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stoßen, mhd. verstözen, stoßend schließen: sie heten
alle venster verstoszen D. Städtechr. 10, 156; gegen einander
umwechseln und ausgleichen: eim seine schulden
un einanderen verstoszen, vmmins kronzeribere in alios
Maalerg heimlich bei Seite thun, verbergen: verstoszen,
„ctwarein verbergen, illatebrore, dbstrudere, obstrudere,
den diebstal veretoszen, surta commiftere lotebris ebd.;
pesargten . . die feind hicten sich etwan verstoszen
Aventin 1, 321, jetzt unkergegangene Bedeutungen;
— etwas verstoszen, notgedrungen verkausen: etwas
verstoszen von seinem hauszrath, suppellct#lem eogi
vendere Frisch; bausgerätb, kleider, wäsche, büucher
verstoszen Adelung; einen verstoszen, in sinnlicher
Bed. verjagen: einen ab seicem güt verstoszen, 448=cere
aliquem de posseistone Maaler; von der Richtung
wegstoßen: zum heilgen lande steuert’ er und
ward vom sturm verstoszen Uhland 316; häufig unsinnlicher,
— bart von sich weisen: verstosz nicht im
zorn deinen knecht Pf. 27, 9; ich bin von deinen augen
verstoszen 31, 23; die von jrem man verstoszen ist
3. Mos. 21, 7; da verstiesz mich der infant Schiller
5, 139; — intransitiv, = einen Fehler begehen, schon
mhd.: daz ich sere verstiez, wand iel in einen speher
hiez Flore 5033, in neuerer Spr. gewöhnlich: das genie
Verstöszt also, bald aus sicherheit, bald aus stolz,
bald mit bald ohne vorsatz, so oft, so gröblich Lessing
Dram. 34; möchte er immerhin gegen dieses vrberstoszen
Schiller 2, 345; damit man nicht gegen das
costüme verstöst Goethe W. Meister 3, 7; — in technischer
Spr. bier bat verstoszen, vergohren, den esig
verstoszen lassen Adelung.
Verstreichen, mhd. verstrichen, intransitiv, vorübergehen,
namentlich von der Zeit: jahr, woche, stunde
verstreicht, ist verstrichen; umherstreichend sich verlaufen:
wano sclbiges (Mastvieh) auszerhalb dem bruche
verstreichet Möser Phant. 3, 213; — transitiv, streichend
verteilen, butter uuf dem brote, streichend zudecken,
Hogen, rissc an einem gebände. — verstreuen, mhd.
verströnwen, auseinander streuen, von Dingen: sprew,
dic der wind verstrewet Ps. 1, 1; wenn Morpheus mohn
verstreut Hölty 122; Personen: wird dich wider versumlen
aus allen rülkern, dahin dich der herr dein gott
verstrewet hat 5 Mos. 30, 3; frei, von unnützen Ausgaben:
er hat sein geld für nichtigkeiten verstreut. —
verstricken, mhd. verstricken, mit Strick zuschnüren:
hundert gulden . . in einem scckel hart verstrickt
BWaldis Esop 4, 27; in Stricke, Fesseln legen oder
darin halten: verstricken, an strick binden, in strick
fassen, an strick nemmen, illaquedre, frrefire, verstrickt,
im strick gefangen und behanget, laquedtus,
inelusus, distriekus Maaler; ein verstrickter waldochse
Jes. 51, 20; in älterer Spr. auch gesangen nehmen:
der musz selber nicht vcrstrickt oder gelangen sein
Mathesius Sar. 73“; verbinden, sichern: damit der
fried ward so verstrickt, das er bestehn solt unverruckt
BWaldis Es.1, 38; sonst in Bildern und Übertragungen,
die bis heute geblieben sind: weun ein böser
sundiget, verstrickt er sich selbs Spr. Sal. 29, 6;
wort . . in redeknoten listig zu verstricken Goethe
4, 65; dasz ihr . die edle jugend meines königreichs
in eurem buhlernetze schläu verstricktet Schiller
M. Stnart 3, 1; wie in verlichtheit ist der sinn verstrickt
Tieck Octav. 315; er war zu tiel verstrickt, um
aieh von der mitschuld losmachen zu können Häufser
d. Gesch. 3, 241. — verströmen, als Strom fließen
lassen: des volkes tbrünen verströmt um deine siille
zruft Uz 1,279; tadel (Hölty 87), patriotenblut (159),
leiden in thränen (Tieck Octav. 103) verströmen:
gönnt mir rast und friedn, dasz ich ihn voll verströmen
mag Geibel 1, 59; intrans., als Strom fließen: so lasz
denn . ull Jeinen murchenreik verstromen in meio lied
verstoßen — verstufen.
