Volltext : Spittler’s sämmtliche Werke. Zwölfter Band. (12)

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sich  bei  dem  König,  das  heißt  bei  dem  Kardinal  Fleury,  beschweren,
  daß  man  über  ein:  von  seinem  Reichshofrath  schon
entschiedeve  Soche,  bei  der  überdieß  allein  dieser  kompetenter
  Richter  sey,  in  Frankreich  noch  richten  wolle.  Nun
war  man  damals  ohnedieß  im  Begriff,  mit  dem  Kaiser  Frieden
  zu  schliehen,  wan  schien  also  auf  seine  so  gerechten  Beschwerden
  dießmal  Rücksicht  nehmen  zu  müssen;  der  Fortgang
der  Sache  wurde  gehemmt.

Allein  das  schöne  Ehepaar  und  ihre  hohen  Protektoren
gaben  das  Spiel,  wobei  so  viel  gewonnen  werden  konnte,
nicht  so  leicht  auf.  Sie  hofften  auf  andere  Zeiten  und  Umstände,
  behielten  unterdeß  den  angemaßten  Namen,  Wappen,
Titel  und  Livreen,  ließen's  beim  Klagen  und  Beschweren  bewenden,
  suchten  nur  ihre  Freunde  und  ihre  Kabale  zu  unterbalten.
  So  ging's  Jahre  lang  fort;  unterdeß  aber  fiug  doch
mancher  ihrer  mächtigsten  Beschützer  an,  mehr  in's  Klare  zu  sehen.
  Nur  die  Rohaus  blieben  ihnen,  und  die  ränkebolle  de
la  Mezière.  Dorh  auch  da  ward  er  dlich  Alles  alt  und  matt.

Ich  weiß  auch  nicht,  wie  sich  der  regierende  Herzog  von
Wirtemberg  bewegen  ließ,  einzuwilligen,  daß.  die  Sache  wieder
  vor  dem  Pariser  Parlament  vorgenommen  werden  durfte.
Freilich  schien  er  damals  auf  die  guͤnstigen  Gesinnungen  des
Hofes  rechnen  zu  können,  denn  er  hatte  damals  alles  Moͤgliche
gethan  und  wit  gutem  Erfolge  es  gethan,  daß  sich  bei  dem
ausgebrochenen  östreichischen  Erbfolgekrieg  die  vorliegenden
Kreise  nicht  erklärten.

Der  Prozes  worde  also  wieder  bei  dem  Parlament  vorgenommen;
  allein  Alles  hatte  sich  nun  geändert.  Die  Sache
hatte  so  lange  gedauert  und  so  vielen  Lärm  gemacht,  daß  endlich
  alle  dabei  gebrauchten  Kabalen  an's  Licht  gekommen.
Das  Herkommen  des  schönen  Ehepaars  war  allgemein  bekannt
geworden;  wie  es  auch  bald  volleunds  allgemein  laut  wurde,