Bemerkung.
Was ist alts Impfschaden anzusprechen Dr. Boigt- Hamburg, und mit
ihm alle, welche die Zahl der Impfschäden gering halten wollen, und um den
Schild der Impfung nicht zu sehr zu beflecken, gering halten mussen, verstehen
unter Impfung das, was mit dem ersten Schnitt beginnt und mit der Einbringung
des leyzten Atomes Lymphe endet. Hier wird als Impfschaden, dann allerdings
folgerichtig, nur das anerkannt, was auf zu große oder geringe Muskelkraft des
Impfers, d. h. defsen Ungeschicklichkeit, auf ungenügende Entgiftung (Desinfektion)
des Impffeldes oder Instrumentes (Lanzette, Nadel. Bohrer, usw.) oder auf die
„Lymphe selbst zurückzuführen ist. Alles andere gilt ihnen nichts. So sagt Voigt:
„Impfschäden, welche erst später entstehen (nicht innerhalb des nächsten
Tages) sind keine Folgen der Impfung, sondern als Mischerkrankung zu
deuten, also keine eigentlichen Impfschäden.“
(In Nr. 355 der Sammlung klluischer Vorträge.)
Im Gegensatz hierzu steht die mir richtiger scheinende Auffassung, wohl
auch die allein richtige, alles das als Impfschaden zu benennen und zu bezeichnen,
was, wenn die Impfwunde und die Einführung des Giftstofses nicht gemacht
wäre, nicht entstanden wäre. Die Staphylococcen oder Streptococcen ober
sonstige Bestandteile und Krankheitserreger mußten erst durch die Wunde ein-
dringen (vorausgesetzt, daß sie nicht mit der „Lymphe“ eindrangen) und so das
Kind krank machen und töten. Die Impfung ist schuldig, denn ohne die
Impfung wäre der Schaden niemals entstanden. Ferner: ware das Kind A.
nicht geimpft, so hätte das Kind B. niemals den dem Kinde A. allein zugedachten
Eiftstoff auf die rissige oder wunde Haut bekommen und wäre nicht daran zu
Grunde gegangen.
Alle von Voigt in dem genannten Hefte angegebenen Mischerkrankungen,
556 an der Zahl. sind reine Impfschäden. Ob die Wissenschaft daraus einen
Impfschaden 1., 2. oder 10. Güte machen will, kann uns und dem Volke ganz
einerlei sein. Die Eltern stehen vor der Tatsache, daß ihr bis zur Impfung
gesundes Kind in den nächsten Tagen nicht krank geworden wäre, wenn die
-.Schneiderei und Giftschmiererei“ unterblieben wäre.
(Leider kam mir die Schrift Voigt's erst heute zu Gesicht, weshalb die
angegebenen „Mischerkrankungen“ nicht mit im eigentlichen „Friedhof“ unter.
gebracht sind.)
Für die Verständlichkeit des Nachfolgenden und für die mir folgenden
Staatsschnuffler erwähne ich, daß alle Ausdrücke oder Sätze, welche n ...
Klammern gefaßt sind, von mir stammen.
Wegener- Frankfurt a. M.