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Feuerwaffen (Mehrladegewehre, Maschinengewehre
und Schnellfeuergeschütze) und die ungeheuren Anforderungen
der derzeitigen Gefechtsführung (vor allem
das Streben nach Feuerüberlegenheit sowie nach örtlicher
und zeitlicher Bülammenfassung der Wirkung,
nach entscheidender Feuerwirkung) steigern den Munitionsverbrauch
ins Riesenhafte Bei der Größe der
Heere und bei der langen Dauer der Kampfhandlungen
sind somit ganz ungeheure Munitionsmengen
erforderlich. Der für den ersten Bedarf notwendige
Munitionsvorrat wird von der Truppe selbst mitgeführt.
Die Ergänzung dieser Truppenausrüstung
geschieht durch die aus der Heimat zugeführte Munilion.
Hierzu müssen ausreichende Munitionsmengen
zunächst in der Heimat unter Heranziehung aller
Hilfsquellen und Hilfskräfte angefertigt und bereit gehalten
und dann rechtzeitig und sicher in das Operationsgebiel
nachgeführt werden. Zur Munitionsversorgung
gehören also nicht nur die Herstellung und
Bereitstellung der Munition in der Heimat, sondern
auch ihr unausgesetzter, geordneter Nachschub. Sie
verlangt eine wohldurchdachte und gut arbeitende
Organisation unter tatkräftiger, zielbewußter Leitung
und eine überlegte Ausnutzung der zur Verfügung
stehenden Nachschubmittel.
Von der Verpflegung hängen das Wohlergehen der
Truppe und damit ihre Leistungsfähigkeit ab. Auch
hier stellen die große Zahl und Stärke der Armeen
ganz gewaltige Anforderungen an das Verpflegungswesen.
Für die Eernährung dient als oberster
rundsah daß die Hilfsmittel des Kriegsschan.
platzes nach Möglichkeit ausgenutzt werden. Deshalb
ist die günstigste Art der Heroslegung die durch die
Quartierwirte. In armen Gegenden, bei Operationen
größerer Truppenkörper und bei engem Zusammengehen
der Truppen ist jedoch die Quartierverpflegung
nicht möglich. Hier sind dann Ankäufe und Beitreibungen
die Mittel, um die Vorräte und Bestände des
Kriegsschauplatzes zu verwenden. Im Feindesland
sind Beitreibungen die ausgiebigste Art, vom Lande
uleben. Sie werden daher von der Truppe und den
erwaltungsbehörden, wo nur irgend möglich, in
weitem Umfang vorgenommen. Aber der große Verpflegungsbedarf
der Riesenheere kann durch die Mittel
des Kriegsschauplatzes allein nicht gedeckt werden.
Selbst das reichste Land ist nicht imstande, die Verpflegungsmittel
für sosche Massen an Ort und Stelle
aufzubringen, und die Vorräte der betroffenen Gebiete
sind sogar bei siegreichem Vorgehen bald erschöpft.
Die Beitreibungen können deshalb nur als
höchst willkommene Beihilfen für die Verpflegung gelten.
In der Hauptsache müssen die Lebensmittel dem
Heere von rückwärts zugefuhrt werden. Für diesen
Verpflegungsnachschub werden nicht nur die Vorräte
der heimatlichen, sondern auch der besetzten Gebiete
herangezogen, so daß dadurch ein großer Teil der
Kriegslasten vom Heimatland abgewälzt wird. Diese
nachgeführten Verpflegungsbestände müssen einen
langen Weg zurücklegen, bis sie aus den rückwärtigen
Ersatzquellen zur Truppe gelangen, und es bedarf
auch hier des Ineinandergreifens zahlreicher Stellen
und Hilfsmittel, damit das ganze Nachschubwesen
richtig arbeitet. An der Spitze des gesamten Verpflegungswesens
des Feldheeres steht der Generalintendant,
der die leitenden Gesichtspunkte für die ganze
Veriflegung gibt und für den Nachschub im großen
sorgt. Die Verpflegung einer Armee leitet der Armeeintendant
nach den Agordnungen des Armeeober-III.
