Herzog Eberhard Ludwig und Wilhelmine
von Graͤvenitz. *)
Herzog Eberhard Ludwig von Wirtemberg, der von
4693 bis 1753 regierte, machte, als ein Herr von 31 Jahren,
nach einem zehnjährigen, nicht unvergnügten Ehestande mit
einer Durlachischen Prinzessin, mit der er auch einen damals
noch lebenden Prinzen erzeugt hatte, 1707 eine sehr genaue
Bekanntschaft mit einem mecklenburgischen Fräulein von Grävenitz.
Offenbar war das Fräulein anfangs bloß durch eine
Hofkabale producirt worden, um durch sie den Herzog desto
gewisser zu beherrschen; eine gewisse Geheimeräthin von Stafsorst
und ein Herr von Reischach, nebst seiner Frau, führten
sie in diese Welt ein, und ein Graf von Jollern übernahm'e,
den Herzog recht verliebt zu machen. Das Mirtel that
aber mehr Wirkung, als irgend Jemand davon erwartet haben
») Eine Einleitung zu zwei Aktenstücken: „Promemoria der
Gemahlin Herzog Eberhard Ludwigs, in Ehefachen. Uebergeben
zu Wien in den letzten Monaten des Jahres 1723,7 und „Lehter
Verabschiedungs-Rezeb der Gräsin von Würben. Urach, den 28.
März 1752.“ Aus Meiners und Spittler's Gött. hist.
Mag., Bd. VII. S. 664 —667. Die Aktenstücke selöst finden
sich abgedruckt a. a. O. S. 667 —691.