Von der Rücklehr aus dem heiligen Lande 2c. 281
lösen, daß der innere Frieden desselben ungestört bleiben sollte.
Mehrfach kam er daher im Laufe des Sommers 1174 mit den
deutschen Fürsten zusammen. Namentlich der mächtigste derselben,
Herzog Heinrich der Löwe, ist bis zu seinem Aufbruch in seiner
Umgebung. gewesen. Heinrich selbst sollte an dem Zuge gegen die
Lombarden wenigstens nicht gleich theilnehmen. Warum ihn
Friedrich in Deutschland zurückließ, ist uns nicht gesagt; nur soviel
ist sicher, daß er nicht mit nach Italien aufbrach.
Es ist dies einer von den Punkten, oder eigentlich der Punkt,
von dem aus ein wirkliches Verständniß, ein völliges Durchdringen
der sich nun schnell folgenden, den eben noch auf schwindelnder
Höhe stehenden Herzog zu Boden schleudernden Ereignisse allein
möglich wäre. Bei dem Mangel jeder positiven Angabe bleibt aber
gerade dieser wichtigste Punkt der Hypothese überlassen. Da wir
den Sachsenherzog in der ganzen letzten Zeit, die Friedrich in
Deutschland anwesend ist, in dessen nächster Umgebung finden, ihre
Thätigkeit auch eine durchaus übereinstimmende ist, namentlich in
einer gleich zu berührenden außerordentlich wichtigen Froge eine
ernstliche Meinungsverschiedenheit nicht stattfand, so bleibt eigentlich
nur ein Ausweg, der zu einer annähernd richtigen Beurtheilung
ihres ramaligen Verhältnisses führen kann.
Friedrich kannte die Lage der Dinge nur zu gut, es entging
ihm selbst am allerwenigsten, daß trotz fast siebenjähriger Anstrengungen
eine gänzliche Befriedung des Reichs ihm nicht gelungen
war, daß namentlich sein fortgesetzter, im Grunde doch noch immer
erfolgloser Kampf gegen Alexander III. nicht bloß im Kreise der
geistlichen Fürsten, sondern auch in dem der weltlichen Machthaber
die ernstlichsten Bedenken und offenen Unwillen zu erregen begann,
so daß ein dauerndes Festhalten derselben an der ihnen aufgezwungenen
kaiserlichen Ansicht durchaus nicht zu erwarten war. Heinrich
der Löwe hatte sich bisher als einen unerschütterlich treuen Anhänger
bewiesen; die Differenzen, welche in den letzten Jahren zwischen
ihm und Friedrich vorgekommen sein mochten, waren offenbar nur
nebensächlicher und vorübergehender Natur gewesen: selbst die welsische
Erbschaft und der darum entstandene Streit hatten damals
noch keine ernstlichen Folgen gehabt. Heinrichs des Löwen Macht
reichte, wie sich das ja während des letzten Aufenthalts des Kaisers.
in Italien gezeigt hatte, hin, um sich gegen den Andrang der gewaltigsten
Fürsten zu halten. Damals hatte Friedrich selbst den
1174.