Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Sechster Band. (6)

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wollte,  daß  er  auch  nur  den  Fortgang  der  schon  angefangenen
  Execution  wenigstens  so  lange  aufschob,  bis  man  sich
wegen  der  Art  der  Bezahlung  verglichen  haben  moͤchte,
wenn  anders  dieser  Vergleich  unverweilt  ploͤtzlich  geschlossen
seyn  wuͤrde.  Die  Calenbergischen  Landstaͤnde  entschlossen  sich
zur  Buͤrgschaft  für  100,000  Thlr.,  die  Wolfenbuͤttelschen
und  Hoyischen  übernahmen  ein  gleiches  *),  am  kaiserlichen
Hofe  wurde  ein  Vergleich  geschlossen,  daß  drei  der  schdnsien
Aemter  der  Grafschaft  Hoya  5#)  dem  Grasen  Tilly  zur  Sicherheit
  der  Bezahlung  eingeräumt  werden  sollten,  und  doch  so
wenig  konnte  nun  auch  die  reichste  Beute  befriedigen,  doch
wies  der  Kaiser  selbst  dem  Grafen  das  ganze  Fürsienthum
Calenberg  an,  die  ganze  obere  Grasfschaft  Hoya  wurde  für
Tilly  besetzt,  und  was  Albrecht  von  Waldstein  in  Meklenburg
geworden  war,  schien  endlich  Tillp  an  der  Weser  und  Leine
werden  zu  müssen.
In  den  wichtigsten  Aemtern  des  Fürstenthums  Calenberg
nahm  Tilly  Huldigung  ein,  über  zwei  Millionen  Steuern  wurden
innerhalb  drei  Jahren  unter  seinem  Namen  erhoben,  wo  er  nicht
Steuern  erheben  konnte,  erhob  er  Contributionen,  und  selbst  Staͤdte,
die  er  nicht  wirklich  besetzt  hielt,  was  vorzüglich  Hannover  nicht
nur  einmal  erfuhr  799),  mußten  bald  schwere  Lieferungen  thun,
bald  gedrohte  Belagerungen  abkaufen.  Es  war  auch  mehr  Politil
als  Mässigung,  daß  er  nicht  selbst  den  Namen  eines  Fürsten
von  Calenberg  endlich  annahm.  Man  sah  nämlich  dem  un,

*)  s.  erstangef.  Landtagsabsch,  5.  Aug.  1629.
½)  Stolzenau,  Spke  und  Steigerberg.
)  Die  Stadt  Hannover  mußte  1627  lechzehn  hundert  Malter
Korn  an  Tillv  liefern.  1628  mußhte  sie  12000.  Rthlr.  bezahlen.

Sie  verwandte  in  drei  Jahren  auf  ihre  eigenen  Soldaten  ohne
die  Besoldung  des  Capitains  11000  Rthlr.