Technik und Kriegführung
befehshabers. Er verfügt zu ihrer Sicherstellung über
die im Bereiche seiner Armee vorgefundenen oder
dorthin nachgeschobenen Bestände und über die in der
Heimat für seine Armee angesammelten Vorräte, zu
ihrer Durchführung über die Intendanten der Truppenverbände
und Behörden seiner Armee.
Der Sanitätsdienstin Feldeistauf die Schlagfertigkeit
des Heeres von weittragendem Einfluß.
Denn er besteht nicht nur in der ersten Hilfe für die
Verwundeten und Kranken auf dem Schlachtfelde und
in der weiteren Fürsorge für sie, sondern umfaßt auch
das Freimachen des Kriegsschauplatzes von Verwundeten
und Kranken und nicht zuletzt die allgemeine
Gesundheitspflege des Heeres. Diese wichtigen Aufgaben
verlangen es, daß vor allem die ärztliche Hilfe
rasch und unmittelvar hinter der Gefechtslinie einseszk.
Dann mühssen die Verwundeten und Kranken in das
weiter rückwärts gelegene Gebiel abgeschoben, dort
verteill, untergebracht, ärztlich behandelt und verpflegt
werden. Und endlich müssen die Transportfähigen
unter ihnen nach Möglichkeit zur Pflege in die Heimat
wurückgefübrt werden. Diese Krankenfürsorge erforert,
neben der Ausstattung der Truppen und Behörden
mit hinreichendem Sanitätspersonal und material
sowie den nötigen Einrichtungen, ein gut organisiertes
Transportwesen. Die Gesundheiohfürkohg.
erstreckt sich in erster Linie auf die Berhütung und
Bekämpfung ansteckender Krankheiten und Seuchen,
dann aber auch auf alle anderen für die Gesundheit
des Heeres notwendigen hygienischen Maßnahmen.
Auch hierfür sind besondere Einrichtungen und Hilfsmittel
unerläßlich. Eine besonders wichlige Rolle spiell
aber im Sanitätsdienst neben dem Ersatz des Personals
der gesicherte Nachschub an Sanitätsmineln
aus der Heimat, ohne die weder eine geordnete Behandlung
der Verwundeten und Kranken noch eine
sechgemöß Gesundheitspflege möglich ist. Die Leitung
des ganzen Sanitätsdienstes beim Feldheer liegt in
der Hand des Chefs des Feldsanitätswesens. Bei jeder
Armee leitet den Sanitätsdienst der Armeearzt, dem
hierzu die Korps= und Divisionsärzte sowie das Sanitätspersonal
der Truppen und Behörden der Armee
unterstehen. — Vgl. dazu den Aufsatz -Einrichtung
und Aufgaben der Feldlazarette-, Bd. I. S. 308# f.
Die Notwendigkeit des Mannschafts= und
Pferdeersatzes sowie der Ergänzung der
Kriegsausrüstung und des Kriegsmaterials
liegt auf der Hand. Die Auffüllung der bei den kämpfenden
Truppen durch Verluste und Krankheiten entstandenen
Abgänge macht die unausgesetzte Heranbildung
und Bereithaltung ausreichender Mannschaftsbestände
bei den Ersahirurdenteilen in der Heimat
und deren rechtzeitige Nachführung auf den Kriegsschauplatz
nötig. Das gleiche gilt für den Ersatz der
Pferde und sonstiger tierischer Hilfskräfte, soweit dieser
nicht durch die Ausnutzung des Kriegsschauplatzes
gedeckt werden kann. Bei der Materialergänzung
handelt es sich ebenfalls um Anfertigung und Bereitstellung
der notwendigen Vorräte an Bekleidung, Ausrüstung
und Kriegsgerät aller Art in der Heimat und
um die bedarfsmäßige Zuführung an die Front.
Unbrauchbar gewordenes Kriegsmaterial muß zur
Wiederherstellung aus der Kampflinie nach rückwärts
weggeschaff. werden. Dabei kommt es darauf
an, ob ein Abtransport in das Heimatgebiet notwendig
ist oder ob die Ausbesserungen in den im Bedarfsfall
eigens errichteten Werkstätten hinter der Gefechtsfront
vorgenommen werden können. Auch auf die-