Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Sechster Band. (6)

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wieder  seine  Regierung  einheimisch  wurde,  zu  einer  Groͤße
und  Macht  aufstieg,  die  zum  Gluͤcke  der  deutschen  Freiheit
jede  Sehnsucht,  welche  der  Sturz  Henrichs  des  Loͤwen  erregte,
  über  alle  Erwartung  befriedigen  mußte.  Hochstens
waren  es  anfangs  anderthalb  hundert  tausend  Menschen,  die
von  Muͤnden  aus  oder  aus  Neustadt  am  Ruͤbenberge  regiert
wurden,  kaum  war's  ein  Deutscher  Staat  der  mittleren
Groͤße,  dem  weder  seine  Verfassung  noch  seine  Lage  weite
Aussichten  einer  fortschreitenden  Vergroͤßerung  oͤffnete,  und
der  noch  selbst  damals  zu  sinken  schien,  als  Brandenburg
durch  die  entschlossene  Weisheit  seines  großen  Churfuͤrsten
furchtbar  zu  werden  anfing  und  Hessencassel  durch  die  maͤnnliche
  Vorsorge  von  Amalia  Elisabeth  groß  wurde,  aber  erst
noch  im  letzten  Viertel  des  vorigen  Jahrhunderts,  da  schon
die  gereizteste  Politik  der  neuen  Entstehung  großer  Staaten
entgegenarbeitete,  schwung  sich  das  Hannoͤversche  Haus  fast
mit  der  Staͤrke  einer  im  Stillen  geuͤbten  Macht  zu  jener
glücklichen  Mittelgroͤße  empor,  bei  welcher  der  Unterthan
eben  so  sehr  gewinnt,  als  Ruhe  und  Freiheit  des  Deutschen
Staatensysiems  auf's  neue  dadurch  gesichert  wurde.

1262  Gleich  bei  der  ersten  Theilung  der  Welfischen  Lande  *),
seit  welcher  nie  mehr  das  Ganze  derselben  unter  einer  Regierung
  vereinigt  wurde,  war  ein  Fürstenthum  Braunschweig
  entsianden,  das  ungefähr  die  Hälfte  der  sämmtlichen
  Welfischen  Lande  begriff,  und  dem  ältesien  Urenkel
Henrichs  des  Ldwen  zufiel,  wie  die  andere  Hälfte,  welche

*)  Diese  Theilungsurkunde  selbst  ist  meines  Wissens  noch  nie
im  Druck  erschienen.  Was  sich  Origg.  Guelf.  T.  IV.  pog.  13  2c#.
findet,  isi  blos  ein  Vertrag,  der  vorbereitungsweise  unter  Vermittlung
  des  Markgrafen  Otto  von  Brandendurg  1267  geschlossen
  wurde.