Über die Schwierigkeiten eines solchen Unternehmens
gab ich mich keinen Illusionen hin. Es war mir klar,
daß ein solcher Versuch nicht nur eine gründliche Aus—
sprache über den Flottenbau, sondern auch eine offene
Diskussion der Wirtschaftsfragen voraussetze, und daß
wir in beiden Punkten um allerhand Zugeständnisse nicht
herumgekommenwären. Das Ziel schien mir solcher Opfer
wert zu sein, denn die Lösung der politischen Spannung,
die letzten Endes in ein Bündnis mit England hätte aus—
münden sollen, würde uns andererseits neben der Siche—
rung des Friedens Vorkeile erschlossen haben, durch die
wir die erwähnken Zugeständnisse reichlich aufgewogen
hätten.
Fürst Bülow, mit dem ich die heikle Frage einmal
besprach, verwies mich damals auf ein Work des
Fürsten Bismarck, der ausgesprochen habe: daß er
gerne bereit wäre, die Engländer zu lieben, aber sie
wollten sich ja nichk lieben lassen. Zu einem Bündnisse
mit England, das für uns nichk die dunkle Gefahr eines
Krieges mit Rußland in sich geschlossen hätte und andererseiks
geeignek gewesen wäre, England wirklich und
ernstlich zu binden, schien er damals grundsätzlich geneigt
zu sein. Aber hierfür war nach seiner Auffassung
in den ersten Jahren dieses Jahrhunderks der englische
Premierminister Lord Salisbury nicht zu haben gewesen,
und so glaubke er nach Lage der Umstände mik einer
„Politik der freien Hand“ am besten abzuschneiden.
Auch wo sonst ich meine Gedanken vor den leikenden
Staaksmännern unserer Regierung entwickelfke, wurde
mir stets etwa die gleiche Antwort: eine Verständigung
mit England sei unmöglich; England wolle das gar nicht,
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