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dieser Welt geworden als dem Mainzischen Primaten. Sein
ganzer Sprengel bestand anfangs in vier Pfarrkirchen, und
um nur leben zu können, wies ihm Ludwig der milde die
Einkünfte eines Brabantischen Klosters an. Nie war er,
selbst bei günstigern Zeiten, so politisch bedeutend als Bonifacius;
denn er kam nicht nach Hof, er hatte den Geist der
Geschäftigkeit und Staatsbetriebsamkeit nicht, durch welchen
der letztere so viel möglich machte. Gewalt konnte er nicht
bei seinen Bekehrungen brauchen, sonst that er aber auch alles,
was man von einem Apostel dieser Zeit erwarten darf. Er
verrichtete Wunder, vielleicht wohl nicht immer als Betrüger,
aber wenigstens als selbst leichtgläubiger; er predigte keine
aufgeklärtere Religion als Bonifacius, nur war er frei von
der Anhänglichkeit an den Römischen Stuhl.
g. 5.
Bekehrung der Bulgaren, Böhmen, Mähren, Russen.
Die Orientalischen Christen scheinen nicht so viel für
die Ausbreitung ihrer Religion gethan zu haben als die
Abendländer. Wenigstens sind im neunten Jahrhundert nur
die zwei Mönche Methodius und Cprillus berühmte Missionarien
derselben gewesen. Bei den besiändigen, friedlichen
und kriegerischen, wechseleweisen Verbindungen der Bulgaren
und Griechen, mußten jene nothwendig von der Christlichen
Religion einige Nachricht bekommen. Griechische Gefangene,
welche sich eine Zeit lang bei den Bulgaren aufhielten,
und Bulgarische Gefangene, welche zu Constantinopel Griechische
Religion und Einrichtungen kennen gelernt hatten,
machten dieses wilde Volk nach und nach mit den Christen
vertraut. Der Mönch Methodius, welchen der Bulgarische
König als einen berähmten Maler von Constantinopel kommen
ließ, bekehrte den König, und, wie gewöhnlich, mit die-107