814 1611 355.
Sept. 24. seiner persecutionen und widerwertikeiten dise formalia schreibet: »So
tichtet und leugt mich je einmal derjenig an, welcher furgibt, das wider
den könig ich etwas tentirt habe. Die befurderung deschurfurstenconvents
urgire ich, das ist wahr und ist mir von meinem her,
dem kaiser, uferlegt. Die bruderliche vergleichung zwischen dem
kaiser und kunig hab ich nie gehindert sondern mit solchem eifer
geraten, das her Hertel mich selbst berichtet, sobald I. M.' meine
consilia aus Dresden angehört hetten, weren sie acquietirt worden,
hetten ihre cunctation ufgehebt und den accordo subscribirt.! Uber
das allen, so hab ich solche erinnerung gethan des spanischen
botschafters andeutung gemess, das ich versichert bin, die ch urfursten
werden dise composition nicht impugniren, aber mit der approbation
wöllen sie sich nit beladen aus ursachen, das man sie im negsten
pragerischen vergleich gebrennt, ihre burgschaft in gefahr gestelt und
durch den zaun gestochen habe. Ob I. ksl M.' die residenz in
Prag zu continuiren nuzlich, gibt der churfurstentag, vor dessen
anfang? ich gern mit dem hern an einem bequemen ort heraussen
im reich persönlich conversiren wollte; es wurde deme hern oratori
nit misfallen und dem hern in seinem officio auch erspriesslich sein.
Ich bitte, meine unschuld sampt dem hern oratore an gehörigen örtern
wider die boshafte calumnias verteidigen zu helfen, mich und die
meinige in bessere securitet zu setzen und nit etwa gar in ein
desperation zu sturzen. Was ich rede oder schweige, muess alles gift
seine.“ Prag den 24. septembris 1611.
Nachschrift: „Gnedigster furst und her. Gleich dise stund hat
mich der Barvitius haimgesuecht und berichtet, das I. ksl. M.' vorgester
spaet obgedachtes packet entpfangen und erbrochen und dorauf yester
gar guets muets gewesen. Erzherzog Leopold und herzog Wilhelm
in Baiern suuchen mit allem fleiss I. ksl. M.' hinaus ins reich zu zihen,
damit ihr vorgedachtes intentum desto besser zu werke gerichtet moege
werden. Herzog Wilhelm in Baiern ist erst zu Passau bei erzherzog
Leopoldo gewesen und erzherzog Leopold hinab zu München bei herzog
Wilbelm und der Tochter. Heute ist L ksl. M.‘ wiederumb ainer
andern mainung gwest und will nit hinauss; saget, habe sich auf
der samentlichen churfürsten noch fürsten hülf nit zu verlassen, sei
auch zu spät im jar. Barvitio kunne dise handlung gar nit verstehn,
das I. ksl. M.' und don Balthasar baide den Henot ad diversos fines
gebrauchen sollen, cum caesari omnia consilia don Baltasari sint
suspectissima et odiosissima et ita quasi duo contraria. Henot hat
auch ein credenz und vorschreiben vom herzogen zu Braunschweig
gehabt, ihm propter quasdam suas particulares praetensiones zu der
! Vgl. no. 313, 8. 741, Anm. 1.
? Vischere bemerkt dazu am Rand: „Non videtur oratori neque mihi
hoo rerum statu consultum;; respondebo secundum mandatum V.rae CelLais,*