3, 59. — versmsen, stusenweise gliedern: das heil ver-glauben acid 2.
verstümmeln — versuchen. 1260
stuft sich allmählich in das dunkle; grammatisch laute
verstusen sich; bergmännisch Stuse zum Merkmale in
das Gestein oder in die Zimmerung hauen Veith 539
(vgl. stufen 2).— verstümmeln, mhd. verstumbdeln, ver-Stumeln.
stümmelnd verderben, ein glied, worte, u. a.;
sein bart war verstümpelt Simpl. 1, 66; gleich den
verstümmelten leichen auf einem wablplatz Schiller
4, 83; zu Unrecht verkürzen: verstumpel deine gabe nicht
Sir. 35, 14. — verstummen, mhd. verstummen, verstumben,
stumm werden: verstummen mussen falsche
menler Pf. 31, 19; sprach zu dem meer, schweig und
verstumme Marc. 1, 39; haltet mein stammeln, mein
verstummen vicht fur büurisch blöden sion Tieck
Octav. 313; frei: dasz seine strenge tugend hier verstummte
Schiller Karl. 2, 9; des verstummte gewissen
gewann zeine sprache wieder Schrift. 1, 51; der ladel
der nation werde. verstummeo Treitschke 5, 226; in
erweiterter Fügung, dichterisch: nun gar ist er (Narciß)
zur blume verstummt Uhland 110; — transikio, verstummen
machen: ich ruhe eher nicht. bis ich verstummt
der christen hundisch bellen Tieck Oclav. 383.
Versuch, m., mhd. versnuoch, das Versuchen und
Versuchte: einen v. machen, anstellen; wissenschastlich
echemische, physikalische, litterarische, dichterische
(Freytag Erinn. 127) versuche. — versuchen, mhd.
bersnochen, suchend kennen lernen; in älterer Spr. —
aussuchen in seindlicher Absicht (vgl. suchen): er versuochte
vil der riche durch ellenthaften mnot Nib. 22;
und noch später mit dem Beisinne des Untersuchens:
dasz man umb mitternscht auszfallen solte . die feind
zu versuchen, was sie für wacht hiclten Garg. 186;
der auch sonst für sich erscheint: uad versuchen alle aptecken
und medicine yn denselben Kölnische Apothekerordnung
v. 1478 (in den Annalen des bist. Vereins für
d. Niederrhein 30, 308); ebenso die Bed. angehen, ersuchen:
so ver sie dazu gerufen, versucht und gebeten
werden ebd. (S. 303); — gewöhnliche Bed. — prüsen,
auf die Probe stellen, einen: swer iht fremeder zungen
von den bfllanden Lunde, der versuochte in 8s4 ze
stunde Trist. 3696; gern in der Bibelspr.: nach dicsen
geschichten, versuchte golt Abrabam 1. Mos. 22, 1;
ward versucht von dem satan Marc. 1, 13; du solt
gott deinen herrn nicht versuchen Luc. 4, 12; auch
jonst: der mensch versuche die götter nicht Schiller
Taucher; in die Bed. des Reizens, Verführens übergegangen:
von keincs türsten mahle . wurde daun mein
gaum versucht Bürger Umarmung (Lesart von 1789,
später geändert): wenn ihn cin schlussel, der so glucklich
paset, versuchte Schiller 5,109; besonders in den
Formeln versucht seio, sich versucht fuhlen: er wor
nur zu leicht versucht, in ihnen verräther zu schen
Häusser d. Gesch. 3, 82; fuhlte er sich naturlich voch
weniger versucht zu gehorchen 1, 271; — etwas versuchen,
sehen ob es gelingt: ich wil min heil versuochen
Alpharts Tod 91; seio gluck, seine krälte, einen ausfall
(Tieck Octav. 325), das Huszerste (Schiller Räub.
2, 1), letzte vorsuchen, kein mittel unversucht lassen
(Ranke Päpste 1, 256); seine kunst an einer aufgabe
versuchen; die unsichtbarsten schlingen versucht er
gegen sie Wieland Musar. 3, 148; versüchen frey
ze werdeo Maaler; noch rersuch iches, sie zu retten
Schiller M. Stuart 3, 8; Paul III mochte versuchen
wolleo, wie weit Contarini es bringe Ranke Päpste
1, 159; in Bezug auf Speisen und Getränke, kosten:
versöchen, kusten, als speisz und trank Maaler; einen
trunk (Garg. 39), den wein (104), ein gericht, den
braten, Wlr*r*r*s versuchen; ohne Object: die limonade
ist matt . versuche! Schiller Kab. 5, 7; — refl. eich
versuchen an, io, bei, gegen etwas; (die Feinde) versuchten
sich und wolten daz haus auszgeprant haben
D. Städtechr. 2, 177; versuchet such selbs, ob jr im
or. 13, 5; der sich was rechtschaffenes
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