Full text : Hermann Stegemanns Geschichte des Krieges. Erster Band. (1)

Die  Schlacht  bei  St.  Quentin—Guise  155

Flügel  sofort  herumwarf,  nicht  ins  Leben.  Generaloberst  v.  Kluck  fing  den
guc  angesetzten  Stoß  mit  dem  II.  und  IV.  Korps  ab,  die  das  VII.  Korps  und
die  bereitgestellten  Reserven  von  Le  Transloy,  Morval  und  Péronne  über
die  Somme  auf  Méricourt,  Morcourt,  Framerville  und  Harbonnieres  in  der
Richtung  auf  Senlis  zurückwarfen  und  aus  dem  Felde  schlugen.  Eilig  wichen
die  geschlagenen  französischen  Truppen  auf  Amiens  aus.  Damit  war  der
Versuch  einer  strategischen  Wiederaufrichtung  nördlich  der  Somme  und  an
der  Oise  und  Maas  im  Grunde  schon  gescheitert.

Die  Schlacht  bei  St.  Quentin—Guise

Das  Treffen  bei  Combles  hatte  nur  zwei  deutsche  Korps  von  der  Armee
Laurezac  abgezogen,  die  am  28.  August  den  Kampf  erneuerte  und  die  Aufgabe
hatee,  die  Oiselinie  zu  halten.  Auch  die  5.  französische  Armee  war  angefallen
  worden,  ehe  sie  sich  erholt  hatte.  Generaloberst  v.  Bülow  hatte
das  VII.  Reservekorps  vor  Maubeuge  zurückgelassen  und  die  Ver.
folgung  in  breiter  Front  ausgenommen.  Am  238.  August  trat  die
2.  Armee  mit  vier  Korps  in  den  Kampf.  Dicht  angeschlossen  kämpften  auf
ihrem  rechten  Flügel  Teile  der  1.  Armee,  die  6.  und  17.  Division,  während
Klucks  II.  und  IV.  Korps,  halbrechts  gewendet,  zwischen  Bapaume  und
DPéronne  den  von  Südwesten  kommenden  Flankenstoß  Maunourys  bei
Combles  abwiesen.  Die  englische  Armee  war  schon  zwischen  Combles  und
St.  Quentin  hindurch  nach  Süden  entwichen;  deutsche  Heereskavallerie  und
das  IV.  Reservekorps  hängten  sich  an  ihre  Fersen.

Die  Armee  Lanrezac  hatte  auf  der  Linie  Vervins—St.  Quentin
Stellung  genommen.  Der  französische  Führer  war  wieder  in  Sorge  um
seine  Flanken,  denn  reches  llaffte  seit  dem  Rückzug  seiner  Flügelgruppe  von
Dinane—Givet  in  südwestlicher  und  seit  dem  Rückzug  des  linken  Flügels
der  Acmee  de  Langle  von  der  Semois  in  siüdlicher  Richtung  eine  Lücke,  die  sich
schon  auf  die  Frontbreite  eines  Armeekorps  vergrößert  hatte.  Zwar  war
General  Joffre  bemüht,  sie  zu  füllen,  indem  er  zwischen  der  4.  und  5.  Armee
eine  neue  selbständige  Kampfgruppe  schuf,  aber  über  Ansätze  war  diese
verspätete  Neubildung  noch  nicht  hinausgekommen.  Gefährlicher  war  diesmal
die  Lage  für  die  Armee  Lanrezac  jedoch  auf  dem  linken  Flügel,  weil  die
Flankendeckung  durch  die  englische  Armee  jeht  ganz  wegfiel  und  Freuch  es
bei  dem  Abstecken  einer  neuen  Verteidigungslinie  auf  der  Landkarte  bewenden
  lassen  mußte,  während  Klucks  rechte  Flügelgruppe  den  WVorstoß
Maunourys  bei  Combles  auffing.  Die  Umfassung  der  5.  französischen  Armee
war  daher  nicht  mehr  aufzuhalten.

Schon  im  Anmarsch  auf  St.  Quentin  griff  Klucks  linke  Flügelgruppe
zusammen  mie  Bülows  rechtem  Flügel  um  den  linken  Flügel  Lanrezacs