder einfließen zu lassen, daß dadurch fremde Fischerei- 
rechte geschädigt werden können. 
Bei überwiegendem Interesse der Landwirthschaft oder der Industrie kann 
das Einwerfen oder Einleiten solcher Stoffe in die Gewässer gestattet werden. 
Sovweit es die örtlichen Verhältnisse zulassen, soll dabei dem Inhaber der An- 
lage die Ausführung solcher Einrichtungen aufgegeben werden, welche geeignet 
sind, den Schaden für die Fischerci möglichst zu beschränken. 
Ergiebt sich, daß durch Ableitungen aus landwirthschaftlichen oder gewerb- 
lichen Anlagen, welche bei Erlaß dieses Gesetzes bereits vorhanden waren, 
oder in Gemäßheit des vorstehenden Absatzes gestattet worden sind, der Fisch- 
bestand der Gewässer vernichtet oder erheblich beschädigt wird, so kann dem 
Inhaber der Anlage auf den Antrag der durch die Ableitung benachtheiligten 
Fischereiberechtigten im Verwaltungswege die Auflage gemacht werden, solche 
ohne unverhältnißmäßige Belästigung seines Betriebes ausführbaren Vorkehrun- 
gen zu treffen, welche geeignet sind, den Schaden zu heben oder doch mög- 
lichst zu verringern. 
Die Kosten der Herstellung solcher Vorkehrungen sind dem Inhaber der 
Anlagen von dem Antragsteller zu erstatten: 
1) wenn die Anlage einschließlich der Ableitungen mit Genehmigung der 
zuständigen Behördc, dafern es einer solchen bedurfte, hergestellt werden, 
2) wenn die Anlage einschließlich der Ableitungen sonst gesetzlich nicht 
unzulässig ist. 
3) wenn der Inhaber der Anlage ein wohlerworbenes Recht auf die Ab- 
leitungen hat. 
Die Antragsteller haben in diesen Fällen auf Verlangen vor der Aus- 
führung Vorschuß oder Sicherheit zu leisten. 
Die Entscheidung über die Gestattung von Ableitungen nach Absatz 2, 
so wie über die in Gemäßheit des Absatz 3 anzuordnenden Vorkehrungen er- 
folgt, sofern die betreffende Ableitung Zubehör einer der im §. 16 der Reichs-
	        
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