Full text : Briefe und Akten zur Geschichte des Dreissigjährigen Krieges. Neunter Band. (9)

118.  1611  435

178.  Der  Kurfürst  von  Sachsen  an  den  von  Mainz.

Auf  die  beiden  Schreiben  vom  27.  April.!  Der  7./17.  Juli  als
Termin  der  Zusammenkunft  der  Kurfürsten  gefällt  uns  wol;  wir

‚Juni  .
6.  hl  vorausschicken.

Was  den  Ort  anbelangt,  so  können  wir  bei  den  täglich  anwachsenden
böhmischen  Unruhen  uns  nicht  weit  von  unserm  Land  begeben  ;  auch  ist
Bamberg  im  Kurverein  nicht  benannt,  daher  könnte  es  allerlei  „Disputat“
ınd  Verzögerungen  geben;  wir  danken  daher,  dass  E.  L.  auf  Bamberg  ver-Sehten
  und  sich  Mühlhausen  gefallen  lassen  und  werden  dies  sowol  Kurjrandenburg
  bei  Zuschickung  von  E.L.  Schreiben  zu  wissen  machen  als  es
iom  Bürgermeister  und  Rat  von  Mühlhausen  bekanntgeben  und  Pappenheim
jefehlen,  dort  für  die  Kurfürsten  Quartier  zu  bestellen  und  ihnen  wie
Iblich  aufzuwarten;  E.  L.  mögen  wegen  der  Malstatt  Trier  und  Köln
rerständigen  und  auch  dem  Kaiser  davon  Anzeige  machen.  —  Wir  haben
us  Dero  Schreiben  auch  gern  verstanden,  dass  Sie  mit  Brömsers
schiekung  nach  Prag  zufrieden  sind;  wir  handelten  so,  weil  uns  E.L.
tandhafte  Treue  und  Gehorsam  gegen  den  Kaiser  genugsam  bekannt
raren  und  beide  nicht  besser  bewiesen  werden  konnten  als  in  diesem
Yotfall.  Wie  es  zu  Prag  steht  und  wie  der  Kaiser  sich  durch  den
Iersog  von  Braunschweig  in  seiner  Proposition  sowol  gegen  den  König
Is  gegen  die  Stände  wegen  der  Krönung  und  wegen  des  Regiments  erklärt
at  und  wie,  als  unsere  Gesandten  dort  ankamen,  es  nicht  mehr  ‚,‚res
ıtegra‘“  und  die  Bewilligung  erfolgt  war,  wird  Brömser  berichtet  haben.
Yir  haben  die  böhmischen  Stände  insgesamt  und  die  vornehmsten  darunter
och  besonders  durch  Schreiben  und  Gesandte  zur  Mässigung  und
um  Gehorsam  gegen  den  Kaiser  ermahnt  und  den  König  ersucht,

wollen  auch  unsere  Räte  zu  den  Vorberatungen  am

eweseen  und  wohin  das  ganze  werk  angesehen,  sonderlich  da  man
och  von  atarker  kriegspraeparation  auf  der  papisten  seiten  schreiben
ıuet,  ist  dem  lieben  (Gott  bekannt.“  Er,  Kurfürst,  sehe  deshalb
icht,”  wie  diesem  Wesen  aus  dem  Grunde  zu  helfen  sei  ausser  mit
atun  aller  Reichsstände,  und  da  ihm  eben  ein  Ausschreiben  des  Kurirsten
  von  Mainz  zu  einem  Kurfürstentage  auf  den  7./17.  Juli  zukommt,
>  scheine  ihm  dies  der  beste  Weg  dazu.  Fir  wolle  aber  seinen  in  Prag
wegen  der  Aussöhnung  mit  dem  Kaiser  in  der  jülicher  Sache)  an-'esenden
  Gesandten  Götze  anweisen,  dass  er  bei  Matthias  und  den  Böhmen
ute  Dienste  leiste,  damit  des  Kaisers  Hoheit,  Ansehen  und  Regierung
Thalten  und  alle  hitzigen  Ratschläge  gemildert  oder  abgewendet  werden.

Wolfenbüttel,  a.  a.O.,  no.  bla;  Or.).  —  Am  29._Ap  nil  schreibt  der  Kurfürst

9.  Mai

ı  derselben  Sache  an  den  Administrator  der  Kurpfalz:  er  habe  sich  auf  die
irschiedenen  Aufforderungen  Kursachsens  und  Braunschweigs  bisher  dilawisch
  erklärt,  unter  anderm  auch  deshalb,  weil  er  zuvor  des  Administratore
3  des  Direktors  der  Union  Gutachten  hierüber  hören  möchte;  er  wünsche
ı  wissen,  ob  der  Administrator  gleichfalls  um  eine  Abordnung  nach
rag  ersucht  worden  sei  und  wie  er  es  deshalb  sowol  als  auch  wegen  des
a  on)  Besuchs  des  Kurfürstentages  zu  halten  gedenke  (Ma.,  547/14,

;  Or.).

ı  Vgl.  no.  162,  8.  398,  Anm.  1.

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Mai  6