Full text : Verzeichniss der Handschriften im Preussischen Staate. Göttingen 1. (1)

802  Goettingen,  Universitäts  -  Bibliothek

Ein  grosser  Theil  der  Briefe  stammt  aus  dem  Nachlasse  von
Jürgen  Porter’s  Vater  Jost  Porter  (vgl.  Bl.269),  sonst  auch  Jodocus
Pylaetius  (Bl.22)  oder  Piletius  (Bl.54)  genannt;  er  war  bis  1570
Physieus  und  Medieus  ordinarius  des  Ratlıs  von  Lüneburg,  1572
und  1578  tritt  er  als  Stadtphysicus  zu  Hamburg  auf  (Bl.211/2  und
B1l.225);  vor  1584  ist  er  gestorben  (B1.269).  Andere,  zum  Theil
unvollständige  Nachrichten  über  ihn  siehe  in  Mittheil.  d.  Vereins  £.
hamb.  Gesch.  I  1878  8.109.  Porter  bittet  Bl.41  den  Hamburger
Rath  um  Steuerfreiheit;  B1.54  gibt  er  ein  Gutachten  ab  pro  domina
de  Hallderen  in  causa  matrimoniali;  erwähnt  wird  er  noch  BI.289,
209  bis  211,  213,  225;  seine  Wittwe  (1584)  BI1.269.  Porter  war
auch  Leibarzt  des  Herzogs  Julius  von  Braunschweig-Lüneburg;
Bl.22  erbittet  dieser  vom  Bremer  Bischof  23  Oct.  1564  eine
Braunschweiger  Pfründe  für  Porter;  Bl.211  bittet  Julius,  dann  seine
Frau  Hedwig,  7  Jul.  1572,  den  Abt  Johann  von  Riddagshausen  den
Sohn  Porter’s  zu  erziehen.  Dann  enthalten  Bl.263/5,  301/2,  323/6,
347  bis  355  29  Briefe  von  Julius  an  Porter  aus  den  Jahren  1563
bis  1570;  darunter  Bl.353  vom  1  Nov.  1569  und  B1.263  vom  17  Jul.
1570  über  Salzsieden,  Bl.264  vom  2  Febr.  1569  Instruction  für  eine
Reise  zu  Anton  Graf  v.  Oldenburg  (vgl.  Bl.352  vom  8  Febr.  1569),
Bl.351  vom  18  Jun.  1569  über  eherne  Rüstungen,  öfters  über  Hamburger
Bier.  Auch  Bl.43—50  gehen  Porter  an.

Eine  andere  Briefmasse  betrifft  den  Hamburger  Doctor  med.
Johannes  Bentz,  Jost  Porter’s  Schwiegersohn,  insbesondere  die
Prozessacten  über  einen  werthvollen  Schmarall  (Smaragd),  den  Hans
Rautenkranz  von  Braunschweig,  Agent  der  Leipziger  Kaufleute
Heinrich  Kramer  von  Klausbrugk  und  Caspar  Schelhamer,  mehrfach
verpfändet  hatte  und  der  beim  Hamburger  Rath  lag;  als  Klaeger
treten  besonders  auf  Appell  von  Ebeleben  auf  Wartenberg,  Albrecht
Ludigkink  aus  Magdeburg  und  Bentz;  darauf  beziehen  sich  B1.271
bis  279  (Species  facti  und  quaestiones  iuris  1982  von  Ludigkink),
Bl.330  bis  340  (Acten,  dann  Rechtsbelehrung  aus  Helmstedt,  Wittenberg,
  Rostock),  Bl.351  und  383/4,  vielleicht  auch  B1.327/9.  Sonst
betreffen  Bentz  Bl.7  Hochzeitsbrief  zur  Verheirathung  des  Joh.  Bentz
mit  Margarethe  (Porter)  13  Sept.  1580,  40b,  163,  268,  410.

Andere  Privatacten  aus  Hamburg  finden  sich  B1.176,  183b,  225
(Ehecerter),  228,  261;  ferner  Bl.19b,  39b,  142,  180  (Ehevertrag),
186,  280.  Auf  Jürgen  Porter  als  Schreiber  der  Frau  Barbara
Rantzau  (vgl.  Mittheil.  des  Ver.  f.  Hamb.  Gesch.  I  S.40  und  109)
ist  wohl  zurückzuführen  die  Aufnahme  der  unten  näher  beschriebenen
Briefe  auf  Bl.159b-—189,  von  denen  viele  an  den  Statthalter
Heinrich  Rantzau  gerichtet  sind.  Schulmässige  Ausarbeitungen  von
biblischen,  geschichtlichen  oder  moralischen  Stoffen,  meistens  in
Form  von  lateinischen  Reden,  sind  eingetragen  auf  Bl.28  bis  39,
(67—69?),  70—110  (B1.78—80  Lob  Sachsens),  111b  bis  121,  123
bis  132  (123—131  Emcomium  urbis  Hamburgensis).

Bl.I—IX  Index.  BIIX  “Epitaphium  Saxonis  Grammatici’  (gedr.
Pontoppidan,  Annal.  Ecel.  Danicae  I  615)  mit  der  Subseriptio  “Hoc
ipse  mea  manu  in  Rodtschel  ..  1585  die  18  Febr.  descripsi  .  .’
Bl.1-6  Briefe,  Gedichte,  Pasquille  ete.  betr.  die  Thätigkeit  des  Jae.
Andreä  in  Kursachsen.  Einiges  davon  ist  aus  Wolfenbüttler  und